Von: importer
Ein 14-jähriger Tiroler ist bereits am 20. Juli wegen des Verdachts des versuchten Beitrags zu terroristischen Straftaten (§ 278c StGB) festgenommen worden. Der Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft (StA), Hansjörg Mayr, bestätigte der APA am Freitag einen Bericht der “Kronen Zeitung”. Wie aus Ermittlerkreisen in Erfahrung zu bringen war, soll sich der mutmaßlich Rechtsextreme über einen Messenger-Dienst mit einem Gleichgesinnten über Anschlagspläne ausgetauscht haben.
Wie der APA bestätigt wurde, erfolgte die Festnahme wegen “Gefahr im Verzug” an der Adresse des erst seit kurzem strafmündigen Schülers. Sie wurde von Beamten der Sondereinheit Cobra vollzogen. Der Bub sei in geordneten Verhältnissen aufgewachsen. Es handle sich um ein “normales, nach außen hin unauffälliges Kind”, hieß es.
Bei einer mit der Festnahme verbundenen Hausdurchsuchung wurden einschlägiges, auf eine rechte Gesinnung hindeutendes Propaganda-Material, ein Kampfmesser, eine Air-Soft-Waffe und zwei taktische Helme sichergestellt, wobei einer mit einer GoPro-Kamera zum Livestreamen von Anschlägen ausgerüstet gewesen sein soll. Der junge Tiroler befindet sich seit 22. Juli in der Justizanstalt (JA) Innsbruck in Untersuchungshaft. Die U-Haft ist vorerst bis 5. August rechtswirksam. Als Haftgründe wurden vom Landesgericht Innsbruck Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr angenommen, sagte eine Gerichtssprecherin auf APA-Anfrage.
StA Innsbruck: “Kein islamistischer Hintergrund”
“Es gibt keinen islamistischen Hintergrund”, betonte der Sprecher der Innsbrucker Anklagebehörde gegenüber der APA. Ermittelt werde vorerst ausschließlich wegen §278c StGB. Diese Bestimmung stellt schwere terroristische Straftaten bis hin zu Mord unter Strafe, die geeignet sind, eine schwere oder längere Zeit anhaltende Störung des öffentlichen Lebens oder eine schwere Schädigung des Wirtschaftslebens herbeizuführen. Ob auch weitere Delikte zum Tragen kommen, “wird sich im Lauf der Ermittlungen zeigen”, erklärte Behördensprecher Mayr.
Der Jugendliche hätte sich in Chats mit anderen über Attentate ausgetauscht, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Daher habe man angenommen bzw. annehmen müssen, dass es zu terroristischen Taten kommen könnte, sagte Mayr. Nähere Angaben wollte Mayr unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen. Nur soviel: Es würden derzeit die Chats und weiteres Datenmaterial ausgewertet.
Laut “Krone” wurden auch eine Stichschutzweste mit Schwedenpatch, eine schwarze FFP2-Maske mit Totenschädel und Zeichen des Dritten Reichs beschlagnahmt. Den entscheidenden Hinweis auf den rechtsgerichteten Jugendlichen habe ein ausländischer Partnerdienst geliefert, der mit der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) gut zusammenarbeite. Der 14-Jährige habe sich über Telegram mit einem Terrorverdächtigen aus Schweden über Anschlagspläne ausgetauscht. Im angeblichen Visier: jüdische und muslimische Einrichtungen.




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