Rauchen als häufigste Ursache

Südtiroler Krebshilfe: Zunahme von Lungenkrebs bei Frauen

Samstag, 11. November 2017 | 11:15 Uhr

Bozen – Der November gilt in der ganzen Welt als Lungenkrebsmonat: Durch Aufklärungs- und Sensibilisierungsaktionen wird von verschiedenen Organisationen auf diese Tumorerkrankung aufmerksam gemacht. Die Südtiroler Krebshilfe lud zu diesem Anlass vier Experten ein, welche Wissenswertes und Statistisches aus Südtirol rund um das Thema erläuterten. „Als Südtiroler Krebshilfe ist es uns immer ein besonderes Anliegen, mit gesicherten Daten und Fakten zu informieren“, so Ida Schacher Baur, Präsidentin der Vereinigung, „und was uns zusätzlich ein besonderes Anliegen ist: Hinter all diesen Zahlen stecken immer Menschen und Einzelschicksale. Dies dürfen wir nicht vergessen.“

Rauchen als häufigste Ursache

Christine Seebacher, Ärztin an der Abteilung Pneumologie am Krankenhaus Bozen, erläuterte die Risikofaktoren für Lungenkrebs und gab aktuelle Ein- und Ausblicke zur Früherkennung und Vorsorge. Die Entstehung von Lungenkrebs kann verschiedene Ursachen haben. Das Rauchen ist mit zirka 85 bis 90 Prozent die Hauptursache. Das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, steigt dabei mit der Anzahl der täglich gerauchten Zigarette und der Dauer des Rauchens: Je früher damit begonnen und je länger geraucht wurde, desto höher ist auch das Erkrankungsrisiko. Die positive Nachricht dabei: Wer das Rauchen aufgibt, kann das Risiko minimieren. Aber auch Krebs erzeugende Stoffe am Arbeitsplatz, wie etwa Asbest, Arsen, Nickel, Radon oder aromatische Kohlenwasserstoffe, können Lungenkrebs bedingen. Lungenkrebs ruft in frühen Stadien dabei nur selten Beschwerden hervor. Krankheitszeichen treten häufig erst dann auf, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Kleinere Tumoren werden daher oft nur zufällig entdeckt, etwa wenn die Lunge aus anderen Gründen geröntgt wird. Zudem sind die Beschwerden meist nicht eindeutig einem Lungenkrebs zuzuordnen, sondern können auch auf andere Krankheiten hinweisen.

Statistisches aus Südtirol

Guido Mazzoleni, Primar der Abteilung Pathologische Anatomie und Histologie am Krankenhaus Bozen, zeigte die Statistiken bezüglich Häufigkeit, Neuerkrankungen oder Überlebenschancen für Italien und Südtirol auf. In Südtirol gehört der Lungenkrebs sowohl bei den Männern wie bei den Frauen zu den dritthäufigsten Krebserkrankungen. Bei den Männern steht der Prostatakrebs an erster Stelle, gefolgt vom Darmkrebs; bei den Frauen der Brustkrebs, gefolgt vom Darmkrebs. In den letzten Jahren konnte dabei eine Senkung an Neuerkrankungen bei den Männern festgestellt werden, da viele das Rauchen aufgaben beziehungsweise gar nicht begangen. Bei den Frauen hingegen ist der gegensätzliche Trend festzustellen: Der Anteil von Raucherinnen nimmt zu, die Erkrankungsrate ebenso.

Lungenkrebs wird dabei zumeist in einem späteren Alter ab 50 Jahren und im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Diese Faktoren sowie die begrenzte Wirksamkeit der Behandlungsmöglichkeiten führen zu einer ungünstigen Heilungsprognose, wobei die Überlebensrate in den letzten Jahren leicht gestiegen ist. So ist der Lungenkrebs bei Männern jene Tumorerkrankung, die am häufigsten zum Tod führt (gefolgt von Darmkrebs und Prostatakrebs); bei den Frauen liegt der Brust- und Darmkrebs als Todesursache noch vor dem Lungenkrebs – wobei im Jahr 2016 in Südtirol 145 Männer und 65 Frauen an einem bösartigen Tumor verstarben.

Die Therapiemöglichkeiten bei Lungenkrebs, wie Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung, wurden von Cristina Dealis, Ärztin an der Abteilung Onkologie am Krankenhaus Bozen, erläutert. Ein interdisziplinäres Team analysiert und bespricht dabei wöchentlich in der Abteilung Pneumologie des Krankenhauses Bozen die einzelnen Fälle, sodass die Betroffenen die bestmögliche Therapie erhalten.

Projekt „Prävalente Tumorfälle in Südtirol“

Marine Castaing arbeitet als Statistikerin am integrierten Krebsinstitut Catania-Messina-Siracusa-Enna, das der Universität von Catania angeschlossen ist. Sie präsentierte das Projekt „Prävalente Tumorfälle in Südtirol“, das von der Südtiroler Krebshilfe mitfinanziert wird. Dabei geht es darum, die Daten des Südtiroler Tumorregisters zu bearbeiten und neu zu ordnen. Das Südtiroler Tumorregister – eines der vollständigsten und präzisesten in Italien – erfasst die Daten über den klinischen Zustand und geben Aufschluss über Krankheitsverlauf und Überlebensrate. Somit sind sie von hoher Wichtigkeit, unter anderem da sie der Verwaltung bei der Vorausplanung von Krankenhausbetten oder Personal wichtige Hinweise liefern.

