Auswertung der Daten zu den Infektionen ist abgeschlossen

Covid-19-Studie in Gröden: Höheres Risiko für Personal im Gastgewerbe in Tourismusgebieten

Montag, 16. August 2021 | 09:20 Uhr

Gröden – Ein kurzer Rückblick: Von der Grödner Bevölkerung waren es im Juni 2020 rund 27 Prozent, die seit Beginn der Pandemie mit Covid-19 in Berührung gekommen waren. Das geht aus der Studie hervor, die der Südtiroler Sanitätsbetrieb in Zusammenarbeit mit Eurac Research im Frühjahr 2020 durchgeführt hatte. Sie zeigt auf, dass Gröden zu jenem Zeitpunkt zu den Gebieten in Europa gehörte, wo sich Covid-19 am schnellsten ausgebreitet hatte. Nachdem die Infektionsverbreitung mithilfe von Antikörpertests ermittelt worden war, analysierte ein biomedizinisches Forscherteam von Eurac Research die weiteren Daten und untersuchte den Zusammenhang zwischen einer Infektion und bestimmten demografischen und sozialen Faktoren wie etwa Alter oder Geschlecht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihr Arbeitsgebiet und die vorher aufgetretenen Symptome. Dank der Zusammenarbeit zwischen dem lokalen Gesundheitsdienst und dem Südtiroler Forschungszentrum wurden die Ergebnisse der Studie jetzt im Fachmagazin Epidemiology and Infection publiziert und stehen auf diese Weise der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft für die weitere Erforschung des Virus zur Verfügung.

Die gesamte Grödner Bevölkerung war im Mai des vergangenen Jahres zur Studie eingeladen worden, unabhängig davon, ob jemand Symptome für Covid-19 aufwies oder nicht. 2.244 Menschen folgten der Einladung. Sie unterzogen sich einem serologischen Antikörper-Test, einem Nasen-Rachen-Abstrich und füllten einen Fragebogen über ihren Gesundheitszustand zu Beginn der Pandemie aus.

Die rund 30 Prozent der eingeladenen Bevölkerung, die teilnahmen, bildeten dank der guten Qualität der Proben eine repräsentative Stichprobe, mit der die Infektionsrate viel genauer berechnet werden konnte als allein aus den positiven Abstrichen während der ersten Welle der Pandemie.

Die Auswertungen brachten unerwartete Ergebnisse ans Licht: Im Gegensatz zu anderen Gebieten schienen in Gröden Faktoren wie Alter und Geschlecht das Infektionsrisiko nicht zu beeinflussen, besonders wenn keine Symptome wie Fieber oder Schwäche auftraten. Bei den asymptomatischen Grödner Fällen zeigte sich also kein Zusammenhang zwischen Alter und Infektion. Außerdem geht aus den Daten hervor, dass Beschäftigte im Hotel- und Gastgewerbe einer höheren Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind. Dieser Zusammenhang widerspiegelt die touristische Bedeutung des Gebiets, das in der Wintersaison stark besucht ist.

Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, der die Studie mit auf den Weg gebracht hat, betont: „Anhand dieser Erhebung können wir die Ausbreitung des Virus in Hotspot-Gebieten, wie es zu dem damaligen Zeitpunkt das Grödental einer war, besser nachvollziehen. Sie liefert uns Erfahrungswerte auf epidemiologischer aber auch auf medizinischer Ebene, die wir für die Zukunft nutzen können.

Florian Zerzer, Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, unterstreicht die Wichtigkeit der Studie: “Die Ergebnisse dieser Untersuchung erlauben uns besser zu verstehen, wie sich das Virus verbreitet und lassen auch Rückschlüsse zu, wie sich die gesetzten Maßnahmen ausgewirkt haben. Grundsätzlich gilt: Je mehr Daten wir haben, umso besser können wir für die Zukunft planen. Dies ist besonders in Hinblick auf den kommenden Herbst und Winter wichtig.

„Wir haben den Sanitätsbetrieb schon in der Vorbereitungsphase der Studie unterstützt, indem wir gemeinsam die ethischen und analytischen Protokolle festgelegt und das Sammeln der Proben und ihre Lagerung in unserer Biobank vorbereitet haben“, erklärt Peter Pramstaller, Leiter des Instituts für Biomedizin. Das Forscherteam von Eurac Research führte dann die epidemiologischen Analysen durch. „Diese Zusammenarbeit zwischen Forschung und Gesundheitswesen ist von entscheidender Bedeutung, wenn man das Wissen über das SARS-CoV-2-Virus voranbringen will – und wir werden den Sanitätsbetrieb auch weiterhin mit diesem Ziel unterstützen. Generell ist die gemeinsame Nutzung von Daten durch diejenigen, die vorwiegend in der Diagnose und Behandlung tätig sind, und diejenigen, die biomedizinische Forschung betreiben, der beste Weg, um relevante Ergebnisse zu erzielen, die sowohl die Gesundheitspolitik als auch die Prävention aktiv beeinflussen können“, schließt Pramstaller.

Über Eurac Research sind die Grödner Ergebnisse auch in das weltweit größte Forschungsprojekt zur Genetik und Covid-19 eingeflossen; vor kurzem gab das leitende Konsortium die Entdeckung eines Zusammenhangs zwischen bestimmten genetischen Regionen und der Schwere von Covid-19-Erkrankungen bekannt.
„Lokale Studien haben eine doppelte Funktion: Einerseits ermöglichen sie es, die Situation vor Ort zu beobachten und Entscheidungen des Gesundheitsmanagements zu unterstützen. Andererseits sind sie eine wichtige Ressource für die internationale Forschung“, meint Michael Mian, Leiter des neuen Dienstes für Innovation, Forschung und Lehre beim Sanitätsbetrieb und Projektleiter der Gröden-Studie.

Von: mk

Bezirk: Salten/Schlern

Kommentare

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27 Kommentare auf "Covid-19-Studie in Gröden: Höheres Risiko für Personal im Gastgewerbe in Tourismusgebieten"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Anja
Anja
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

das ist nur logisch und das sagt einem der Hausverstand… sollen sich alle impfen und gut ist

Wasistlos
Wasistlos
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Dann gibt es keine Arbeitskräfte mehr

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

@Wasistlos
Dann kochen die Gäste halt selbst. Das Personal kann beim Essen teilnehmen und zahlen.
Meine Kochbeiträge: Montag Semmelknödel und Schwammerl, Apfelstrudel…. Freitag: Zander mit Champagnerkraut und Kartoffel-Pü, Affogato.

schwarzes Schaf
schwarzes Schaf
Superredner
1 Monat 8 Tage

Nicht nur die angestellten im Gastgewerbe sondern jeder sollte sich impfen lassen, aber die impfmoral in Südtirol sueht man ja. Aber keine angst sie werden alle zum Hamdkuss kommen

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 8 Tage

@schwarzes Schaf jedem das seine!

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 8 Tage

@primetime jedem das seine 😌

Italo
Italo
Superredner
1 Monat 8 Tage

@schwarzes Schaf so wia du? I sicher net

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Italo, a propos (katholischer) Handkuss.
“Impfgegner an Covid-19 erkrankt
US-Kardinal Burke muss beatmet werden
US-Kardinal Raymond Leo Burke wird wegen einer Covid-19-Erkrankung in einer Klinik beatmet. Der konservative Papstgegner hatte sich in der Vergangenheit dezidiert gegen Impfungen ausgesprochen.
…»Es muss klar sein, dass die Impfung den Bürgern nicht auf totalitäre Weise aufgezwungen werden kann«, sagte er 2020 bei einer Diskussionsveranstaltung in Rom…
Die Ärzte seien ermutigt von den Fortschritten, die der Geistliche mache, hieß es. Gleichzeitig bat man die Gläubigen darum, für den Kardinal einen Rosenkranz zu beten.”

https://www.spiegel.de/panorama/corona-in-den-usa-impfgegner-erkrankt-us-kardinal-burke-muss-beatmet-werden-a-94d4948c-8562-48d1-84bc-41ef6c422aa7

Mico
Mico
Superredner
1 Monat 9 Tage

ich glaube da braucht es keine studie…. wo viel menschen aus aller herrenländer…. da ist die infektionsgefahr logisch höher…..

Wasistlos
Wasistlos
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Eben! Das sagt einem der Hausverstand!!!!

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 9 Tage

Andererseits wird ständig angeprangert, dass die Behörden nichts wissen.
Dann heißt es “Warum die und die nicht?”
Diese Studien beantworten diese Frage schwarz auf weiß.

Mac2020
Mac2020
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Braucht es dazu eine Studie? Das Geld dafür hätte man für bessere Zwecke verwenden können!

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 9 Tage

Leider ja. Sonst heißt es wieder, es würde willkürlich und ohne Verstand gehandelt.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Von den Impfskeptikern heißt es immer wieder, es würde nicht ausreichend untersucht und es gäbe nicht ausreichende Studien…
Was denn jetzt???

Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

“…Außerdem geht aus den Daten hervor, dass Beschäftigte im Hotel- und Gastgewerbe einer höheren Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind…” 

Sorry aber um das zu wissen brauche ich keine teure Studie, da genügt eine Portion Hausverstand.

Jiminy
Jiminy
Kinig
1 Monat 9 Tage

ausser Spesen (für uns Steuerzahler) nichts gewesen!!

koermit
koermit
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Dei studien bringen sowieso nix, schod ums geld. Gscheider in die sanitätsbetriebe investieren!! 😷😷

Poesie
Poesie
Neuling
1 Monat 9 Tage

die Studie hat den Steuerzahler auch 350.000€ gekostet, damit hätte man viele Familien unterstützen können.

iluap
iluap
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Mirko, vielleicht hast du Recht! Aber wieso waren im Winter 20/21 viel mehr Infektionen als das Jahr zuvor, obwohl es keine Touristen im ganzen Land gab? Wie erklären Sie uns das???

onsichtssoche
Neuling
1 Monat 8 Tage

Weil sie vieleicht Winter 19/20 keine Tests oder bzw. Schnelltests hatten, und erst gegen Februar damit begonnen haben

onsichtssoche
Neuling
1 Monat 8 Tage

Weil sie vieleicht Winter 19/20 keine Tests oder bzw. Schnelltests hatten, und erst gegen Februar damit begonnen haben

PuggaNagga
1 Monat 9 Tage

Dazu hätte es keine Nachforschungen gebraucht, das hätte ich auch verraten können. Sogar gratis!
Berufe mit Kontakt zu vielen verschiedenen Menschen sind der Infektionstreiber.

krikri
krikri
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Und was wollt ihr uns damit sagen??? Daß di nägste Pseudo-Impfpflicht für Angestellte im Gastgewwerbe kommt????🤌🏻🤌🏻🥱

Gustl64
Gustl64
Superredner
1 Monat 8 Tage

Diese Studie war wohl total überflüssig. Weiß doch mittlerweile jeder, dass es bei Massenansammlungen zu Infektionen kommt. Genauso war es letzten Herbst im Vinschgau. Durch die zahlreichen Klauber wurde dort das Virus stark verbreitet. Ein Wunder, dass man darüber nicht eine kostspielige Untersuchung in die Wege geleitet hat.

Sepl
Sepl
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

jedes mal, dass geld verschwendet wird, wird dann gross gelobt.

…mein gott…diese ergebnisse nach einem jahr covid sind glaube ich kaum von bedeutung.

dieser selbstlob stinkt einfach

olter
olter
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Der Artikel könnte ruhig auch damit rausrücken, um wie viel das Infektionsrisiko für Angestellte im Gastgewerbe ist. Steht doch sicher auch in der Studie…

schneidigozoggla
1 Monat 6 Tage

Fi se hotsa jo a Studie gibraucht und net an gsundn Hausvostonnt

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