Kaum Schnee im Winter - zu warm im Sommer

Annus horribilis für Gletscher in Südtirol

Mittwoch, 07. Dezember 2022 | 14:36 Uhr

Bozen/Rom – Als “Annus horribilis” bezeichnen die italienische Umweltorganisation Legambiente und das italienische Glaziologen-Komitee das Jahr 2022 für die Gletscher in den italienischen Alpen und Südtirol. Im Winter gab es kaum Schnee und der Sommer war viel zu heiß.

Der finale Report des Jahres 2022 lässt demnach auch keinen anderen Schluss zu, so die Nachrichtenagentur Ansa. Darin werden mehrere Gletscher in den italienischen Alpen aufgezählt, die vor allem in diesem Jahr viel an Fläche und Volumen verloren haben. Die Gletscher Planpincieux und Grandes Jorasses im Val Ferret im Aostatal stehen sogar unter besonderer Beobachtung, weil das Risiko von Eisabbrüchen besteht, die im Tal gelegene Infrastruktur treffen könnten.

Der Lupo-Gletscher ist ebenfalls ein Sorgenkind der Gletscherforscher und Umweltaktivisten: Allein 2022 hat er 60 Prozent seiner Masse bezogen auf die Verluste der letzten zwölf Jahre eingebüßt. Der Ventina-Gletscher am Monte Disgrazia hat in diesem Jahr 200 Meter an Gletscherzunge verloren.

Besonders deutlich wurde die dramatische Lage der Alpengletscher im Sommer 2022 an der Marmolata, als ein Gletscherbruch mehrere Bergsteiger in den Tod riss. Der Report von Legambiente und den italienischen Glaziologen kommt zum Ergebnis, dass innerhalb von 15 Jahren auf der Marmolata kein Gletschereis mehr zu finden sein wird. Das scheint wohl ein unausweichliches Szenario zu sein, wenn man bedenkt, dass der Marmolata-Gletscher allein im vergangenen Jahrhundert 70 Prozent seiner Fläche und 90 Prozent seiner Masse verloren hat.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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10 Kommentare auf "Annus horribilis für Gletscher in Südtirol"


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ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 22 Tage

In einem anderen Zeitalter wird sicher wieder eine Eiszeit kommen…!

Goennenihrwichtigtuer
1 Monat 22 Tage

Sel sowieso… Lei ohne ins… 😂🤦‍♂️

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 22 Tage

Wir leben in einer “kleinen Eiszeit”!
Nach uns die Sintflut?

Rosenrot
Rosenrot
Superredner
1 Monat 22 Tage

Dann frage ich mich, wo in Zukunft das Wasser herkommen soll…Gletscherschwund, weniger Niederschläge…mannomann, da rollen gewaltige Probleme auf uns zu. 

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
1 Monat 22 Tage

Richtig erkannt!
Nur haben das die wenigsten hier begriffen.

Staenkerer
1 Monat 22 Tage

und i frog mi ob de fochleit und glazologn moanen das de eisflächn durch gebetsmühlenartigen vorbetn das de gletscher verschwindn wern, wieder nochwochsn?
i glab sell nit, deswegn wars woll besser wenn de studiertn sich gedankn über umstrukturierung zur unpassung mochatn!

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 22 Tage

@Rosenwirt
Das Wasser bekommen wir dann von Wellens Hotels, die haben immer genug Wasser in ihren Whirlpool und Schwimmbäder.

World
World
Tratscher
1 Monat 21 Tage

Die Fachleute können nur warnen.
Die Regierung müsste handeln, tut sie aber nicht, oder zu halbherzig. Wenn dann Leute protestieren (letzte Generation oder Greta von Thunberg z.B) spotten und kritisieren die meisten ja nur.

Oswi
Oswi
Grünschnabel
1 Monat 21 Tage

Ich glaube, das jeder einzelne selbst dazu beitragen kann/ muss. Es kann nicht sein, das man immer wieder Schuldige sucht/findet um sein eigenes Nichtstun zu rechtfertigen!!!!das Problem ist, dem Menschen fehlt der Wille. Wir müssen immer das Beste, Größte, Schönste haben. Blöder gehts nicht!

Hausverstand bitte
Hausverstand bitte
Grünschnabel
1 Monat 22 Tage

Der Mensch zerstört alles !Gierig und nie genug !Überall wird alles zubetoniert ,kaum eine Wiese bleibt verschont !Immer schneller und größer und weiter !Kein Gesetz stoppt es,alles wird umgangen durch Sondergenehmigungen !Alles ein Teufelskreis…..

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