Von: mk
Bozen – Mit 3. August 2026 wird in Italien eine weitreichende Neuerung im Bereich der Identitätsdokumente schlagend: Die klassische Papier-Identitätskarte verliert ihre Gültigkeit (unabhängig vom ursprünglichen Fälligkeitsdatum), und es wird verpflichtend, eine elektronische Identitätskarte (Carta d’Identità Elettronica – CIE) zu besitzen. Daran erinnert die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS).
Die gesetzliche Grundlage für diese Umstellung bildet der EU-Verordnungsrahmen 2019/1157, der höhere Sicherheitsstandards für Personaldokumente innerhalb der Europäischen Union vorsieht. Der Hauptgrund dafür ist das Fehlen einer maschinenlesbaren Zone (MRZ) in den alten Papierausweisen, die für automatische Grenzkontrollen erforderlich ist. Die Verbraucherzentrale Südtirol erklärt die Abläufe und Neuigkeiten.
Wie erhält man die elektronische Identitätskarte?
Die CIE wird beim Einwohnermeldeamt der eigenen Gemeinde beantragt.
Erforderlich sind:
• ein aktuelles Passbild,
• die alte Identitätskarte (auch wenn sie bald ungültig wird),
• die Steuernummer (Codice Fiscale).
Nach der Terminvereinbarung übernimmt die Gemeindeverwaltung die Identitätsprüfung und übermittelt die Daten für die Herstellung des neuen Dokuments.
Elektronische Nutzung – Zugang zu digitalen Diensten
Die neue elektronische Identitätskarte ist nicht nur ein physischer Ausweis: Sie dient auch als digitale Identität, mit der Bürger:innen online auf zahlreiche öffentliche Dienste zugreifen können. Technisch ermöglicht sie sichere Authentifizierungen bei Behörden und Diensten auf nationaler und europäischer Ebene, und kann so anstelle eines SPID genutzt werden.
Über die offizielle CIEID-App oder entsprechende Funktionen („Entra con CIE“) kann die Karte als Schlüssel für digitale Dienste verwendet werden – ganz ähnlich wie beim SPID-System, jedoch direkt mit dem staatlichen Ausweis. Diese digitale Nutzung ist kostenfrei und ohne zusätzliche Provider möglich.
Die VZS gibt einen Kurzüberblick, wie der digitale Zugang funktioniert:
• Installieren Sie die CIEID-App auf Ihrem Smartphone.
• Registrieren Sie Ihre CIE mit den PIN/PUK-Codes, die Sie beim Ausweisverfahren erhalten.
• Authentifizieren Sie sich bei Diensten mit NFC-fähigem Gerät oder QR-Code-Verfahren.
• Dank dieser Lösung können Sie z. B. ohne SPID auf viele Dienste der Verwaltung zugreifen oder sich bei Portalen anmelden, die „Entra con CIE“ unterstützen.
Die CIE ist also nicht nur Identitäts- und Reisedokument, sondern auch ein sicherer Ausweis für den digitalen Alltag.
Organspende-Erklärung – freiwillige Entscheidung bei der CIE-Beantragung
Im Rahmen der Erneuerung der Identitätskarte ist es möglich, die Erklärung zur Organspende abzugeben. Dabei kann entweder die Zustimmung oder auch die Ablehnung einer Organspende hinterlegt werden. Aktuell haben rund 150.000 Südtirolerinnen und Südtiroler und damit gut 66 Prozent der Wohnbevölkerung, die eine Erklärung abgegeben haben, sich für eine Organspende entschieden.
„Sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen, heißt, bewusst Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für andere. Jede einzelne Entscheidung kann im Ernstfall Leben retten oder entscheidend verbessern. Organspende ist ein Akt der Solidarität, der über das eigene Leben hinauswirkt. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig zu informieren und eine klare Willenserklärung abzugeben“, so Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit Hubert Messner. „Wir brauchen jede einzelne Spende, denn sie kann für schwer erkrankte Menschen den Unterschied zwischen Hoffnung und Aussichtslosigkeit bedeuten.“
Tipp: Bürgerinnen und Bürger sollten frühzeitig einen Termin zur Ausstellung vereinbaren, da mit zunehmender Nachfrage Wartezeiten entstehen könnten.




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