Die vier rückgekehrten Astronauten bei einer Pressekonferenz

Artemis-2-Astronauten nach Rückkehr auf Erde gefeiert

Sonntag, 12. April 2026 | 12:12 Uhr

Von: APA/dpa

Die vier Astronauten, die als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes waren, sind nach ihrer Rückkehr von ihren Familien, Freunden und Kollegen gefeiert worden. “Danke, dass ihr uns den Mond wieder gezeigt habt”, sagte NASA-Chef Jared Isaacman bei einer Willkommensveranstaltung im texanischen Houston an die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie den kanadischen Astronauten Jeremy Hansen gerichtet.

“Danke, dass ihr uns den Planeten Erde wieder gezeigt habt”, so Isaacman weiter. Die Crew der “Artemis 2”-Mission war um den Mond herum geflogen und hatte sich weiter von der Erde entfernt als jemals Menschen zuvor. Nach rund zehn Tagen im All trafen die Astronauten in der Nacht auf Samstag (MESZ) planmäßig im Pazifik nahe San Diego auf. Die Crew wurde per Helikopter zu einem Schiff gebracht, medizinisch untersucht und später weiter nach Houston geflogen.

200.000 Meilen von zu Hause entfernt

“Ich habe noch nicht verarbeitet, was wir gerade gemacht haben, und habe Angst, überhaupt anzufangen, es zu versuchen”, sagte Glover auf der Feier. “Es war nicht einfach, mehr als 200.000 Meilen von zu Hause entfernt zu sein”, sagte Wiseman. “Vor dem Start fühlt es sich an wie der größte Traum der Erde, aber wenn man da draußen ist, will man einfach nur wieder zurück zu Familie und Freunden. Es ist eine besondere Sache, ein Mensch zu sein, und es ist eine besondere Sache, auf dem Planeten Erde zu sein.” Koch sagte, die Erde habe sich von weitem angefühlt wie ein “Rettungsboot”.

Die Landung war ein kompliziertes Manöver, bei dem die “Orion”-Kapsel zeitweilig eine Geschwindigkeit von bis zu 38.400 Kilometern pro Stunde erreichte, was die Astronauten extremen körperlichen Belastungen aussetzte. Mit einem speziellen Schild wurden sie vor der extremen Hitze geschützt, der die Kapsel beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ausgesetzt ist. Für rund sechs Minuten fiel dabei planmäßig die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum aus. Mit Hilfe von Fallschirmen kam die Kapsel anschließend abgebremst im Pazifik auf.

“Neue Ära”

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst (49) sieht mit der Mondmission eine neue Ära in der Raumfahrtforschung angebrochen. Das sei die zweite Welle der Exploration des Mondes, um den Weltraum zu erkunden, sagte er am Samstag im Deutschlandfunk. “Da geht es nicht mehr darum, Flaggen aufzustellen wie in der ersten Welle.” Nun gehe es darum, permanent präsent zu sein auf der Mondoberfläche als Wissenschafter und Wissenschafterin. “Das wichtigste Ergebnis hierbei ist, dass das Raumschiff funktioniert.”

Die europäische Raumfahrtbehörde ESA hatte das sogenannte European Service Module (ESM) geliefert. Es versorgte die Astronauten unter anderem mit Sauerstoff, Wasser und Strom und stellte zudem den Antrieb für die “Orion”-Kapsel, in der sie zum Mond flogen. Die ESA ist auch weiterhin dabei. “Die Module für die Missionen ‘Artemis’ 3 und 4 sind schon geliefert”, sagte Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für astronautische und robotergestützte Raumfahrt.

An dem Modul seien 13 europäische Länder beteiligt gewesen. Auch Österreich steuerte Technik für die Mission bei. “Artemis 2” soll nun ein großer Schritt in Richtung eines neuen Mondprogramms sein – mit dem Ziel von bemannten Landungen und dann einer permanenten menschlichen Präsenz auf dem Erdtrabanten. Schon bald solle die Crew für die nächste geplante Mondmission “Artemis 3” bekanntgegeben werden, hieß es von der NASA. Eine Mondlandung ist erst 2028 für die Mission “Artemis 4” geplant. Der Weg zum Mond sei offen, sagte NASA-Manager Amit Kshatriya. “Aber es liegt mehr Arbeit vor uns als hinter uns.”

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen