Ein Kommentar

„Dunkelrotes“ Südtirol träumt von „Gelb“ und fürchtet den Lockdown

Donnerstag, 04. Februar 2021 | 09:56 Uhr

Bozen – Nichts würden Südtirols Verantwortliche lieber tun, als dem Druck aus Wirtschaft und Bevölkerung nachzugeben und nach und nach Lockerungen zu verkünden. Nachdem am Montag die meisten italienischen Regionen „gelb“ geworden sind und sich seither sehr milder Corona-Einschränkungen erfreuen, wächst auch bei uns die Sehnsucht nach der Farbe der Sonne.

Schade nur, dass laut nicht geringerer Institution als der Europäischen Gemeinschaft der Himmel über Südtirol „dunkelrot“ ist. Mag die Landesregierung auch noch so sehr auf die vielen Tests und auf die noch tragbare Auslastung der Krankenhäuser verweisen, ist doch offensichtlich, dass die heimischen Corona-Zahlen keinen anderen Schluss zulassen, als Südtirol „dunkelrot“ einzustufen.

Carabinieri

Noch appelliert die Landesregierung, die eine „Schließung“ des Landls unbedingt vermeiden will, an das Verantwortungsbewusstsein der Südtiroler. Eklatante Verstöße gegen die elementarsten Corona-Regeln wie jener von Wolkenstein zeigen jedoch, dass der Ernst der Lage noch nicht bei allen angekommen ist. Angesichts der schlechten Zahlen, der schleppenden Impfkampagne und nicht zuletzt der teilweise mangelnden Bereitschaft, die – noch – herrschenden, recht milden Einschränkungen einzuhalten, steuert Südtirol fast unvermeidlich, wenn nicht auf einen Lockdown, so doch auf weit strengere Maßnahmen zu.

ANSA/GIUSEPPE LAMI

ln Israel, wo bereits mehr als ein Drittel die erste und mehr als ein Fünftel der Bevölkerung die zweite Impfdosis erhalten haben, sinkt die Zahl der älteren Corona-Patienten, die die Krankenhäuser besonders belasten, auffällig stark. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Impfkampagne bereits vor dem Erreichen der angepeilten Herdenimmunität zu einer spürbaren Linderung der Corona-Notlage führt. Mit einer Beschleunigung der Impfungen liegt auch für Südtirol dieses Ziel in greifbarer Nähe.

Aber machen wir uns nichts vor. Will das „dunkelrote“ Südtirol, das den Lockdown fürchtet, von „Gelb“ träumen, muss es in Zukunft eiserne Disziplin wahren, die positiv Getesteten in die Quarantäne schicken und bei den Impfungen einen Zahn zulegen.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "„Dunkelrotes“ Südtirol träumt von „Gelb“ und fürchtet den Lockdown"


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wellen
wellen
Universalgelehrter
22 Tage 4 h

Unübersehbar der Holzweg der Landesregierung mit ihrem Sonderweg. Hätte man von Anfang an die italienische Farbeinteilung übernomnen, stünde Südtirol heute sicher gelb da, könnte Schilifte samt Reiseverkehr öffnen. Statt die stuffe Bevölkerung zu kriminalisieren Wer übernimmt politisch die Verantwortung für dieses Totalversagen?

gschaidian
gschaidian
Superredner
22 Tage 2 h
Damit Südtirol mit dem ital. Ampelsystem jetzt gelb dastünde, müsste man das System erst einmal kapieren und die Zahlen so hinbekommen dass es auch passt. Warum glaubst du stellen nahezu ALLE anderen Regionen von einem Tag auf den anderen auf Gelb? Das Infektionsgeschehen hat sich auffallend linear entwickelt. Sogar in Trient hat es geklappt. Das kriegt man bei und nicht hin, mit den ganzen Testorgien und den windigen Schnelltests wo man “Fälle” noch und nöcher produziert. Derweil bleibt die Situation in den Spitäler stabil, was die eigentlich wirklich wichtige Größe ist. Aber wenn man sich von der EU und deren… Weiterlesen »
gschaidian
gschaidian
Superredner
22 Tage 2 h
Damit Südtirol mit dem ital. Ampelsystem jetzt gelb dastünde, müsste man das System erst einmal kapieren und die Zahlen hinbekommen dass es auch passt. Warum glaubst du stellen nahezu ALLE anderen Regionen über Nacht auf Gelb. Das ist ja eine auffallend lineare Entwicklung des Infektionsgeschehens. Sogar in Trient hat es geklappt. Das kriegt man bei uns nicht hin mit den ganzen Testorgien und den windigen Schnelltests wo man “Fälle” noch und nöcher produziert. Derweil bleibt die Situation in den Spitälern händelbar, was die eigentlich relevante Größe ist. Aber wenn man sich von der Eu und deren Inzidenzen und was weiß… Weiterlesen »
Alter Hase
Alter Hase
Grünschnabel
21 Tage 16 h

Ich glaube nicht, dass die Politik der Landesregierung das Problem ist. Sondern die vielen Leute, die sich nicht an die Regeln halten.
Etwas Demut würde nicht schaden, ganz im Gegenteil.