 

INFO

Häufigsten Krebserkrankungen in Südtirol

(Durchschnitt x 100.000 Einwohner im Zeitraum 2008-12)

Männer

Prostata  (22,5% aller Krebserkrankungen)

Darmkrebs (12,0% aller Krebserkrankungen)

Lungenkrebs (11,1% aller Krebserkrankungen)

 

Frauen

Brustkrebs (28,3% aller Krebserkrankungen)

Darmkrebs  (12,0% aller Krebserkrankungen)

Lungenkrebs (6,5% aller Krebserkrankungen)

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

28 Kommentare auf "Südtiroler Krebshilfe: Zunahme von Lungenkrebs bei Frauen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Missx
Missx
Superredner
7 Tage 15 h

Da interessierts keinen, das Rauchen zu verbieten und eventuell Kinder von rauchenden Eltern aus Kindergärten und Schulen auszuschließen. Denn das Geld wird mit dem Rauchen verdient.

witschi
witschi
Universalgelehrter
7 Tage 12 h

missx, hosch gsoffn?

jet
jet
Grünschnabel
7 Tage 9 h

@witschi jo…o.er hot epes gracht🤔

Missx
Missx
Superredner
7 Tage 25 Min

@jet
Lei weil es net mitkemp misst es et die Schuld beim Alkohol suachn😂😂😂

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Grünschnabel
7 Tage 16 h

Alle wissen was das Rauchen für Auswirkungen haben kann und trotzdem rauchen einige brav weiter. Da brauchen die nicht danach nicht plärren wenn sie krank sind.

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
7 Tage 15 h

und viele junge sogar schwangere Frauen rauchen wie eine Dampflock zu jeder Stunde ……..
dass da nicht mehr ……………. ist doch ein Wunder 
aber Wehe man sagt ihnen was dann die haben prompt eine Begründung 😀

Evi
Evi
Tratscher
7 Tage 14 h

Der Mensch bestimmt selbst ob er raucht oder nicht. Die armen Tiere die bei Zigaretten Tierversuche elendig sterben müssen, haben keine Wahl! Deshalb: wenn schon rauchen, dann tierversuchsfreie Zigaretten Marken wählen bitte.

Missx
Missx
Superredner
7 Tage 12 h

Ob er geimpft wird darf der Mensch selber nicht bestimmen.

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
7 Tage 3 h

Also keine Camel?

Missx
Missx
Superredner
6 Tage 16 h

@ivo815
Zitat 815 “be cever and develop your brain”
😂😂😂😂😂😂😂
Ivo bitte zuerst eine Sprache lernen, bevor du sie falsch verstehst und anwendest. 😆

Evi
Evi
Tratscher
6 Tage 14 h

@ivo815
genau: meines Wissens sind Yesmoke die einzigen ohne Tierversuche

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
7 Tage 17 h

damit ist wohl de Effekt der Warnhinweise (Totenkopf und anderes) wirkungslos…

WM
WM
Universalgelehrter
7 Tage 15 h

Wer net lesen konn muss fühlen jeder der raucht kennt die folgeschäden ….

mandela
mandela
Tratscher
7 Tage 7 h

aufhören ist trotz allem seeeehr seeeehr schwer!

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
7 Tage 3 h

@mandela dafür ist Anfangen dumm, seeeehr dumm

Missx
Missx
Superredner
6 Tage 16 h

@ivo815 be cever and never develop an addiction

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
7 Tage 15 h

da soll auch der Beirat für Chancengleichheit massiv sensibilisieren.

Giorgia
Giorgia
Grünschnabel
7 Tage 12 h

Erschreckend…. und wenn es dann so weit ist, dann hat immer der Herrgott die Schuld! Sorry, diesbezüglich hat mein Mitgefühl recht steife Grenzen.

witschi
witschi
Universalgelehrter
7 Tage 14 h

früher konnte man überall rauchen und schwul sein war abnormal. heutzutage ist es umgekehrt

Sag mal
Sag mal
Superredner
7 Tage 12 h

krank werdn eh Die,Die nebenDiesen Egoisten(das Sind Raucher meist) eingenebelt werden.

jet
jet
Grünschnabel
7 Tage 8 h

stimp olles…ober wirklich gsunder sterm die wianigschten…aus welchen gründen auch immer.

honakoanonung
honakoanonung
Grünschnabel
7 Tage 7 h

solange Zigaretten rauchen keine nachgewiesenermaßen positiven Gesundheitsauswirkungen hat tut mir kein Raucher leid. Selber schuld.

knoflheiner
knoflheiner
Superredner
7 Tage 19 Min

raucher stinken und glaubens nicht mal.
werde nie wieder einen aschenbecher küssen !

Sag mal
Sag mal
Superredner
6 Tage 21 h

diese Statistiken gehen an der Realität vorbei.

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
6 Tage 19 h

Klär uns auf

sonne10
sonne10
Neuling
7 Tage 9 h

Der auf seine Gesundheit achtet wird am ende bestraft,zahlt fűr diese selbstverursachte Langzeitkranke durch Zigaretten und Alkohol !

honakoanonung
honakoanonung
Grünschnabel
6 Tage 18 h

nur ein Camel raucht 😁

Evi
Evi
Tratscher
6 Tage 14 h

noch nie ein rauchendes Kamel gesehen 😉

wpDiscuz