Jahr 2021 noch ohne Silberstreif am Horizont – ein Kommentar

Ein weiteres verlorenes Jahr?

Donnerstag, 18. Februar 2021 | 09:02 Uhr

Bozen – Es ist kaum mehr als einen Monat her, als nicht zuletzt dank des geglückten Starts der Impfkampagne noch die Hoffnung gelebt hatte, doch noch wenigstens einen Teil der Wintersaison retten zu können. Angesichts der schleppenden Auslieferung der Impfdosen, der nach oben schnellenden Infektionszahlen und des Auftretens neuer, gefährlicher Corona-Varianten zerstob dieser Hoffnungsschimmer wie trockener Schnee im eisigen Nordwind.

APA/APA (dpa)/Angelika Warmuth

Anfang dieser Woche hakte auch der Landeshauptmann die Wintersaison ab. Hinter seinem Ansinnen, im Frühjahr die Weichen für den Start der Sommersaison zu stellen, steht aber mehr als nur ein dickes Fragezeichen. Die neuen Varianten, von denen angenommen wird, dass sie die Wirksamkeit der Impfstoffe schmälern, befeuern allerorts das Infektionsgeschehen neu. Der verschärfte und verlängerte Lockdown in Deutschland, das Auftreten neuer SARS-CoV-2-Varianten in Nord- und Südtirol, das Chaos am Brenner und der Druck, der auf der neuen römischen Regierung Draghi lastet, die noch recht laschen italienischen Corona-Einschränkungen ebenfalls zu verschärfen, lassen für das touristische Frühjahr nichts Gutes erahnen.

APA/APA (dpa)/Robert Michael

Deutsche Politiker bereiten ihre Bürger schon jetzt auf einen vorhersehbaren Ausfall des Osterurlaubs vor. Damit lösen sich auch die Hoffnungen der Südtiroler Wirtschaftstreibenden, durch einen harten Lockdown im Februar den Weg für eine Öffnung im Frühjahr freizumachen, in Luft auf. Nun wird befürchtet, dass mit einer Verringerung des Infektionsgeschehens, wenn überhaupt erst gegen den Mai hin gerechnet werden kann. Dies würde bedeuten, dass erst wieder im Sommer ein Urlaub in Südtirol möglich sein wird.

Im schlimmsten Fall steht aber Südtirol vor einem weiteren verlorenen Jahr. Um die Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern, wird es nötig sein, dass Staat und Land tief in die Tasche greifen. Ansonsten könnte der Zusammenhalt im Land nach und nach bröckeln.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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22 Kommentare auf "Ein weiteres verlorenes Jahr?"


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Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 23 h

Ich wünsch auf jeden Fall allen Betroffenen, dass sich die Lage wieder bald stabilisiert, damit sie wieder aufsperren und aufgesperrt lassen können.

Der Landesregierung wünsch ich die Weitsicht, dass sie sich mal überlegt, was man tun kann, um nicht so dermaßen von Touristen abhängig zu sein. Vielleicht wär’s mal an der Zeit, sich nach einem anderen goldenen Kalb umzusehen. Die Touris müssen das Geld, das sie hier ausgeben, ja auch irgendwie verdienen.

Staenkerer
17 Tage 20 h

i bin zwor koan bauer ober i glab schun das man, wenn man weitehin a milch will, zuerst a neues kolb zur kuh ziegelt, bevor man de olte melkkuh schlochtet! nit de olt schlochtn und 0 plan hob wo a neueskalb hernemmen und wie de zeit überbrücken bis des kalbl zur kuh gediehen isch, de milch gib?

Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 20 h

@ Staenkerer Deshalb steht da ja “überlegen” und “umsehen”.

Staenkerer
17 Tage 8 h

@Neumi jo, eben, jetz überlegn und umsehen, weil de olt kuh gschlochtet isch, isch verdo…. spot, moansch nit?

Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 2 h

@ Staenkerer Da hatte ich wohl was falsch verstanden.
Natürlich ist es (zu) spät, es wird ja schon seit Jahrzehnten gewarnt und keiner wollt’s hören. Italien, das Land der Kellner hat es schlimmer erwischt als produzierende und verarbeitende Länder, Südtirol vielleicht noch schlimmer.

Aber ehrlich gesagt, denke ich, wird man danach genaus so weitermachen wie vorher, man wird das, was man heuer verloren hat, auf Druck wieder reinholen wollen. Ich denke, noch nicht mal diese Ohrfeige (bzw. dieses Verprügeln mit einem Baseballschläger) reicht aus, um unser Land zum Umdenken zu bewegen.

Aber die Hoffnung stirbt halt zuletzt.

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 7 h

Neumi ich wünschte dass Corvid den Menschen eine Lehre ist .

