Der Fall bleibt kompliziert

Affäre rund um China-Masken: Platzt das Gutachten?

Donnerstag, 06. Mai 2021 | 11:52 Uhr

Bozen – Das Gutachten zu den China-Masken könnte platzen. Nachdem das Coronavirus die ganze Welt in eine Krise gestützt hatte, hat der Sanitätsbetrieb bekanntlich im März des vergangenen Jahres die Masken aus China erworben. Anshließend ist es wegen der Frage zu deren Tauglichkeit zu einem Verfahren gekommen. Ermittelt wird gegen den Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Forian Zerzer, und gegen Oberalp-Geschäftsführer Christoph Engl wegen mutmaßlicher Verletzung der Regelungen bei der Einfuhr von medizinischem Material.

Wie die Tageszeitung Alto Adige schreibt, hatte Richterin Carla Scheidle den Amtssachverständigen Giovanni Stella mit einem Gutachten im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens beauftragt. Dieser hat nun in den vergangenen Tagen auf Schwierigkeiten hingewiesen, die sich möglicherweise nicht überwinden lassen.

Bereits bei vergangenen Anhörungen hatten die Anwälte Paolo und Federico Fava, die die Verteidigung übernommen haben, darauf hingewiesen, dass bei der Erstellung der ersten Gutachten ihre eigenen Berater nicht anwesend gewesen seien. Dies stelle eine Verletzung der Rechte ihrer Mandanten dar.

Die Richterin hat deshalb eine Wiederholung der Gutachten von qualifizierten Prüfinstituten angeordnet. Doch nun stellt sich heraus, dass sich geeignete Institute nur schwer finden lassen. Von fünf, die weltweit tätig sind, haben nur drei auf die Anfrage aus Bozen geantwortet.

Neben dem deutschen Prüfgesellschaft Dekra meldeten sich nur das französische Unternehmen Apave und Intertek aus Shanghai. Dekra erklärte sich bereit, Proben einer Analyse zu unterziehen, wies allerdings darauf hin, dass es sich bei ihrer angewandten Methode um eine deutsche handelt, die sich vom europäischen Standard unterscheidet.

Alle drei Anbieter haben bei ihrer Analyse bestimmte Einschränkungen definiert, die mit den Rechten der Verteidigung laut italienischer Rechtsordnung nicht im Einklang stehen. Die Situation bleibt deshalb kompliziert. Anwalt Federico Fava sieht darin den indirekten Beweis dafür, dass der Sanitätsbetrieb damals in gutem Glauben inmitten des allgemeinen Notzustandes gehandelt hat.

In der Zwischenzeit hat die Oberalp dem Sanitätsbetrieb eine Abmahnung zugestellt, um jene 29 Millionen Euro zurückzuerhalten, die die Firma dem Sanitätsbetrieb für den Erwerb der Masken damals vorgestreckt hatte.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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27 Kommentare auf "Affäre rund um China-Masken: Platzt das Gutachten?"


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marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Angeblich gibt es für manche immer einen Schleichweg. Oder glaubt jemand wirklich dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Tatsache ist was mit Steuergeldern politisch so alles passiert.

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

…bis jetzt hams der Oberalp nichts oder wenig bezahlt…schändlich wie sich die öffentliche Hand hier einem privaten Unternehmer gegenüber verhält, der wunschgemaääs Geld vorgestreckt hat und nun ganz kalt abserviert wird…
😆

Tantemitzi
Tantemitzi
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Doolin … so seh ich das auch! die Hilfsbereitschaft eines Unternehmers wird mit Füßen getreten; dabei wissen ALLE, dass es zum Zeitpunkt des Ankaufs KEINE Alternativen gab – ohne die Hilfe dieses Unternehmers hätte man gänzlich OHNE Schutzbekeidung arbeiten müssen! Die Opposition die das ganze ins Rollen gebracht hat sollte sich in Grund und Boden schämen!

