Von: AP
Bozen – Südtirols größter Hilfsverein präsentierte bei seiner Jahresversammlung Rekordzahlen – und ehrte erstmals Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden im Freiwilligendienst besonders unterstützen. Fast 1,9 Millionen Einsatzstunden, 4.197 Freiwillige und über 145.000 Fördermitglieder: Mit diesen Zahlen eröffnete das Weiße Kreuz seine Mitgliederversammlung im Drususstadion in Bozen, zu der rund 200 Delegierte aller 33 Sektionen sowie zahlreiche Ehrengäste erschienen waren. Präsident Alexander Schmid zog eine positive Bilanz des Jubiläumsjahres 2025: „Wir haben gemeinsam viel geleistet und uns als Vereinsfamilie neuen Herausforderungen gestellt – ganz im Geist unserer Gründerväter, die den Verein vor 60 Jahren mit viel Pioniergeist und Einsatz aufgebaut haben.”
Der Bedarf wächst
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Bedarf an Rettungs- und Hilfsdiensten in Südtirol nimmt stetig zu. Allein im Rettungsdienst wurden 2025 bei 71.159 Einsätzen insgesamt 73.821 Verletzte und Kranke versorgt – 4.481 mehr als im Vorjahr. Auch Krankentransporte und Zivilschutzeinsätze nahmen zu. Besonders auffällig: die Begleitdienste in den Krankenhäusern, wo die Freiwilligen mit 29.934 begleiteten Personen mehr als doppelt so viele Stunden leisteten wie noch im Jahr zuvor.
Eine Million Freiwilligenstunden – unbezahlbar
Von den insgesamt 1.870.871 geleisteten Einsatzstunden entfielen 1.006.605 – also 54 Prozent – auf Freiwillige. Würde man diese vergüten, entspräche das einem Gegenwert von über 20 Millionen Euro. „Sie sind seit der Gründung das Herz und die wichtigste Stütze des Vereins”, betonte Präsident Schmid. Erfreulich: 97 neue Freiwillige traten 2025 in den aktiven Dienst ein. Insgesamt zählt der Verein neben den Freiwilligen auch 578 Angestellte, 40 Zivildienende und 10 Sozialdienende.
Weitere bemerkenswerte Zahlen aus dem Vereinsjahr: 5.128 Rettungseinsätze auf Südtirols Skipisten, 692 Sanitätsdienste bei Veranstaltungen, 1.442 durch Notfallseelsorgende betreute Personen, 2.532 Telenotruf-Nutzende sowie 61 erfüllte Herzenswünsche mit dem Wünschewagen.
Erstmals Partnerbetriebe ausgezeichnet
Neu in diesem Jahr: Das Weiße Kreuz ehrte erstmals Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden im Freiwilligendienst aktiv unterstützen – etwa durch flexible Arbeitszeiten oder Freistellungen nach Einsätzen. Ausgezeichnet wurden die Elektro Huber GmbH (bis 10 Mitarbeitende), die Pordoi SPA Impianti Fune (11 bis 50 Mitarbeitende) und die Sportler AG (über 50 Mitarbeitende). „Freiwilligkeit hängt nicht nur von Motivation ab, sondern auch davon, ob sich Engagement und Beruf gut vereinbaren lassen”, erklärte Direktor Ivo Bonamico. Die Nominierungen kommen künftig jährlich – und zwar von den Freiwilligen selbst.
Starker Rückhalt in der Bevölkerung
145.697 Fördermitglieder, dazu Spenden, 5-Promille-Zuweisungen und ehrenamtliches Engagement: Der Rückhalt in der Bevölkerung bleibt groß. Er ermöglicht unter anderem den Wünschewagen, die Freiwilligenförderung und die Hilfe für Menschen in der Ukraine. „Diese Unterstützung zeigt, dass viele Menschen hinter dem stehen, was wir tun”, so Bonamico.




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