Hass, Diskriminierung und Fakenews keinen Raum geben – ein Kommentar

Coronavirus: Solidarität für „unsere“ Chinesen

Donnerstag, 13. Februar 2020 | 09:44 Uhr

Wuhan/Bozen – Die von der WHO bereits als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ eingestufte Coronavirus-Epidemie nimmt mit allein in China gemeldeten mehr als 1.000 Toten und bald 50.000 Infizierten immer bedrohlichere Ausmaße an.

Mit der Bedrohung nimmt die Angst der Menschen außerhalb Chinas, vom Coronavirus angesteckt zu werden, regelrechte Formen einer Psychose an. Die Angst ist aber fast immer unbegründet. Obwohl die Gefahr nicht zu unterschätzen ist, kann der Epidemie gut auch mit klassischen Methoden wie Quarantäne, Mundschutz und Hygienemaßnahmen begegnet werden.

Reuters

Aber auch das digitale Informationszeitalter ändert nichts daran, dass gleich wie bei den Pest- und Choleraepidemien vergangener Jahrhunderte, als Hexen verbrannt und durch Pogrome ganze Minderheiten ausgelöscht wurden, auch heute noch nach Sündenböcken gesucht wird. Von im Netz verbreiteten Fake News und Hassbotschaften diffamiert, werden immer mehr Chinesen Opfer von Diskriminierung, wobei die unbegründete Ansteckungsangst beginnt, die wirtschaftliche Existenzgrundlage von China-Restaurants zu gefährden.

Südtirol macht da leider keine Ausnahme. Chinesen werden gemieden und deren Kinder von Mitschülern gemobbt. Da nützt es auch nichts, wenn die vorbildlich integrierte chinesische Gemeinde in Südtirol mitteilt, dass von ihr keine Gefahr ausgeht und die wenigen ihrer Mitglieder, die wegen des chinesischen Neujahrs in ihre Heimat gereist sind, sich freiwillig in eine 14-tägige Quarantäne in den heimischen vier Wänden begeben haben.

Reuters

Gerade wir Südtiroler, die wir in unserer Geschichte selbst als Minderheit immer wieder Opfer von Anfeindungen und Diskriminierungen geworden sind, sollten nicht zulassen, dass unsere chinesischen Mitbürger aufgrund falscher Ängste, diffamierender Fake News und im Netz verbreiteten Hasses diskriminiert werden. Setzen wir ein Zeichen und zeigen wir ihnen unsere Solidarität, indem wir ihre Geschäfte und Restaurants aufsuchen oder einfach, indem wir nicht die Straße wechseln.

So macht es zumindest der Schreiber dieser Zeilen, der für den Valentinstag einen Besuch im China-Restaurant geplant hat.

Von: ka

Bezirk: Bozen

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