Von: apa
Nach 18 Jahren Planung ist am Donnerstag in Kronstorf (Bezirk Linz-Land) offiziell der Spatenstich für ein Rechenzentrum des US-Konzerns Google gesetzt worden. 2027 ist die Eröffnung vorgesehen, 100 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, teilte Geschäftsführerin Google Austria and Switzerland, Christine Antlanger-Winter, mit. Die Baukosten nannte sie nicht, sprach aber von einer “signifikanten Investition”. Die Maximalkapazität für den Strombedarf betrage 150 Megawatt.
Die Geschäftsführerin betonte die hohe Energieeffizienz von Google-Datenzentren. So sei es in den vergangenen fünf Jahren gelungen, die Rechenleistung bei gleicher Energie um das Sechsfache zu steigern. 2030 solle Kronstorf CO2-frei sein.
“Wichtiges Signal” zur Konjunkturbelebung
“Jetzt geht es los”, freute sich nicht nur Antlanger-Winter in der Pressekonferenz im Vorfeld des Spatenstichs. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sprach von einem “wichtigen Signal”, das der Weltkonzern in einer schwierigen Zeit ausgesendet habe und sprach ein “herzliches Dankeschön” ob der Konjunkturbelebung aus. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) bezeichnete den Tag als “Meilenstein für ein zukunftsfittes” Oberösterreich. Das Datencenter sei weltweit Nummer 37, in Europa Nummer 11 und für Österreich das erste, hob er hervor.
Der Kronstorfer Bürgermeister Christian Kolarik (ÖVP) sieht in dem neuen Zentrum auch einen “Magnet für Betriebsansiedlungen” in der Region. So wie für Wien die Sachertorte oder für Linz die Linzer Torte gebe es nun für die Region Kronstorf eine Mehlspeise: den “Googlhupf”. Der Hargelsberger Bürgermeister Christoph Lichtenauer (ÖVP) war erfreut, dass er für das seit Jahren geplante Projekt nun offiziell den Namen des Unternehmens aussprechen könne.
Nach Baustellenkontrolle vorübergehender Baustopp
Der Baubeginn, der schon vor dem offiziellen Spatenstich erfolgt war, verlief nicht glatt. Die Finanzpolizei habe bei einer Kontrolle der Baustelle 26 Übertretungen nach sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften, eine gewerberechtliche Übertretung sowie vier Verstöße nach dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz festgestellt, hatte das Finanzministerium Anfang März mitgeteilt. Der US-Konzern stoppte darauf die Bauarbeiten vorübergehend.
Die Geschäftsführerin betonte am Donnerstag, dass ausschließlich Subunternehmer betroffen gewesen seien. Mittlerweile seien entsprechende Compliance-Vereinbarungen ausverhandelt worden, um Verstöße künftig zu verhindern.
2008 hatte sich Google ein 70 Hektar großes Grundstück in Kronstorf gesichert, um dort das Datenzentrum zu errichten. Dann änderte der Konzern aber seine Pläne. Nachdem der IT-Riese der vertraglich festgelegten Bauverpflichtung nicht nachkam, wurde über den regionalen Inkoba-Verband (Interkommunale Betriebsansiedlung, Anm.) Kronstorf-Hargelsberg und die oberösterreichische Standortagentur Business Upper Austria die teilweise Rückabwicklung des Verkaufs in Gang gesetzt. Man einigte sich darauf, dass Google 50 Hektar behält, 20 Hektar wurden zurückgekauft.




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