Von: luk
Bozen – Anlässlich des Todes des italienischen Politikers Umberto Bossi hat die Süd-Tiroler Freiheit eine Stellungnahme veröffentlicht.
“Die Redewendung ‘als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet’, beschreibt Projekte oder Ideen, die vielversprechend und energisch beginnen, aber enttäuschend oder wirkungslos enden. So ähnlich kann man die politische Karriere vom charismatischen Umberto Bossi beschreiben, der Anfang der 1980er Jahre antrat, um sich gegen den Zentralismus Roms zu wehren. Bossi schmiedete sogar Pläne, um Norditalien (Padanien) vom Rest des Landes abzuspalten. Mit dem Eintritt seiner Partei, der “Lega Nord”, in die Regierung Berlusconi, haben sich diese Pläne dann allerdings verflüchtigt. Auch viele Südtiroler schenkten damals dieser Partei ihre Stimme, im Vertrauen darauf, dass von der Föderalisierung Italiens auch Südtirol profitieren könnte. Für den Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Bernhard Zimmerhofer, ist jedoch klar: “Wer sich mit der Politik Roms einlässt, der wird früher oder später gleichgeschaltet”.
“Die hehren Ziele und Forderungen Bossis zur Abspaltung Padaniens vom Rest des Landes sorgten nicht nur in Italien, sondern europaweit für großes Aufsehen. Im September 1996 proklamierte er feierlich in Venedig sogar die Unabhängigkeit Padaniens. Mit dem Eintritt Bossis als Reformenminister in das Mitte-Rechts-Bündnis Berlusconis blieb von diesen radikalen politischen Forderungen nicht mehr viel übrig. Mit der Übernahme der Partei durch Matteo Salvini im Jahr 2013 änderte sich die Ausrichtung der Partei dramatisch, hin zu einer nationalen Partei, die ihre föderalistischen Wurzeln gänzlich aufgab. Die ‘Lega Nord’ wurde zur ‘Lega’ umbenannt. Auch viele Südtiroler sind auf diese vermeintlichen Chancen für eine Föderalisierung des Staates und damit neuer positiver Perspektiven auch für unser Land hereingefallen und wurden bitter enttäuscht. Der Staat Italien ist seit jeher zentralistisch ausgerichtet! Das Schicksal Bossis und seiner ehemaligen ‘Lega Nord’ sollte ein warnendes Beispiel für die SVP sein”, so Zimmerhofer abschließend.




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