Sensibilisierungsaktion bei den Minirecyclinghöfen

Brixen: Verunreinigter Abfall verursacht zusätzliche Kosten

Montag, 15. November 2021 | 09:17 Uhr

Brixen – Müllverschmutzung: Abfälle, die im falschen Container entsorgt werden, verunreinigen die wiederverwertbaren Wertstoffe, wirken sich negativ auf die Umwelt aus und verursachen Kosten, die am Ende von allen bezahlt werden müssen. Dieses Phänomen beobachtet Brixen bei der Papier-, Glas- und Biomüllsammlung. Die Stadtverwaltung und die Stadtwerke Brixen AG wollen das Bewusstsein für das Problem schärfen. „Damit die Allgemeinheit nicht die Kosten dafür zahlen muss, dass einige Wenige ihren Abfall nicht korrekt trennen und das Recyceln erschweren oder gar verunmöglichen“, sagt Stadtrat Peter Natter.

Die Gemeinde hat Studentinnen damit beauftragt, bei den Minirecyclinghöfen mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, mit ihnen über die Notwendigkeit der korrekten Abfallentsorgung zu sprechen und für die saubere Mülltrennung zu sensibilisieren. „Kein Müll, viel Wert: Nur wer sauber trennt, schafft Rohstoffe für Neues“, so lautet die Kernbotschaft der Aktion, so Peter Natter. Auch einige Wertstoffinseln der Stadt sind Schauplatz der Sensibilisierungskampagne, die vor kurzem gestartet ist und bis Ende Dezember laufen soll.

„In den Sammelcontainern für Papier“, sagt Michele Bellucco, der Leiter der Umweltdienste, „landen Säcke mit Restmüll, Plastikflaschen, Glasbehälter und zahllose Nylontaschen. Auch in jenem für Glas finden sich jede Menge Fremdstoffe, die den Wert des Abfalls mindern.“

Bei der Biomüllsammlung verursachen vor allem Plastiktaschen einen enormen Mehraufwand. „Wir empfehlen, für die Biomüllentsorgung ausschließlich die Papiertüten zu verwenden, die unsere Mitarbeiter ein Mal pro Jahr in ausreichender Menge von Haus zu Haus verteilen“, so Michele Bellucco. Jede Woche landen ca. 5 Tonnen Biomüll aus Brixen anstatt als wertvoller Rohstoff für Kompost als Restmüll in der Müllverbrennungsanlage in Bozen. Das sind ungefähr 250 Tonnen Biomüll pro Jahr, die durch Plastiksäcke, Restmüll, Windeln oder noch verpackte Lebensmittel zu Restmüll degradiert werden.

„Wir wollen“, sagt Markus Ritsch, Generaldirektor der Stadtwerke Brixen AG, „in den kommenden Wochen die Bevölkerung vor Ort gezielt darüber informieren, welcher Schaden entsteht, wenn Wertstoffe durch falsch entsorgte Abfälle verunreinigt werden. Während sich die meisten Brixnerinnen und Brixner umwelt- und verantwortungsbewusst verhalten, glauben einige Wenige, Geld zu sparen, wenn sie ihren Restmüll in den Wertstoffcontainer werfen.“ Ein Trugschluss: Die Mindestmenge ist immer Teil der Müllgebühr und muss in jedem Fall bezahlt werden. Seinen Restmüll illegal zu entsorgen, lohnt sich daher nicht. Und wer sauber trennt, kommt kaum über die Mindestmenge hinaus. Falsch entsorgter Abfall erhöht außerdem die Sortierungskosten und die Abnehmerfirma bezahlt weniger für die Wertstoffe. In Folge steigen die Müllgebühren für alle.

Wenn wir die Bevölkerung mit unserer Botschaft erreichen“, sagt Stadtrat Peter Natter, „können wir die Situation maßgeblich verbessern. Davon profitiert die Umwelt und die ganze Stadt.“

Von: luk

Bezirk: Eisacktal

Kommentare

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8 Kommentare auf "Brixen: Verunreinigter Abfall verursacht zusätzliche Kosten"


