Führungskräfteforum

Zukunftskompetenz für die Führungskräfte des Landes Südtirol

Donnerstag, 04. Juni 2026 | 15:33 Uhr

Von: mk

Bozen – Ein aktuelles und zugleich ansprechendes Thema sowie zwei hochkarätige Vortragende haben das Führungskräfteforum der Südtiroler Landesverwaltung geprägt. Unter dem Motto “Führung im Wandel: Zukunft als Handlungsfeld” ging die Veranstaltung des Amtes für Personalentwicklung am 28. Mai  im Innenhof des Palais Widmann über die Bühne.

“Die Zukunft wird in jedem Fall stattfinden. Deshalb gilt es, alles daranzusetzen, dass unsere Führungskräfte sie mit ihren Entscheidungen bestmöglich gestalten können”, begrüßte Generaldirektor Alexander Steiner die etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Welche Zukunftsethik möchte sich Südtirol geben?

Nach der Einführung durch Direktor Günter Sölva und Margit Laimer vom Amt für Personalentwicklung referierte der Südtiroler Soziologe und Politikwissenschaftler Roland Benedikter. Der Co-Leiter des Center for Advanced Studies bei Eurac Research, UNESCO-Lehrstuhlinhaber und Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, erläuterte, dass Zukunftsfragen in der aktuellen globalen Lage einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Benedikter zeigte auf, was unter “Zukunft” zu verstehen sei und welche Entwicklungen zu erwarten seien. Dabei verwies er auf sieben zentrale Handlungsfelder der Vereinten Nationen: Klimakrise, Konflikte, Auswirkungen digitaler Technologien, soziale Ungleichheiten, demografische Herausforderungen, Investitionen in die Gesundheitsversorgung sowie die Geschlechterkluft. Die Menschheit trete in eine Epoche ein, in der die Fähigkeit zur Erzeugung und Steuerung von Ressourcen entscheidend sei. Instrumente wie der “Future Index” – etwa jener des Millennium Project – könnten über den Erfolg von Organisationen und letztlich auch Regionen wie Südtirol mitentscheiden. Benedikter regte an, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Zukunftsethik sich Südtirol geben möchte.

“Futurback Leadership” auch für öffentliche Verwaltung zielführend

Manuela Celi, außerordentliche Professorin am Department of Design des Politecnico Mailand und Expertin für Metadesign sowie Designprozesse, insbesondere im Bereich “Design Futures and Anticipation”, führte aus, dass immer mehr Institutionen sogenannte “Futures Experts” beschäftigen und ihnen die Rolle von Antizipationsdesignerinnen und -designern übertragen würden. Angesichts einer Generation Z, die sich ihrer Zukunft beraubt sehe, einer künstlichen Intelligenz, die Unbekanntes hervorbringe, sowie einer kollektiven Schwierigkeit, alternative Zukunftsszenarien zu denken, könne auch für die öffentliche Verwaltung das Konzept der “Futureback Leadership” richtungsweisend sein. Es sei vorteilhaft von einer gewünschten Zukunft ausgehend rückwärts zu planen, um Entscheidungen und Handlungen in der Gegenwart gezielt auszurichten.

Bezirk: Bozen

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