Präsentation in der Handelskammer

Strategische Maßnahmen für Brenner-Transitverkehr

Freitag, 26. April 2019 | 11:49 Uhr

Bozen – Die Strategie der Tiroler Landesregierung in Bezug auf den Brennertransit konzentriert sich seit geraumer Zeit vor allem auf die Beschränkung des Zugangs des Schwerverkehrs in das eigene Gebiet. “Dies beeinträchtigt den freien Warenverkehr innerhalb der EU und schädigt die italienische Wirtschaft”, heißt es in einer Aussendung der Handelskammer. Deshalb haben die norditalienischen Handelskammern ein gemeinsames Positionspapier erstellt, in dem alternative Maßnahmen vorgestellt werden. Dieses wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz in der Handelskammer Bozen präsentiert.

Anfang Oktober 2018 hat die Tiroler Landesregierung weitere Einschränkungen für den Schwerverkehr beschlossen, die ab August 2019 in Kraft treten könnten. Unter anderem sind das ein Durchfahrverbot für Lkw Euro 4 (Euro 5 folgt ab 2021) und die Ausdehnung des sektoralen Fahrverbotes auf die Lkw der Klasse Euro 6.

In Anbetracht der Bedeutung des Brennerpasses für den Im- und Export von Italien haben die Handelskammersysteme verschiedener norditalienischen Regionen (Emilia Romagna, Lombardei, Veneto und Trentino-Südtirol) ihre Sorge um die Auswirkungen der Maßnahmen Tirols auf den Handelsverkehr mit den europäischen Partnerländern in einem gemeinsamen Positionspapier zum Ausdruck gebracht. Dieses wurde heute im Zuge einer Pressekonferenz in der Handelskammer Bozen vorgestellt. Präsentationen gab es im Vorfeld bereits in den Handelskammern von Modena, Mantua, Verona und Trient.

hk

Die im Positionspapier vorgeschlagenen strategischen Maßnahmen zum Transitverkehr über den Brenner beschränken sich nicht nur auf die Bekämpfung der einseitigen Maßnahmen Tirols, sondern enthalten auch konkrete Vorschläge als Alternative, wie etwa die Verbesserung des intermodalen Verkehrs- und Schienentransports. „Es bedarf einer gemeinsamen Verkehrspolitik im Alpenraum, welche die umweltbezogenen Anforderungen mit jenen der Wirtschaft auszugleichen vermag“, betont Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen, im Zuge der Pressekonferenz.

In die gleiche Kerbe schlägt der Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings Hannes Mussak: „Es braucht eine grenzübergreifende Strategie für den Brennerkorridor, sowohl für die Straße als auch für die Schiene. Wir können die Initiative der norditalienischen Handelskammern nur begrüßen, denn diese ist ein zentrales Thema für die heimische Wirtschaft.“

Thomas Baumgartner, Präsident von ANITA, der italienischen Vereinigung der Transportunternehmen, ist überzeugt: „Die bestehenden Verkehrswege müssen bestmöglich ausgelastet werden, indem der Verkehr verteilt und Stoßzeiten verhindert werden. Die bisherigen Fahrverbote haben bewiesen, dass das Konzept nicht funktioniert und das Problem nur von Tirol in die Nachbarländer Südtirol und Bayern ausgelagert wird.“

„Durch die neuen immer strikteren Verbote der Tiroler Landesregierung wird der Im- und Export aus und nach Südtirol negativ beeinträchtigt. Für unser Land entsteht ein wirtschaftlicher Schaden“, so Elmar Morandell, Obmann der Warentransporteure im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa).

Ausgearbeitet wurde das Positionspapier über die strategischen Maßnahmen für den Transitverkehr über den Brenner von Uniontrasporti. Vorgestellt wurde es von Antonello Fontanili, Geschäftsführer von Uniontrasporti und Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Strategische Maßnahmen für Brenner-Transitverkehr"


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Grünschnabel
29 Tage 21 Min

“Für unser Land entsteht ein wirtschaftlicher Schaden“, so Elmar Morandell” so typisch, immer nur das Geld im Blick…sowas von zum Kotzen! Und wenn jetzt die immer gleichen Sumser kommen, “ohne LKW funktionierts nicht oder was isst du dann?”, dann sag ich – warum gehts in Tirol? Und warum gehts da auch billiger?

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
28 Tage 21 h

Wos geat in tirol??? Irgendwie wert Italian beliefert wern miesn oder net? Wenns lond wos mittlt drin isch niemand mehr durchlosst, wos moanschn wos nor geat? Fahrverbot für euro 5??? Sell sein fost noie lkw.

Grünschnabel
28 Tage 21 h

Warum fährt der LKW der z.B. aus Holland kommt und nach Turin oder Mailand will nicht über die Schweiz und Gotthard? Denk mal drüber nach 😉 für den ist das ja das Paradies hier…

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
28 Tage 21 h

@puschtro so große umwege werden nicht gefahren, denk mal darüber nach, was meinst du was eine stunde lkw fahren kostet? Das wiegt sich mit der maut nicht auf, so groß kann der mautunterschied gar nicht sein.
Der fehler liegt im System, in Brüssel, es werden zuviele sinnlose transporte unternommen……

Grünschnabel
28 Tage 19 h

@vieldenker: ja richtig – die osteuropäischen Fahrer bekommen ja extrem guten Lohn…aja und ein großer Umweg ist das nicht. na gott sei dank, dass der LKW von Paris nach Barcelona nicht über den Brenner fährt 😉

Fantozzi
Fantozzi
Tratscher
29 Tage 1 h

des ols a witz – es muas a 3. fohrspur her – in vinschgau und in pustertal brauchts a stross wia die mebo – punkt aus amen – gonz oanfoch

bozen
bozen
Grünschnabel
28 Tage 13 h

@ Fantozzi Wie soll man eine dritte Spur machen ??? Der Autobahn auf Stelzen einen Balkon dran flicken ??

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