Am frühen Morgen fuhren die Maschinen auf

Brixen: Rodungen im Auwald in der Industriezone

Freitag, 06. März 2026 | 15:42 Uhr

Von: luk

Brixen – In der Industriezone südlich von Brixen ist es am frühen Freitagmorgen zu Rodungen im Auwald entlang des Eisacks gekommen. Betroffen ist ein rund drei Hektar großes Gebiet mit etwa zwei Hektar Wald und rund 7.000 Quadratmetern Wiesenfläche.

Das Areal gehörte dem Vinzentinum und wurde 2019 für rund neun Millionen Euro an die Progress Holding AG verkauft. Geplant ist dort der Bau von Industriehallen und Parkplätzen für die Produktion von 3D-Betondruckern. Dafür musste die Fläche zuvor umgewidmet werden.

Der betroffene Auwald gilt als einer der letzten größeren Auwälder im Eisacktal. Laut Erhebungen wurden dort 64 Vogelarten festgestellt, darunter 29 Brutvögel. Zudem wurden sieben Fledermausarten sowie drei streng geschützte Reptilienarten nachgewiesen.

Die Südtiroler Landeskommission für Raum und Landschaft stellte fest, dass das Projekt aus landschaftlicher Sicht nicht positiv bewertet werden könne, da es sich um einen geschützten Lebensraum handelt. Die Landesregierung genehmigte das Vorhaben jedoch dennoch Ende Februar.

Als Ausgleichsmaßnahme ist vorgesehen, rund 17.000 Quadratmeter landwirtschaftlich genutzte Fläche neben dem Biotop Millander Au zu renaturieren und damit das Biotop zu erweitern.

Gegen das Projekt hatte es in den vergangenen Jahren Proteste gegeben, darunter Petitionen mit mehr als 4.000 Unterschriften, Menschenketten entlang des Radwegs sowie politische Initiativen im Gemeinderat.

Die Grüne Landtagsabgeordnete Madeleine Rohrer stellt die Frage, warum ausgerechnet Landesrat Brunner, zuständig für Naturschutz und Raumordnung, bei der Abstimmung kurzzeitig den Raum verlassen hatte. “Der Beschluss wurde am 5. März im Amtsblatt veröffentlicht, heute wird gerodet.”

Bezirk: Eisacktal

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