70 Jahre Südtiroler in der Welt: Verbunden über alle Grenzen hinweg

Samstag, 18. April 2026 | 15:49 Uhr

Von: luk

Bozen – Es sind Geschichten von Aufbruch und Heimweh, von Mut und neuen Wegen – und immer auch von der tiefen Verbindung zu Südtirol: Seit 70 Jahren begleitet die Organisation „Südtiroler in der Welt“ Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, ohne sie je ganz hinter sich zu lassen.

Seit der Gründung im Jahr 1956 spannt sich ein lebendiges Netzwerk über Ländergrenzen und Generationen. Was damals als Unterstützung für Ausgewanderte begann, ist heute eine starke Gemeinschaft geworden, die Identität bewahrt, Brücken baut und Zugehörigkeit schafft und sich Gedanken um die Zukunft macht. Angereist waren über 60 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsvereine vornehmlich aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der ehemalige Landesrat Erich Achmüller und selbst langjähriger Vorsitzender der „Südtiroler in der Welt“ ließ die Geschichte mit einer Präsentation aus vergangen Tagen Revue passieren. Seit der Gründung der Arbeitsstelle der ehemaligen Heimatfernen wurden hunderte Treffen in der neuen und alten Heimat organisiert, ebenso wie über 53 Grenzpendlertagungen, Italienischkurse, Kultur-, Rad und Wandrochen organisiert.

„Unsere größte Stärke sind unsere Mitglieder“, sagt der Vorsitzende Werner Atz. „Sie haben diese Gemeinschaft über Jahrzehnte hinweg getragen, geprägt und lebendig gehalten.“ Gerade in einer Zeit ständiger Veränderungen sei dieses Miteinander keine Selbstverständlichkeit, sondern ein wertvolles Gut.

Das Jubiläum sei aber nicht nur ein Moment des Rückblicks, sondern auch ein Aufruf, weiterzudenken. Der Festredner Wirtschaftswissenschaftler Gottfried Tappeiner bringt es auf den Punkt: „Die Zeit der reinen Dienstleistung ist vorbei. Südtirol hat ein aktives Interesse an seinen Landsleuten in der Welt.“ “Auf dieser wichtigen emotionalen Basis, wo Wärme Menschlichkeit und Empathie zu finden sind, wie es Tappeiner ausdrückte, können man gut aufbauen.”

Und weiter: “Denn die Südtirolerinnen und Südtiroler im Ausland sind weit mehr als eine Erinnerung an die Vergangenheit: Sie sind kritische Stimmen von außen, die helfen, den Blick zu weiten. Sie sind Botschafterinnen und Botschafter Südtirols in aller Welt. Und sie sind hochqualifizierte Menschen, deren Erfahrungen und Perspektiven auch für die Zukunft des Landes von unschätzbarem Wert sind. Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landeshauptmannstellvertreterin Rosemarie Pamer betonten beide, dass junge Südtiroler:innen heute ins Ausland gehen wollen und auch sollen. Es ist aber auch ein Wunsch der Politik, dass wieder zurückkommen, weil Südtirol ein attraktiver Lebensraum ist.”

Die Vision sei klar: “‘Südtiroler in der Welt’ soll – gemeinsam mit Partnern wie zum Beispiel Südstern – zu einem sozialen ‘Außenministerium’ werden, das die Anliegen der Menschen weltweit verbindet, stärkt und sichtbar macht.” Hermann Winkler als Vorsitzender beglückwünschte die Südtiroler in der Welt zum Jubiläum und brachte ihnen symbolisch das Bild von Flügeln und Wurzeln mit. In einer abschließenden Podiumsdiskussion gaben die ehemaligen Vorsitzenden Josef Platter, Luise Pörnbacher und Erich Achmüller einige Anekdoten der langen Geschickte des Verbands mit.

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