Land finanziert Entwicklungshilfeprojekte im Libanon

Ursachen der Flucht bekämpfen

Dienstag, 20. Juni 2017 | 16:03 Uhr

Bozen – Das Land unterstützt Entwicklungshilfeprojekte in verschiedenen Teilen der Erde, um die Ursachen der Flucht zu bekämpfen, derzeit im Osten des Libanon.

Die libanesische Regierung nahm über einen langen Zeitraum Schutzsuchende auf, 2015 musste der Zustrom jedoch begrenzt werden. Der Libanon mit seinen 4,5 Millionen Einwohnern ersuchte das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen UNHCR, keine weiteren Flüchtlinge mehr zu registrieren, da bereits eine Million Migranten im Libanon lebten. Der Zustrom hörte aber nicht auf:, vermutet wird eine Dunkelziffer von weiteren 500.000 Flüchtlingen, insgesamt beläuft sich deren Zahl derzeit also auf 1,5 Millionen.

Der Libanon braucht daher Hilfe. In den Gemeinden El Ain mit rund 30.000 Bewohnern und in Al Qaa mit 12.000 Einwohnern hat der Gruppo di Volontariato Civile GVC, eine italienische Nicht-Regierungsorganisation mit Sitz auch in Südtirol, mit großer Erfahrung in Sozialarbeit in der Entwicklungszusammenarbeit Berufskurse eingerichtet, der Start erfolgte in diesem Winter. Partner sind jeweils die Gemeindeverwaltungen.

Die Berufsausbildungen sind für libanesische und syrische Jugendliche gedacht. 60 Jugendliche nehmen derzeit an den Ausbildungen als IT-Techniker, Friseure und Grafiker teil, 50 weitere Jugendliche sind in Programme eingebunden. Teil des Projektes ist der Übertritt in die Arbeitswelt: Die Gemeinden werden die ersten Auftraggeber der Absolventen. Sie vermitteln im Gegenzug danach auch Praktikumsplätze in der Wirtschaft.

Das Projekt wird vom Land Südtirol – Amt für Kabinettsangelegenheiten der Abteilung Präsidium und Außerbeziehungen – finanziert, das auf einer Analyse der Deutschen Entwicklungshilfe-Agentur GIZ aufbauen kann. Die Vernetzung unter den Europäischen Ländern bei der Hilfe an politischen und wirtschaftlichen Krisenherden ist Voraussetzung für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit.

Im vergangenen Jahr hat das Land Südirol 40 Prozent des Jahresbudgets für die Entwicklungshilfe für Projekte in Krisengebieten im Nahen Osten und in Ländern südlich der Sahara zur Verfügung gestellt.

Von: luk

Kommentare

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1 Kommentar auf "Ursachen der Flucht bekämpfen"


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krakatau
krakatau
Superredner
1 Monat 3 h
Es wäre gut, könnte man die Ursachen der Flucht ausschalten. Aber zum einen verdienen sich Schlepper und “Gutmenschen” eine goldene Nase und zum anderen wandert die “Entwicklungshilfe” (Jährlich 132 Milliarden Dollar) in die Taschen korrupter Politiker, die kaufen dann Waffen statt Brot. Den Politikern ist ganz egal ob das eigene Volk verhungert und krepiert (pardon – aber es gibt kein treffenderes Wort dazu). Für Hilfslieferungen verlangen die Banditen dann auch noch Einfuhrzölle und teilweise muss die Bevölkerung die Waren (die von uns gespendet werden) auch noch bezahlen. Vor man nicht imstande ist die Korruption auszuschalten ist es das gleiche wie… Weiterlesen »
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