Von: mk
Bozen – Das Schicksal von Buckelwal Timmy bewegt viele und zeigt vor allem eines: Menschen sind grundsätzlich gut, treffen aber nicht immer die richtigen Entscheidungen.
Warum das Interesse so aufgeflammt ist, bleibt ein Rätsel. Einerseits lassen sich Algorithmen in sozialen Medien nicht leicht durchschauen, andererseits ging das Engagement vieler Bürger weit über ein Like auf Instagram, X und Co hinaus. Eine Frau tauchte sogar in die Fluten, um Timmy nahe zu sein, während Privatpersonen viel eigenes Geld in die Hand nahmen, um die Rettung zu finanzieren.
Die Medien befeuerten die Begeisterung, kommentierten das Geschehen aber auch mit Verwunderung. Immerhin war sich ein Großteil der Forscher einig: Der Buckelwal ist eigentlich zu geschwächt, um gerettet zu werden, und hat kaum Überlebenschancen.
Doch die Euphorie ließ sich nicht bremsen. Auffällig ist die wissenschaftsfeindliche Haltung, die durchsickerte: Anhänger von Verschwörungstheorien, Rocker, Rechtsextreme und Esoteriker, die auch die Corona-Maßnahmen ablehnten, schwimmen nun begeistert auf der Timmy-Welle mit.
Fast so wie magisches Denken bei Kindern scheint der Glaube vorzuherrschen: Die Welt liegt zwar in Scherben, aber wenn es uns nur gelingt, diesen Wal zu retten, dann wird letztendlich doch noch alles in die richtigen Bahnen gelenkt.
Schön, dass die Hoffnung lebt. Ob das der Welt, dem Klima, dem Frieden und vor allem Timmy hilft, bleibt allerdings fraglich.




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