„Lkw-Verkehr erhält nicht den Stellenwert, den er sich verdient“

Transitverkehr: BürgerUnion stellt Drei-Punkte-Programm vor

Dienstag, 02. Oktober 2018 | 13:26 Uhr

Bozen – Als zentrales Problem für Südtirols Wirtschaft und die Gesundheit der Südtiroler wertet die BürgerUnion den immer stärker werdenden Transitverkehr, das auf dem Rücken jener ausgetragen werde, die frisches Essen, den Lebensstandard und die tägliche Versorgung erst ermöglichen, nämlich Südtirols Frächter und Lkw-Fahrer. „Es ist leider Fakt, dass der Lkw-Verkehr zunehmend als Belastung wahrgenommen wird, anstatt den Stellenwert zu erhalten, den er sich verdient. Bei den Senkungen der Belastung für Gesundheit und Wirtschaft muss man jedoch vor allem darauf achten, dass unsere Frächter nicht noch weiter belastet werden“, schreibt der Wirtschaftssprecher der BürgerUnion, Dietmar Zwerger in einer Aussendung.

Als erste Maßnahme nennt die BürgerUnion die Verlegung des Transits von der Straße auf die Bahn, wobei man das Problem auch vor Fertigstellung des Brennerbasistunnels angehen müsse. „Verweise auf den BBT lassen wir einfach nicht mehr gelten. Es ist nämlich aktuell so, dass die Bahn ihre Kapazitäten nicht nur versäumt, auszubauen, sondern im Gegenteil weiter abbaut. So hat der Warentransport auf der Schiene in unserem Land im letzten Jahr um sagenhafte 19 Prozent abgenommen. Parallel dazu hat der Lkw-Verkehr auf der Brennerautobahn von 2,1 Millionen auf 2,4 Millionen Einheiten zugenommen. Neben der Umweltbelastung vor allem auch eine Überlastung der Brennerachse, auf welcher es zum Schaden der gesamten Wirtschaft immer wieder zum Zusammenbruch des Verkehrs kommt“, schreibt lvh-Kandidat Zwerger weiter.

Ein weiterer Beitrag zum Chaos auf Südtirols Straßen ist laut BürgerUnion die Blockabfertigung im Bundesland Tirol. „Jedes Mal, wenn Tirol die Blockabfertigung durchzieht, staut es in Südtirol kilometerweise. Südtirol erstickt dann im Verkehr. Hier beweist die Tiroler Landesregierung Tellerranddenken – ebenso wie beim sektoralen Fahrverbot. Ein schmerzhafter Beweis, welch leere Worthülse die Europaregion Tirol für die Volkspartei auf beiden Seiten des Brenners ist. Hier muss die Vorgehensweise in Zukunft in der Europaregion Tirol abgesprochen werden, einfach den Verkehr uns Südtirolern überlassen, ist inakzeptabel“, so Zwerger weiter.

Abschließend fordert die BürgerUnion, den Umwegverkehr höher zu belasten, auch wenn dies durch das Prinzip des freien Warenverkehrs in der EU schwer umsetzbar werde. „Nichtsdestotrotz müssen wir Lkw, die beispielweise über Südtirol von Hamburg nach Griechenland fahren, aus unserem Land halten. Daher fordern wir eine höhere Maut für Lkw, die in Südtirol keine Ladetätigkeiten durchführen“, heißt es in der Aussendung weiter.

Abschließend formuliert die BürgerUnion ihre zentralen Forderungen zur Senkung des Durchzugsverkehrs auf Südtirols Straßen: „Erhöhung der Kapazitäten der Bahn und parallel dazu Senkung der Kosten für die Rollende Landstraße, Erhöhung der Maut für den Durchzugs- und Umwegverkehr sowie enge Absprache der Maßnahmen wie Blockabfertigungen und Fahrverbote innerhalb der Europaregion Tirol. Damit die Brennerautobahn wieder zum Puls unserer Wirtschaft wird, ohne den Pulsschlag der Bevölkerung in Gefahr zu bringen“, schließt Zwerger die Aussendung der BürgerUnion.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Transitverkehr: BürgerUnion stellt Drei-Punkte-Programm vor"


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Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
15 Tage 10 h

Und ein weiteres mal nur Blablabla!!!
Überall wird ein Wirtschaftsplus angestrebt und wenn es soweit ist glücklich und unter Fanfarengetöse verkündet.
Ja erhöht die Maut für Laster, in der Schweiz oder in Kärnten freut man sich schon auf noch mehr Laster.
Wirtschaftswachstum bringt leider nicht nur Positives.

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