Letzte Chance für den gestrandeten Wal

Buckelwal-Rettung in Ostsee gestartet

Freitag, 17. April 2026 | 10:39 Uhr

Von: APA/dpa/AFP

Die Vorbereitungen für den neuen Versuch zur Rettung des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals in Deutschland laufen weiter auf Hochtouren. “Der Bergungsversuch geht jetzt in die heiße Phase über”, sagte der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, am Hafen von Kirchdorf, wo die Einsatzkräfte der privaten Rettungsinitiative Freitagfrüh ein kleines Boot neben einem Arbeitsponton zu Wasser ließen. Der Wal bekomme jetzt eine weitere Chance – mit Bedingungen.

Das Tier müsse bei der Rettungsaktion auch mitmachen, hieß es. Der gestrandete Buckelwal reagierte auch mit heftigen Bewegungen auf einen sich nähernden Taucher. Das Tier schlug heftig mit der Schwanzflosse, der Fluke, und drehte sich um beinahe 90 Grad. Die Helfer zogen sich daraufhin vom Tier zurück. Nach wenigen Minuten beruhigte sich das Tier wieder und lag erneut still im Wasser.

Backhaus betonte, er sei überzeugt, dass das vorliegende Rettungskonzept, für das sein Ministerium die Duldung ausgesprochen habe, gut sei. Es sehe minimalinvasive Maßnahmen vor. Das Ministerium begleite den Versuch rund um die Uhr und stehe mit dem Organisationsteam in engem Austausch. “Wir sind sehr kooperativ untereinander hier vor Ort.”

Geschwächtes Tier liegt seit über zwei Wochen in selber Position

Der geschwächte Wal liegt bereits den 18. Tag an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht. Im Hafen von Kirchdorf wurden auf einer aus vier großen stählernen Einzelpontons bestehenden schwimmenden Arbeitsplattform ein Bagger befestigt und ein Container aufgestellt. Zudem liegen Sauggeräte und große Schläuche auf der Plattform.

Am Vormittag fuhren auch Mitarbeiter des Umweltministeriums und des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) mit einem Polizeischlauchboot zum Wal hinaus. Bei der Bergung sollen laut Backhaus auch batteriebetriebene Sandsauggeräte eingesetzt werden, um den Untergrund unter dem rund zwölf Tonnen schweren Wal freizuspülen.

Ausgang “nicht vorhersehbar”

Offiziell waren alle Rettungs- und Hilfsversuche für den nahezu bewegungslos daliegenden Wal vor etwas mehr als zwei Wochen als sinnlos und potenziell tierquälend beendet worden. Ein Gutachten bestätigte dies vor einer Woche nochmals. Als womöglich letzte Chance billigte Backhaus am Mittwoch aber das von der Initiative vorgelegte Konzept. Diese betonte selbst, der Ausgang sei “nicht vorhersehbar”.

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