Morgaine
Morgaine
Grünschnabel
20 Tage 11 h

Südtirol hatte einen Sonderweg eingeschlagen, der von den Verbänden und Opposition gefordert und dann auch höchstgelobt wurde. Leider ist es mit dem Massentest und der nachfolgenden Teststrategie nicht aufgegangen. Man muss auch dazu sagen, dass viele einfach das Testen verweigern und leider werden die Menschen dem Virus überdrüssig und so auch fahrlässig. Es gibt einfach zu viele, die sich nicht an die geringsten Regeln halten…

falschauer
19 Tage 2 h

dass der eigene weg ein fehler war ist evident, dass das volk jedoch auch dazu beigetragen hat, muss aber auch erwähnt werden

https://www.sueddeutsche.de/politik/suedtirol-tirol-corona-lockdown-italien-oesterreich-1.5198480

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
22 Tage 5 h
Hallo @ka (Kommentator) heute gab es die erste Veranstaltungsabsage für den Spätsommer Ende Juli 2021(Stadtfest in Bruneck) Jedwede Hoffnung auf eine Restwintersaison 2021 ist dahin, das Ostergeschäft naht. Eigentlich..Wer soll eigentlich noch aufsperren? Auf diesen Termin hin investieren, Menschen mit Vorverträgen ausstatten? Ein Blick nach D lehrt leider Folgendes: Zahlreiche Landkreise unterschreiten inzidenzen von 50, gar von 35. Lockerungen, Perspektiven?Nein,die Mutanten! Bald ist Jahrestag von Einschränkungen,Strafen,selbstverständlichste Grundrechte wurden ohne parlamentarische Kontrolle über Bord geschmissen. Und am 4.2.2021 sind Ergebnisse und Perspektiven trostloser denn je. Wer sich schützen will kann das mittlerweile umfassend und wer sein Vorcorona-Leben wiederhaben möchte soll eine… Weiterlesen »
Offline
Offline
Tratscher
21 Tage 14 h

@Andreas1234567.du hast an anderer Stelle die durchaus vorhandenen positiven Eigenschaften der Südtiroler überschwänglich hervorgehoben. Kann es sein, dass du in deiner Südtirolliebe nur die eine Seite der Medaille betrachtet hast ? Zumindest fehlender Gemeinsinn, Zusammenhalt, Egoismus und Eigennutz scheinen mir Gründe für die nicht entscheidend fallenden Zahlen der Coronaopfer -betroffenen zu sein.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
21 Tage 8 h

Hallo @Offline,

es ist schon so wenn wieder die Naturgewalt in Form von Schnee,Wasser oder Sturm Südtirol heimsucht die Freiwilligen das Rückgrat des Zivilschutzes darstellen.
Und es entsteht schnell ein Gedränge von Politgrössen und Prominenten vor den Kameras um Ehrenamt,Disziplin und Zusammenhalt der Südtiroler dann überschwänglich zu preisen.
Jedes Dorf, jeder Weiler ist durchdrungen von Vereinen,Feuerwehr,Weisskreuzler,Bergwacht,Musikanten..
Ich finde das schön und das haben Südtiroler schon ziemlich einzigartig.
Für mich völlig klar diese menschlichen Kontakte lassen sich nicht auf Befehl aus Bozen kappen/unterbinden, man trifft sich weiter.
Ich hocke immer gern dabei und würde es auch jetzt so halten, alles andere wäre Heuchelei.

Auf Wiedersehen in Südtirol

Offline
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Tratscher
18 Tage 10 h

@Andreas1234567..das gemütliche Zusammenhocken genieße ich auch. Und es fehlt mir, genauso wie der Kontakt zu meinen Sportkameraden. Und ja, die von dir genannten Gruppen sind ein wichtiger Teil des Südtiroler Gemeinwesens. Dabei fehlen aber auch noch unzählige Vereine, die sich im Ehrenamt um unsere Kinder kümmern. Übrigens nicht nur in Südtirol. Aber es ist halt nunmal nicht von der Hand zu weisen, dass dafür zur Zeit sie Voraussetzungen fehlen. Wenn wir das Zusammensein in Zukunft wieder uneingeschränkt genießen wollen, müssen wir alles dafür tun, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Also AHA-L und andere Regeln einhalten.

Schnauzer
Schnauzer
Tratscher
17 Tage 15 h

@Andreas1234567
Erklär mir mal bitte den Absatz mit dem Leben vor Corona wiederhaben um 10 Euro….blicke nicht durch 🤔

Staenkerer
22 Tage 3 h

jo, jo,
südtirol träumt von gelb,
ober
de südtiroler/innen sein rot vor zorn, sechn schworz und hobn alpträume!

Faktenchecker
18 Tage 11 h

Intensivbetten zu 80% belegt und alle öffnen?

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