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 8 Tage

Wenn kein Urteil, wird die Sanität wohl für die Masken bezahlen müssen.
Hatten wohl gehofft ohne bezahlen aus der Affäre zu kommen ?

zeit
zeit
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

schnell zohln,weil es wird jedn tog tuirer.
geston worns no 28 millionen.
heint schun 29 millionen.

Chrys
Chrys
Superredner
1 Monat 9 Tage

Man soll sich nicht über das Land ärgern sondern über jene Institutionen die die Masken als unbrauchbar eingestuft hatten. Das ging schon beim Roten Kreuz in Österreich los. Ebenso bei uns wurden die Masken dann als unbrauchbar, oder nur mehr bedingt unbrauchbar eingestuft. Von diesem Moment an entsprachen sie nicht mehr dem bestellten Produkt denn niemand hat unbrauchbares Material bestellt und niemand kann dies bezahlen. Ärgerlich ist immer nur, dass jedes Amt eben alles bewerten kann und darf und damit Folgen provoziert die den Betrieb in Konkurs bringen kann, bzw. dem Land eine Bezahlung unmöglich macht.

natan
natan
Superredner
1 Monat 9 Tage

@Chrys sog des amol zen Chef va Oberalp, nach der Bitte des Sanitätsbetiebes 29 Mil vorgestreckt hat und jetzt drum kämpfen muss.
Do konn sich s Lond schamen

Chrys
Chrys
Superredner
1 Monat 9 Tage

29 Millionen, entspricht zirka 1000 PKW’s, einfach so vorstrecken, auf eine Bitte hin, ist wohl sehr gutgläubig. Auch mir tut er Unternehmer leid, bin ich doch selbst ein kleiner Unternehmer. Hätte das INAIL nicht die Benutzung dieser Schutzausrüstung verboten, hätte sie der österreichische Staat nicht fuer ungeeignet klassifiziert und zurückgeschickt, dann wäre auch alles gut gegangen. Ich glaube kaum, dass die LR ungeeignete Ausrüstung bestellt hat und bezahlen kann. Das Problem ist da INAIL. Man kommt da nur mehr durch ein Gerichtsurteil raus, das die Schuld des Landes anerkennt.

rapunzel191
rapunzel191
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Gebt dem Oberrauch das Geld was ihr ihm schuldig seit ist doch eine Sauerei was das Land da abzieht

Gscheida
Gscheida
Superredner
1 Monat 9 Tage

Wenn die Firma Oberalp des Geld vorgestreckt hot, nuar isch des meiner Meinung noch gefälligst a zu zohlen! 
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb isch echt olle Tog leimer in die schlechten Schlogzeilen vertreten!

hundeseele
hundeseele
Superredner
1 Monat 9 Tage

Schweinerei,so oder so-Zerzer,wiedermal,lässt grüssen.Ich würde alle Parteien in einen Raum sperren,der Sieger hat Recht! ….dann müssten nicht immer wir Bürger draufzahlen,denn auch die Anwälte zahlen wir,letztlich.Schweinerei,nix anderes.

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Bei dieser Affäre gilt wohl das Gesetz der Narrenfreiheit.

Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Wenn jetzt eine (gutachterliche) Überprüfung schwierig ist, wie war eine Solche dann nach Eintreffen der Masken möglich ? Und wie sollten Sanität und Oberalp eine Solche vornehmen ? Ok, vorher Muster zum Testen zuschicken lassen. Kann man heute leicht sagen, aber damals gingen die Bestände zur Neige, (fast) die ganze Welt brauchte Masken, es war also auch eine gewisse Eile geboten. Setzt euch gefälligst an einen Tisch und schafft die Sache, vielleicht mit je einem !! blauen Auge für jede Partei, aus der Welt.

Chrys
Chrys
Superredner
1 Monat 8 Tage

Das Material würde ja nicht benutzt und liegt wahrscheinlich noch im Magazin herum weil es anscheinend nicht brauchbar war. Wenn heute bezahlt würde werden, dann wurde die Kritiker schreiben, dass das Land das Geld hinausgeworfen hätte und womöglich sich persönlich bereichert hätte. Es käme der Rechnungshof und die Staatsanwaltschaft. Wenn es nicht bezahlt, dann riskiert man, einen der bekanntesten Unternehmer in den Ruin getrieben zu haben.
Die einzige Lösung ist das Gerichtsurteil.

Offline
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Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@Chrys…ein Vergleich mit zwei 🔵👁👁

Missx
Missx
Kinig
1 Monat 8 Tage

@Chrys
Danke für die Erklärung wie es wirklich ist.

primetime
primetime
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@Chrys hies es letztes Jahr nicht dass es teilweise benutzt wurde bis das negative Gutachten vom INAIL kam?

Chrys
Chrys
Superredner
1 Monat 9 Tage

Die Schuld liegt nicht beim Land und auch nicht bei der Sanitätseinheit.

China-Schutzausrüstung aus dem Verkehr gezogen – Gesundheit – TGR Tagesschau (rainews.it)

Das INAIL hatte ja damals die Nutzung untersagt. 

 

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

In Italien werden Schutzausrüstungen von Zivilschutz angekauft und bereitgestellt. Was da dem Sanitätsbetrieb eingefallen ist, jenseits von Ausschreibungen, Zertifikaten und seriösen Lieferanten unser Steuergeld zu verbraten, dann noch das negative Prüfgutachten zu ” archivieren”, das negative Inailgutachten zu ignorieren und das Material dann fahrlässig dem Personal auszuteilen?
Da müssten schon lange Köpfe rollen ..

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 8 Tage

Leider hat Südtirol viel zu wenig Schutzkleidung vom Zivilschutz bekommen. Hätten komplett ohne arbeiten müssen.

Erwin
Erwin
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Jo kaft dei nit der Zivielschutz?

Lana2791
Lana2791
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Der Hommer…..do wern sich wieder die richtige bereichern! Schun lächerlich , wenn a Private Firma in Lond epes vourstreckn muaß…🤔

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
1 Monat 9 Tage

Er hats nur gut gemeint…man kann aber auch sagen dass ein Privater nicht so ein Risiko eingehen sollte. Die oeffentliche Hand soll ausschließlich so ein Geld setzen.

Fuzzi
Fuzzi
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Nein, nein das platzt nicht, man ist nur noch beim “aushandeln”, wie man das am intellegetesten an die Öffentlichkeit bringt…..das Geld wird schon rausgerückt…….das ist wie bei einem Banküberfall, wenn die Gauner, die Gauner überfallen……🤑🤣

Buecherwurm
Buecherwurm
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage
Es bleibt schwierig ! In der Schweiz hat eine FH Masken aus dem Schweizer Markt im letzten Jahr getestet. Mit dem Exemplaren des Testsiegers habe ich mich eingedeckt. Ob die nun die offiziellen Vorgaben erfüllen, weiss ich nicht, wenn der Test nicht manipuliert war, war es das Beste, was auf dem Markt zu haben war. (immerhin 3 Stück für knapp 20,- CHF, auffallend, die werden ungefalet verkauft !) Ansonsten empfehle ich Vitamin D zu schlucken und wenn man sich in Gefahr begibt, sich selber vorher ein Nasenspray aus Rotalgen (Gelatine) zu verpassen, was den medizinischen Mitarbeitern empfohlen wird. Mit allem… Weiterlesen »
Staenkerer
1 Monat 8 Tage

es isch schlicht a frechheit vom lond de nit zu zohln, egal wieviel no teure gutachten gemocht werden!
engel ihot se fürs Land bestellt und bezahlt und jetzt betrügt man ihn !
EINFACH NUR ZUM SCHÄMEN!

primetime
primetime
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Wenn ich in “gutem Glauben” im Betrieb Mist baue muss ich auch die Konsequenzen ziehen. Hier anscheinend nicht

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