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N. G.
N. G.
Universalgelehrter
23 Tage 2 h
Die Mülltrennung, die Handhabung dessen gleicht in Südtirol ner Slapstick Komödie! Zum einen wirds den Menschen sogar erschwert zu trennen, wie im Pustertal und zum anderen gibt es weder ausreichend Kontrollen noch sonstige Aufsicht! Paar Beispiele : man geht durch Seitenstraßen und findet nicht einen Müllkontener der nicht mit Hausmüll voll ist. Plastik muss mit AUTO in Wertstoffhöfe gebracht werden, was tun die Leute dann…? Kartons werden nur und ausschließlich von Betrieben gesammelt. Die wiederum, trennen kein Plastik…! Urig, CDs entsorgen… Die gelten in Bruneck nicht als Plastik, in Pfalzen schon… da fragt man sich ob die wissen was sie… Weiterlesen »
nuisnix
nuisnix
Kinig
23 Tage 35 Min

Die unterschiedliche Klassifizierung hängt davon ab, von welchem Recycling-Unternehmen die Gemeinde den Plastikmüll abholen/verwerten lässt.
Leider arbeiten diese sehr unterschiedlich wodurch keine einheitliche Regelung entsteht, was nun als Plastikmüll klassifiziert ist und was nicht…

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
23 Tage 6 Min

@nuisnix Mag sein. Aber fördert das, das Müll trennen. Nein!

Ich finde man muss es den Leuten so einfach wie irgend möglich machen, dann klappts bestimmt besser.
Vor allem der leidige Plastikmüll. Warum nicht auch dafür Kontainer, man wirft rein, wird gepresst und gut ist. Gerade weil wir den in die Höfe bringen müssen, werfen ihn viele zum Hausmüll oder eher noch, da viel Platz nehmend, irgendwo hin in die Pampa.

nuisnix
nuisnix
Kinig
22 Tage 17 h
@N.G. Das große Problem der Container ist, dass viele ihren Hausmüll dort entsorgen und somit der gesamte Containerinhalt zum Restmüll in die Verbrennung muss. Du siehst, wie man es macht, macht man es falsch… solange der Bürger nicht selber versteht, dass er mit seinem zumeist vorsätzlichen Handeln nichts Gutes tut – auch nicht seiner eigenen Brieftasche. Denn auch der Müll im Wertstoffhof muss bezahlt werden – und das geschieht schließlich über die Müllgebühren. Sind die abgegebenen Wertstoffe nichts wert, steigen die Entsorgungskosten, da nützt auch das Reduzieren der eigenen Restmüllmenge nicht viel! Außerdem ist es ein ziemlich unsoziales Verhalten –… Weiterlesen »
Offline1
Offline1
Superredner
22 Tage 23 h

Die Kompetenz, den anfallenden Müll richtig zu trennen und auch sachgemäß zu entsorgen müsste eigentlich bei Jeder/m vorhanden sein. Wird doch hier, bei welchen Themen auch immer, permanent und gebetsmühlenartig an den Hausverstand appelliert und verwiesen.

Staenkerer
22 Tage 21 h

na, jo, a beispiel verpakungsmaterial:
werd ba ins peniebel getrennt und sporadisch noch brixn zum Recyclinghof gebrocht, oder man staune, wos beim letztn mol anstandslos durch de konntrolle kemmen ischgeat plötzlich, ba an ondern mimmer durch! do nutzt weder de liste de mir gemocht hobn no der hausverstond, do brauchts oanfoch glück!

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
22 Tage 19 h

@Offline1 Es geht nicht zm Kompetenz, in dem Fall. Da gehts darum, dass es ohne Ende kompliziert gemacht wird. Dadurch viele Menschen den Sinn nicht mehr verstehen.
Wenn ich mit Plastik zum Wertstoffhof fahre, mit Auto, da ne Stunde im Stau stehe bis ich dran komme, wie bei uns so oft, dann hab ich zwar die Kompetenz erworben wie man Plastik sammelt und trennt aber der Sinn oder UNSINN hinter dem ganzen bleibt mir echt verborgen !

Mikeman
Mikeman
Kinig
23 Tage 13 Min

@ N. G.
Wissen SIE ,das Problem ist leider in allen Bereichen das selbe.Wenn man nicht im Stande ist das ganze kompetenten Leuten in die Hand zu geben hat man eben solches Resultat.Wenn das mal klappt dann kann man auf jene losgehen welche nicht im Stande sind den Müll ordentlich zu trennen.
Zudem ist der service unzumutbar teuer als wäre alles Sondermüll.

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