Der Wal liegt weiter vor der Ostseeinsel Poel

An deutscher Ostseeküste gestrandeter Buckelwal atmet weiter

Montag, 06. April 2026 | 14:05 Uhr

Von: APA/dpa/AFP

Der Zustand des vor der Insel Poel bei Wismar im ostdeutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gestrandeten Buckelwals war am Ostermontag weiter unverändert. Wie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, atmet der Wal noch immer regelmäßig alle zwei bis vier Minuten. Die Polizei sei in der Nacht vor Ort gewesen, um den Wal zu beobachten. Überlegungen zu einem Bergeversuch wurden am Montag verworfen.

Am Sonntag hatte es zunächst geheißen, es werde ein erneuter Rettungsversuch mit Hilfe eines Katamarans in Erwägung gezogen. Der Katamaran sei in Dänemark verfügbar und könne den zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Die Idee: “Es werden 80 Zentimeter bis 1 Meter breite Gurte unter dem Wal durchgespült, ganz vorsichtig, um dem Wal nicht zu schaden”, so Backhaus zunächst. Anschließend soll das Tier dann ganz vorsichtig hochgehoben und auf ein Netz gelegt werden, “um ihn dann lebend zu transportieren”.

Backhaus: Rettungsversuch würde Tier schweren Qualen aussetzen

Am Montag wurde dann klar, dass dies wohl nicht möglich ist. Einen Bergungsversuch mit schweren Geräten würde der Meeressäuger wohl nicht überleben. “Derzeit gibt es keinen Wissenschafter oder Veterinär, der uns zu solch einem Vorgehen rät, da das Tier beim Versuch, es lebend zu retten, schweren Qualen ausgesetzt würde”, erklärte Backhaus. Er sicherte zu, den Wal nicht aufzugeben – “bis zum letzten Atemzug”. “Wir haben nichts unversucht gelassen, um dem Tier zu helfen und Untersuchungen um und am Wal durchgeführt.” Für Dienstag erwarte er eine “aktuelle Expertise nach der Begutachtung aus biologischer und veterinärmedizinischer Sicht”, ergänzte Backhaus.

Nun soll die Wasserqualität daraufhin geprüft werden, “ob von dem sterbenden Tier Gefahren für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit ausgeht”. Am Vortag seien bereits Wasserproben entnommen worden, um den Salzgehalt des Wassers zu messen. “Ich werde mir am Nachmittag erneut vor Ort ein Bild der Lage machen”, fuhr Backhaus fort.

Geringer Salzgehalt der Ostsee setzt Wal zu

Am Ostersonntag hatte er bekanntgegeben, dass der geringe Salzgehalt der Ostsee dem zwölf Meter langen Tier erheblich zusetze. Der Wal sei noch einmal genau vermessen worden, sagte Backhaus “Er ist 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.” Aufgrund seines Gewichts von etwa zwölf Tonnen sei er bereits 50 bis 60 Zentimeter in den Ostseeboden eingesunken.

Der Buckelwal irrte nach Behördenangaben rund vier Wochen lang durch die Ostsee. Insbesondere wegen des geringeren Salzgehalts im Wasser der Ostsee kann der Meeressäuger dort nicht überleben. Vor zwei Wochen strandete das Tier zunächst vor der schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank. Nachdem es dort mit Baggern wieder befreit wurde, saß es seit Samstag vor Mecklenburg-Vorpommern in der Wismarer Bucht fest. Bereits am Donnerstag hatten die Behörden erklärt, es gebe keine Hoffnung mehr für den Wal, er werde voraussichtlich vor der Insel Poel sterben.

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