Schlamm- und Geröllmassen gingen in Sölden nieder

Aufräumarbeiten nach Murenabgängen im Tiroler Sölden

Donnerstag, 30. Juli 2026 | 18:03 Uhr

Von: importer

Nach den Murenabgängen infolge kurzer, schwerer Unwetter im Tiroler Tourismusort Sölden im hinteren Ötztal Mittwochabend sind die Aufräumarbeiten am Donnerstag in vollem Gange gewesen. Besonders betroffen war der Ortsteil Vent. Bei den Rofenhöfen war eine große Mure abgegangen, rund 30 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden. Indes rückte ein Klärwerk nördlich der Gemeinde in den Fokus: Schlamm, Geröll und Steine rutschten auf dieses ab. Verletzt wurde niemand.

Die Feuerwehren standen jedenfalls seit Mittwochabend im Dauereinsatz. Der Bürgermeister von Sölden, Ernst Schöpf, sprach hinsichtlich des Klärwerks von einem “Desaster”. Unglaublich viel Geschiebe donnerte vom Berg ins Tal, der Wütenbach trat über die Ufer, eine Brücke, die zu der Kläranlage führt, wurde weggebrochen. Man kämpfe sich nun bis zum Werk vor, zwei Bagger und Helfer standen im Einsatz. Dann sollte man auch die Schäden im Inneren des Klärwerks beurteilen können.

Die im Ortsteil Vent gegen 20.45 Uhr abgegangene Mure verlegte bzw. unterspülte auch einen Parkplatz sowie die Straße nach Vent. Sie ging nur knapp an Wohnhäusern vorbei bzw. streifte sie teilweise. Größere Schäden an Gebäuden wurden dort nicht gemeldet. Der Strom fiel kurzzeitig aus. Mehrere Autos dürften laut Schöpf beschädigt worden sein. Die 30 in Sicherheit gebrachten Personen waren vorerst in einem Hotel untergekommen. Abseits der Rofenhöfe seien in der Gemeinde auch zwei Personalhäuser kurzzeitig evakuiert worden. Die betroffenen Personen konnten aber rasch in ihre Unterkünfte zurückkehren.

Schöpf: “That’s Life in den Bergen”, Muren “einfach Teil des Lebens im Hochgebirge”

Auch im Bereich “Gehörde” etwas talauswärts vom Zentrum richteten die großen Regenmengen Schäden an. Rund acht Häuser waren betroffen, das Wasser sei dort teilweise 60 Zentimeter hoch gestanden. Vereinzelt wurden Tiefgaragen und Keller überflutet. Zu flächendeckenden Überschwemmungen kam es jedoch nicht, das Ortszentrum von Sölden blieb gänzlich verschont. Auch die Ötztaler Ache sei durch die Murenabgänge nicht verlegt worden, betonte Ortschef Schöpf. “Sie ist einfach nur ziemlich voll”, hatte der Bürgermeister die Lage um Mitternacht gegenüber der APA zusammengefasst. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gewitter bereits weitergezogen. Der Bürgermeister sprach von einer “sternenklaren Nacht”, die zu dem Zeitpunkt wieder vorherrschte. Rund zwei Stunden zuvor waren in der Gemeinde noch der sogenannte behördliche AT-Alert sowie Zivilschutzalarm ausgelöst worden.

“Sozusagen am nördlichsten Punkt des Siedlungsgebiets der Gemeinde Sölden und am südlichsten, bei den Rofenhöfen, hat sich die Musik abgespielt – dazwischen war praktisch nichts. Gar nichts”, bilanzierte Schöpf am Tag danach gegenüber der Tirol-Ausgabe der “Kronen Zeitung”. Das Unwetter habe sich damit auf einen recht kleinen Bereich konzentriert. Gott sei Dank habe es keine Verletzten gegeben. Nun müsse man “halt wieder arbeiten, in die Hände spucken. That’s Life in den Tiroler Bergen.” Solche Muren seien “einfach Teil des Lebens im Hochgebirge”, erklärte der Bürgermeister nüchtern und gelassen gegenüber dem ORF Tirol.

Muren verlegten Pitztalstraße

Auch anderswo kam es Mittwochabend in Tirol zu einem heftigen Unwetter mit Folgen. Zwei Muren gingen im Ortsteil Plangeroß der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal auf die Pitztalstraße (L16) nieder. Die Muren hatten die Straße vor und hinter dem Ortsteil – außerhalb des Wohngebiets – auf einer Länge von jeweils rund 100 Metern verlegt, berichtete das Land. Die Aufräumarbeiten starteten unmittelbar darauf, die ganze Nacht wurde durchgearbeitet. “Insgesamt haben wir zwei Bagger und zwei Radlader im Einsatz”, informierte Hartmut Neurauter von der zuständigen Straßenmeisterei Zams. Gegen Mittag hieß es dann seitens des Landes, dass die Straße ab 13.00 Uhr wieder in beide Fahrtrichtungen für den Verkehr freigegeben werden könne.

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