Weiterer Rückruf von Danone

Weiterer Rückruf von Danone-Babynahrung in Österreich

Donnerstag, 05. Februar 2026 | 15:19 Uhr

Von: apa

In Abstimmung mit der Lebensmittelaufsichtsbehörde hat Danone bestimmte Produktionschargen von Aptamil und Milumil in Österreich zurückgerufen – vor dem Hintergrund der aktualisierten Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert. Aufgrund eines möglichen grenzüberschreitenden Handels der Babynahrung von Deutschland nach Österreich werden auch in Deutschland verkaufte Produktionschargen zurückgerufen. Insgesamt sind mehr als 90 Chargen betroffen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte am Montag Höchstwerte für ein Toxin festgelegt, das manchmal in Milchpulver vorkommt. Zuvor war es in mehreren Ländern zu Rückrufaktionen gekommen. Die Efsa erklärte, dass eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm Cereulid pro Liter in Säuglingsmilch oder von mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgemilch “zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen könnte”.

Die Wissenschafter der Efsa schlugen eine akute zulässige Tagesdosis (ARfD) von 0,014 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht für Cereulid bei Säuglingen vor. “Diese Empfehlung soll den Risikomanagern in der EU dabei helfen, zu entscheiden, wann Produkte vorsorglich aus Gründen der öffentlichen Gesundheit vom Markt genommen werden müssen”, erklärte die in Italien ansässige Behörde in einer Mitteilung. Angesichts der sich weiterentwickelnden behördlichen Leitlinien – einschließlich der jüngsten wissenschaftlichen Empfehlung der Efsa zu vorsorglichen Schwellenwerten für Cereulid in Säuglingsnahrungen – ruft Danone nun weitere Chargen an Babynahrung zurück.

Wiener Marktamt hat getestet

Der Rückruf war vom Wiener Marktamt veranlasst worden. In den letzten Tagen waren wieder positiv auf Bacillus Cereus-Toxin getestete Produkte gefunden worden, die eine umgehende behördliche Maßnahme erforderlich machten, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Hersteller wurden aufgefordert, einen vollständigen Nachweis der Unbedenklichkeit zu erbringen, bevor eine erneute Freigabe erfolgen kann.

Der Rückruf betrifft nicht nur Österreich: Auch in Deutschland, der Schweiz und Frankreich wurden Rückrufaktionen bezüglich verschiedener Kindernahrungsmittel eingeleitet. Das Marktamt empfiehlt Konsumentinnen und Konsumenten, die betroffenen Produkte keinesfalls weiter zu verwenden.

Das bakterielle Toxin Cereulid kann für Säuglinge besonders gefährlich sein. Es handelt sich um ein hitzestabiles Gift, das kurz nach der Aufnahme Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Die Symptome treten in der Regel zwischen 30 Minuten und sechs Stunden nach dem Verzehr auf. Die Gefahr liege vor allem darin, dass gängige Erhitzungsverfahren in der Lebensmittelproduktion das Toxin nicht zuverlässig zerstören.

Mehr als 90 Chargen betroffen

Betroffen sind mehr als 80 Chargen der Produkte Aptamil Pronutra Pre 800g, Apatamil Pronutra Pre 700g sowie Apatamil Pronutra Pre 400g sowie Aptamil Pronutra 1 800g, Aptamil Pronutra 2 800g sowie Aptamil Profutura duoAdvance Pre 800g und Aptamil Profutura DuoAdvance 1 800g sowie Aptamil Profutura DuoAdvance 2 800g.

Bei Milumil sind in Österreich acht Chargen des Produkts Milumil Pre 800g sowie drei des Produkts Milumil 1 800g vom Rückruf betroffen. Weitere Details online auf der AGES-Seite: https://go.apa.at/GTyLS0ul

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