Der 31-Jährige hat den Mord an seinen Eltern gestanden

Benno Neumair: Laut Kassation besteht Fluchtgefahr

Freitag, 29. Oktober 2021 | 08:14 Uhr

Bozen/Rom – Für die Richter des Kassationsgericht in Rom steht fest: Im Fall Benno Neumair besteht Fluchtgefahr. Nun wurde die Begründung für dieses Urteil vorgelegt, berichtet Alto Adige online.

Am 20. Mai hatte das Kassationsgericht den Rekurs der Anwälte gegen Benno Neumairs Überstellung in den Arrest im Bozner Gefängnis zurückgewiesen. Der Untersuchungsrichter am Bozner Landesgericht hatte den Beschluss dafür bereits am 30. Jänner erlassen.

Der 31-jährige Bozner hat bekanntlich den Mord an seinen Eltern Peter Neumair und Laura Perselli am vergangenen 4. Jänner gestanden. Nach Ansicht des Kassationsgerichts hat Benno Neumair nach wie vor Bekanntschaften in mehreren Ländern, wo er sich für längere Zeit aufgehalten hat. Demnach könnte er etwa in Spanien untertauchen, wo er ein Auslandssemester verbracht hat. Aber auch Österreich und Deutschland kämen infrage. Dort lebt eine etwa Ex-Freundin, die er versucht hat, am 15. Jänner zu kontaktieren.

Derzeit befindet sich Benno Neumair noch immer hinter Gittern. Am 19. November wird im Rahmen der Vorverhandlung offiziell entschieden, ob Anklage erhoben wird. Der 31-Jährige riskiert eine lebenslange Haftstrafe. Während er seinen Vater bei einem Streit, der eskaliert ist, mit einem Seil erwürgt hat, soll er seine Mutter aus dem Hinterhalt mit derselben „Waffe“ getötet haben. Besonders im zweiten Fall ist es fraglich, ob die Tat im Affekt geschehen ist.

Die Rechtsanwälte des 31-Jährigen hatten die Fluchtgefahr bestritten und auch die Corona-Krise ins Feld geführt. Gerade in Zeiten der Pandemie sei es schwierig, von einem Land in ein anderes zu gelangen. Dem jungen Mann würde außerdem das Geld zum Reisen fehlen und er habe die Stadt nicht verlassen, nachdem das Appartement der Eltern beschlagnahmt worden ist, so die Anwälte. Die Richter der Kassation ließen diese Argumente allerdings nicht gelten.

Vielmehr pflichteten sie den Überlegungen des Untersuchungsrichters bei: Neben der „natürlichen“ Angst vor einer Festnahme sei der 31-Jährige auch in einen emotionalen Stress geraten, in dem ihm die Flucht möglicherweise als einziger Ausweg erschienen ist.

In der Begründung werden auch die Versuche von Benno Neumair aufgezählt, Spuren zu verwischen und die Ermittler in die Irre zu führen. Dass er etwa Schuhe seines Vaters am Fluss platziert hat, um einen möglichen Suizid zu suggerieren, beweise den Richtern zufolge, dass der 31-Jährige in der Lage sei, bereits im Vorfeld zu planen und präzise Vorkehrungen zu treffen.

Einen weiteren Faktor, der die Fluchtgefahr verstärkt, sehen die Richter im labilen mentalen Zustand des 31-Jährigen, der bereits in Deutschland unter psychiatrischer Zwangsbehandlung stand, nachdem er seine damalige Freundin in Ulm mit einem Messer bedroht hatte.

Die Ärzte aus Ulm sollen den Eltern nach der Entlassung von Benno Neumair geraten haben, sich vor der Schlafenszeit in ihrem Zimmer eizuschließen. der 31-Jährige soll auch seine Schwester Madé vermutlich in einer Phase des Schlafwandelns in der Nacht gewürgt haben.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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12 Kommentare auf "Benno Neumair: Laut Kassation besteht Fluchtgefahr"


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PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Ich verstehe bald gar nichts mehr. Da tötet ein junger Mann Mutter und Vater, gesteht die Tat, und nun heisst es, er riskiere eine lebenslange Haft. Ja was sonst? Bei aller Menschlichkeit, doch was soll er anderes erhalten?

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Leider sind Gesetze für Leib und Leben, besonders für Ersteres, nicht so streng wie wenns um Vermögen geht.
Daran erkennt man was der Gesellschaft eigentlich wichtiger ist!

Babba
Babba
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Warum ist das relevant, ob Fluchtgefahr besteht? Den werden sie wohl nicht etwa raus lassen??

PuggaNagga
1 Monat 9 Tage

Ein Mörder gehört ins Gefängnis.

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Fluchtgefahr? Diese kann man unterbinden indem er einfach in Haft bis zum definitif Urteil bleibt. Und ehrlich gesagt nach solchen Schandtaten hat er es nicht anderes verdient.

Fuchsschwoaf
Fuchsschwoaf
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Fluchtgefahr?? aus dem Gefängnis??
für einen Doppelmörder kommt Hausarrest wohl hoffentlich nicht in Frage. da versteht man die Welt nicht mehr.
auch beim Mann in Lana der seine Partnerin im Pflegeheim erstochen hat, wurde berichtet das er in der Nähe der Gaul Schlucht tot aufgefunden wurde.
konnte er aus dem Gefängnis ausbrechen? habe diese Meldung wohl verpasst.
das bei so einer laschen Handhabe der Justiz die Arbeit nie ausgehen wird ist klar.

Evi
Evi
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Der Mann aus Lana war aufgrund seines Alters in Hausarrest.

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Der soll drinnbleibn und basta sete Tat kon men net rückgängig mochn

Autodago
Autodago
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Er hat gestanden, man kann es ihm sicher auch nachweisen. Wo ist also das Problem ihm endlich den Prozess zu machen. Wer geilt sich den hier auf? Das kostet doch alles Geld. Die italienische Justiz braucht keine Reform sondern einen Reset.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Mit dem leidigen Gesetz das vor wenigen Jahren un Italien eingeführt wurde beu dem man seun Eigentum auch mit Waffengewalt verteidigen kann, wurde den Leuten suggeriert sie könnten so zu sagen Selbstjustiz üben.
Dem ist erstens bei weitem nicht so und zweitens, es gehört wieder abgeschafft da es sowas in einer zivilisierten Gesellschaft nicht geben dürfte!

Gustl64
Gustl64
Superredner
1 Monat 8 Tage

Fluchtgefahr? Er ist doch eingelocht!

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 8 Tage

Bekommt der Ausbrecher König Konkurrenz ? Oder wie ist das zu verstehen ? Ich hoffe nicht dass der irgendwann frei kommt.

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