Von: mk
St. Ulrich – Ein hochprofessionelles Zusammenspiel der Ermittler hat in Rekordzeit zum Erfolg geführt: Nach einem niederträchtigen Trickbetrug zum Nachteil einer Rentnerin aus St. Ulrich in Gröden konnten die mutmaßlichen Täter noch am selben Abend kurz vor Neapel festgenommen werden. Das gesamte Diebesgut wurde sichergestellt.
Der Vorfall ereignete sich am späten Vormittag des 16. Juli 2026. Ein Betrüger rief die Seniorin am Festnetz an und gab sich fälschlicherweise als Maresciallo der Carabinieri aus.
Der Kriminelle redete der Frau ein, nach einem angeblichen Raubüberfall in Bozen müsse ihre Wohnung auf Diebesgut untersucht werden. Per Telefon drängte er die geschockte Frau dazu, Schriftstücke aufzusetzen, die einem angeblichen „Beauftragten“ Zugang zu ihren Wertsachen gewähren sollten.
Kurz nach Mittag erschien tatsächlich ein Komplize des Täters an der Haustür, der sich Zutritt zur Wohnung verschaffte. Dabei versicherte er der Frau, dass nach der Überprüfung sämtliche Wertsachen zurückgegeben würden – und entwendete in Wahrheit Bargeld sowie teuren Schmuck. Dazu zählte auch eine Medaille aus Gold vom verstorbenen Ehemann der Seniorin.
Nachbar liefert entscheidenden Hinweis
Erst am Nachmittag bemerkte die Seniorin den Betrug und kontaktierte diesmal die echten Carabinieri der Station in St. Ulrich. Die Ermittler reagierten unverzüglich: Ein aufmerksamer Nachbar lieferte den entscheidenden Tipp auf das Fluchtfahrzeug samt Kennzeichen.
In einer koordinierten Fahndung arbeiteten die Carabinieri von St. Ulrich und Bozen eng mit der Straßenpolizei zusammen. Die Spur des verdächtigen Duos – ein Mann aus der Provinz Caserta und eine Frau polnischer Herkunft – führte quer durch Italien nach Süden. Bereits am selben Abend klickten an der Autobahnmautstelle im Norden von Neapel die Handschellen.
Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs entdeckten die Beamten die Beute aus Gröden, die sichergestellt wurde, um sie sobald wie möglich der rechtmäßigen Besitzerin zurückzugeben. Daneben entdeckten die Ermittler weiteres Bargeld und Wertsachen, die anderen Betrugsfällen zugeordnet werden. Die Verdächtigen wurden wegen Hehlerei angezeigt.
Die Carabinieri erneuern angesichts des Vorfalls ihre Warnung: „Echte Polizeikräfte fordern niemals Geld, Schmuck oder Kautionszahlungen an der Haustür.“ Wer bei verdächtigen Anrufen mit solchen Forderungen konfrontiert wird, sollte sofort auflegen und die Notrufnummer 112 wählen.




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