Landesweiter Dienst für Rheumatologie soll Wartezeiten verkürzen

Südtirol: Rheumatische Erkrankungen werden zunehmen

Mittwoch, 11. Oktober 2017 | 19:55 Uhr

Bozen – Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde heute der neu geschaffene landesweite Dienst für Rheumatologie der Öffentlichkeit vorgestellt. Durch diesen soll die Betreuung der Südtiroler Patienten und Patientinnen mit rheumatischen Erkrankungen weiter gestärkt und verbessert werden.

Rheumatische Erkrankungen in Südtirol

Unter dem Begriff „Rheuma“ werden mehr als 200 unterschiedliche Krankheitsbilder zusammengefasst. Etwa 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung leiden an rheumatischen Beschwerden, etwa fünf Prozent sind von einer „autoimmunen“ Rheumaerkrankung betroffen.

Für Südtirol ist anzunehmen, dass bis zu 130.000 Menschen an einer Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis leiden, bis zu 25.000 Menschen sind von einer entzündlich rheumatischen Erkrankung betroffen.

Es ist davon auszugehen, dass die Häufigkeit von Rheumaerkrankungen noch weiter zunehmen wird. Der demographische Wandel, die heute deutlich höhere Lebenserwartung von Rheumakranken und verschiedene andere Faktoren werden voraussichtlichen zu einer Zunahme der Rheumaerkrankungen von bis zu 30 Prozent führen.

Unter Rheumaerkrankungen leiden nicht nur ältere Menschen, sondern es sind auch viele junge Menschen betroffen, mitunter können auch Kinder an Rheuma erkranken. Eine strukturierte und zielgerichtete Versorgung von Erwachsenen und Kindern mit rheumatischen Erkrankungen wird für Südtirol nun aufgebaut.

Sitz und Leistungsspektrum des landesweiten Dienstes für Rheumatologie

Sitz des landesweiten Rheumatologischen Dienstes ist das Krankenhaus Bruneck. Eine Rheumaambulanz wurde dort bereits im Jänner 2017 eröffnet. Der Rheumatologische Dienst ist ein landesweiter Dienst mit mehreren Standorten und soll so für eine einheitliche Betreuung aller Rheumapatienten und -patientinnen in Südtirol sorgen. Bereits bestehende Standorte sind die Rheumaambulanz im Krankenhaus Bruneck sowie die Rheumaambulanz im Krankenhaus Bozen. Leiter des landesweiten Dienstes für Rheumatologie ist der gebürtige Olanger Christian Dejaco (37).

Das Leistungsspektrum des Rheumatologischen Dienstes umfasst die ambulante, tagesklinische und stationäre Abklärung und Therapie rheumatischer Erkrankungen, insbesondere entzündlich rheumatische Erkrankungen inklusive Kollagenosen und Vaskulitiden. Zu den weiteren Aufgaben gehören Forschung und Ausbildung im Bereich der Rheumatologie. Landesrätin Martha Stocker: „Jeder 5. Südtiroler kommt im Laufe seines Lebens aller Wahrscheinlichkeit nach mit rheumatischen Problemen in Berührung. Der neu geschaffene landesweite Dienst für Rheumatologie ist zentraler Ansprechpartner für diese Menschen, die es sicher und gut zu versorgen gilt.“

Zuweisung von Patienten zur rheumatologischen Visite

Bei Verdacht auf eine entzündlich rheumatische Erkrankung erfolgt die Zuweisung zu einer Rheumatologischen Visite durch den Hausarzt oder durch den Facharzt. Die Patientin/der Patient kann anschließend selbst telefonisch einen Termin an der Rheumaambulanz vereinbaren. Für die Rheumaambulanz Bozen kann ein Termin unter der Telefonnummer: 0471-457457 (CUP) vereinbart werden. Für eine Terminvereinbarung in der Rheumaambulanz Bruneck ist hingegen die folgende Telefonnummer 0474-581040 (CUP) zu nutzen.

Patientinnen und Patienten sollten im jeweils dafür zuständigen Gesundheitsbezirk ihren Termin vereinbaren, da auch Folgevisiten, soweit möglich, von denselben Rheumatologen durchgeführt werden und sich sonst für die Patienten weite Anreisen ergeben würden.

Patienten und Patientinnen aus Bozen und Umgebung sollten sich daher bevorzugt an die Rheumaambulanz Bozen wenden, Patientinnen und Patienten aus dem Eisacktal und Pustertal in die Rheumaambulanz in Bruneck und Patientinnen und Patienten aus dem Vinschgau und dem Burggrafenamt wahlweise entweder an das Krankenhaus Bozen oder das Krankenhaus Bruneck. Weiterhin werden rheumatologische Visiten von der Inneren Medizin in Brixen, im Krankenhaus Sterzing, im Krankenhaus Schlanders und von der Rehabilitation in Bruneck (inklusive Ambulatorium für Osteoporose) angeboten.

Ausbau landesweiter Dienst

Die Rheumaambulanz in Bozen, welche derzeit noch Teil der Inneren Medizin ist, soll schrittweise von dieser gelöst und dem Rheumatologischen Dienst angegliedert werden. Die Schaffung einer Rheumaambulanz im Gesundheitsbezirk Meran ist für die nächsten Jahren geplant, ebenso der Ausbau der rheumatologischen Versorgung im Gesundheitsbezirk Brixen. Innerhalb des Rheumatologischen Dienstes wurde in Bozen auch ein Zentrum für pädiatrische Rheumatologie und ein Ambulatorium für Osteoporose (2. Level) geschaffen.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Südtirol: Rheumatische Erkrankungen werden zunehmen"


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Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
11 Tage 2 h

Mmmhh… man bekämpft immer nur Symptome. Die Ursachen sucht man kaum. Ganz provakativ: will man das überhaupt? Fördert man im geheimen diese Entwicklung hin zu chronischen Krankheiten?

Neumi
Neumi
Superredner
10 Tage 1 h

Schlechte / zu wenig Bewegung, höhere Lebenserwartung.
Ersterem entgegenzuwirken ist nicht Aufgabe der Krankenhäuser, letzterem wirkt hoffentlich gar niemand entgegen.

bin vo do...
bin vo do...
Grünschnabel
11 Tage 1 h

wos nutzt der Dienst wenn man af an termin 6 monat u mehr wortn muss?? Eigene Erfahrung! es zwingt oan Privat zu gien! Danke frau Stocker!

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
11 Tage 1 h

und eine  Allergologie

Neumi
Neumi
Superredner
10 Tage 1 h

In NRW zählt auch Diabetes zu einer der verbreitetsten “Volkskrankheiten”, das nimmt auch bei uns zu.

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