Weniger gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe sind das Ziel

Tattoo-Farben: Mehr Sicherheit durch amtliche Kontrollen

Freitag, 09. November 2018 | 16:05 Uhr

Bozen – Tattoos liegen im Trend: Die Anzahl der Tätowierten hat in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Viele Tattoo-Farben – insbesondere aus unsicherer Herkunft – enthalten jedoch gesundheitsschädliche Substanzen wie Schwermetalle. Kontrollen sind dringend erforderlich, auch wenn sie in diesem Bereich europaweit noch in den Kinderschuhen stecken.

Die Landesumweltagentur und die Umweltagentur Piemont (ARPA Piemonte) sind italienweit die einzigen Labors, die amtliche Kontrollen von Tattoo-Farben und Permanent Make-up durchführen. “Mit den Analysen dieser Substanzen hat das Labor für Lebensmittelanalysen im Jahr 2009 begonnen. Seither ist die Anzahl der durchzuführenden Analysen rasant angestiegen”, erklärt Flavio Ruffini, Direktor der Landesumweltagentur. “Immer wieder stoßen wir bei den überprüften Proben auf Substanzen, die nicht den geltenden Bestimmungen entsprechen.”

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Ihre technische Erfahrung im Bereich Analyse von Tattoo-Farben und Permanent Make-up hat die Landesumweltagentur zusammen mit der Umweltagentur Piemont diese Woche in Turin eingebracht: “Bei dem internationalen Meeting mit Labors aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Dänemark ging es darum, welche Analysemethoden zur Feststellung gesundheitsschädlicher Stoffe in Tattoo-Farben und Permanent Make-up geeignet sind”, erklärt Flavio Ciesa, Experte im Labor für Lebensmittelanalysen der Landesumweltagentur.

Die Veranstaltung in Turin ist Teil einer Reihe von Initiativen, die laut einer Vereinbarung vom Dezember 2017 zwischen dem Gesundheitsministerium und der obersten Gesundheitsbehörde (“Istituto Superiore di Sanità”) auf gesamtstaatlicher Ebene vorgesehen sind. Die Vereinbarung dient der Umsetzung der EU-Verordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals), mit der die Europäische Chemikalienagentur ECHA eingerichtet wurde. Diese arbeitet gemeinsam mit nationalen Partnern an einem Vorschlag zur Einschränkung gewisser Substanzen in Tattoo-Farben und Permanent Make-up.

Bei einer Tätowierung werden farbige Tinten in die oberen Hautschichten gespritzt, die langfristig dort bleiben und damit den Körper auf Dauer mit gewissen Chemikalien in Kontakt bringen. “Über 80 Prozent der verwendeten Pigmente sind organische Substanzen und davon wiederum 60 Prozent sind so genannte Azo-Pigmente, die krebserregende Substanzen wie aromatische Amine enthalten können”, betont Ciesa, REACH-Beauftragter der Landesumweltagentur.

Weitere Informationen zum Thema Tattoo-Farben und Farben für Permanent Make-up finden sich auf der Webseite der Landesumweltagentur, ein Video auf dem Youtube-Kanal des Landes (Playlist “Umwelt”).

Von: luk

Bezirk: Bozen

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