Von: luk
Nals – Am 5. Februar fand im Bildungshaus Lichtenburg in Nals die dritte Steinobstbautagung statt. Die Veranstaltung wurde vom Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau organisiert und bot einen umfassenden Rückblick auf die vergangene Kirschen- und Marillensaison. Zudem wurden aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Versuchszentrum Laimburg vorgestellt.
In ihrem einführenden Referat blickten Eugen Tumler und Andreas Walzl vom Südtiroler Beratungsring auf die vergangenen beiden Jahre im Kirschen- und Marillenanbau zurück. Dabei beleuchteten sie die vielfältigen Herausforderungen, mit denen die Südtiroler Kirschen- und Marillenproduzenten konfrontiert waren – von unterschiedlichen witterungsbedingten Einflüssen bis hin zu Problemen im Umgang mit Krankheiten und Schädlingen. Nach den frostbedingten Ausfällen im Jahr 2024 blieben diese im vergangenen Jahr komplett aus und ermöglichten zufriedenstellende Erträge und gute Fruchtqualitäten, die auch zu guten Preisen abgesetzt werden konnten. Die Kirschessigfliege, ein Schlüsselschädling im Steinobst, konnte gut abgewehrt werden. Herausfordernd waren die regelmäßigen Niederschläge während der Ernte, welche von den Landwirten aber gut gemeistert werden konnten.
Gerade in Hügel- und Berglagen stellt etwa der Kirschenanbau in Südtirol eine interessante Alternative zum klassischen Apfel- und Beerenanbau sowie für Grünlandbetriebe dar. Allerdings sind die Investitions- und Betriebskosten im Vergleich zu anderen Obstkulturen höher, weshalb eine sorgfältige betriebswirtschaftliche Planung unerlässlich ist. Manfred Lang vom Südtiroler Beratungsring beleuchtete in seinem Vortrag die aktuellen Richtwerte zu den Produktionskosten im Südtiroler Kirschenanbau und stellte Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit dieser Kultur an.
Einen weiteren Schwerpunkt der dritten Steinobstbautagung bildeten die Versuchsergebnisse des Versuchszentrums Laimburg. Massimo Zago präsentierte Untersuchungen zur Lichtdurchlässigkeit von Regenschutzfolien in Abhängigkeit von deren Alter. Spezielle Lichtmessungen haben gezeigt, wie stark die Menge an nutzbarem Licht die Leistungsfähigkeit der Bäume beeinflusst. Giacomo Gatti vom Versuchszentrum Laimburg berichtete über seine langjährige Arbeit zur Sortenprüfung bei Süßkirschen. Neben den bereits etablierten Hauptsorten Kordia und Regina wurden alternative Sorten für unterschiedliche Reifezeitpunkte vorgestellt, von denen einige vielversprechende Ergebnisse zeigten.
Die Steinobstbautagung wird vom Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau alle zwei Jahre organisiert und findet im Wechsel mit der Beerenobstbautagung statt, die vom Beratungsring für Berglandwirtschaft BRING ausgerichtet wird. Bereits seit vielen Jahren bietet der Südtiroler Beratungsring eine umfassende und praxisnahe Beratung für Südtiroler Kirschen- und Marillenbauern. Die Steinobstbautagung hat sich dabei als wichtige Plattform für Wissensaustausch, Innovation und Vernetzung innerhalb der Branche etabliert.




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