Herbert01
Herbert01
Grünschnabel
15 Tage 15 Min

Welche Lehre? Erzähle mir! Was soll sich ändern?

corona
corona
Superredner
13 Tage 7 h

Weg vom Turbokapitalismus. Zurück zur echten sozialen Marktwirtschaft. Das wär schon mal was.
Außerdem:
Dass Menschen wieder wichtiger werden als Bürokraten-Papier und Bau-Beton. Also in die Köpfe investieren und nicht in neue Straßen usw.
Dass jede Maßnahme der Politik auf ihre Klima- und Umweltkosten hin überprüft wird.
Dass positive UVP verbindlich werden für die Genehmigung der entsprechenden Projekte.
Dass Gutachten der Fachkommissionen und Verwaltungen nicht mehr von der Politik übergangen werden können.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
17 Tage 23 h
Hallo @ka (Kommentator) “Um die Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern, wird es nötig sein, dass Staat und Land tief in die Tasche greifen. Ansonsten könnte der Zusammenhalt im Land nach und nach bröckeln.” welche Taschen in Staat und Land sollen denn noch nennenswert gefüllt sein? Wer hätte sie in den letzten Monaten füllen sollen? Wer soll sie in den nächsten Monaten füllen? In diese Taschen kann man nur noch reinlügen, nicht mehr reingreifen. Es gibt kein Vorbuchungsgeschäft,deswegen keine Einstellungen, kein Wareneinkauf. Ohne Investitionen leiden die Handwerker Ohne Gastro gewaltige Absatzverluste in der Landwirtschaft. Ohne Handel,Landwirtschaft und Gastro ist Südtirol mausetot. Der… Weiterlesen »
Pacha
Pacha
Superredner
17 Tage 20 h

Wer soll das sein? Sarkozy, Merkel, von der Leyen?🤦🏼‍♂️ Zur Zeit gibt es keine, der die 🥚🥚 dazu hätte. Einzig Mario Draghi könnte es schaffen, musste aber die A……karte mit Italien ziehen.

Offline
Offline
Superredner
17 Tage 8 h

@Pacha…sorry Pacha, aber wer ist Sarkozy ? Und für die fehlenden 🥚🥚 bei den auch noch Genannten ist die “Biologie” verantwortlich und nicht Diese selber 🤣🤣

Pacha
Pacha
Superredner
16 Tage 22 h

@Offline……ohhhh, da habe ich an Macron gedacht und Sarkozy geschrieben, auweia. Möchte mich bei Carla Bruni entschuldigen.

enkedu
enkedu
Kinig
17 Tage 23 h

Europa hat versagt. Wir sind Schlusslicht. Zum schämen.

ebbi
ebbi
Tratscher
17 Tage 9 h

ja, Jahrzehntelange europäische Überheblichkeit macht sich jetzt bitter bezahlt.

Tanne
Tanne
Universalgelehrter
17 Tage 10 h

Es ist absolut kein verlorenes Jahr! Natur und Umwelt kann wieder Atmen wie schon lange nicht mehr. Und von der Natur und Umwelt lebt der Mensch nun mal. Nicht von den Euros auf Bankkonten, nein Geld kann man nicht Essen. Also, dieser Virus hat auch Gute Seiten.

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 10 h

Tanne Er will Uns Einiges beibringen👌

Laempel
Laempel
Tratscher
17 Tage 7 h

Durch die anhaltende Pandemie erweisen sich die ausgegebenen Tourismus-Werbemillionen des IDM als total zum Fenster hinausgeschmissenes Steuergeld. Diese (auch in anderen Bereichen) in den Sand gesetzten und ins Nichts geflossenen Beträge hätten zur Linderung der Pandemieauswirkungen im Land viel sinnvoller und wirksamer eingesetzt werden können. Also IDM und Co. ab dato bis zum Ende der Pandemie ins hinterste Eck stellen und mit dem letzten noch im Steuertopf verbliebenen Geld die in Not geratene Bevölkerung unterstützen, sonst kann der Topf bald überhaupt nicht mehr nachgefüllt werden!

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 10 h

Die “Guten Zeiten “Sind vorbei.

Herbert01
Herbert01
Grünschnabel
15 Tage 13 Min

Stimmt nicht. Für unsere Politiker gehen die guten Zeiten weiter.

Chrys
Chrys
Tratscher
14 Tage 23 h

Auch alle Angestellten von öffentlichen Betrieben und Arbeitsstellen, Pensionisten, usw. geht die guten Zeiten weiter. Schlechte Zeiten haben nur Teile der Privatangestellten und in und um der Gastronomie.

Chrys
Chrys
Tratscher
17 Tage 6 h

Im Tourismus wird es heuer wohl sehr mager aussehen.
Ostern ist sicher bereits zum abhacken, aber auch die gesamte Blütezeit ist bereits verloren. Leichte Hoffnungen kann man noch auf die Feiertagstermine im Mai/Juni haben, aber auch das setzt voraus, dass relativ bald eine Normalisierung einsetzt. 
Ich würde wetten, dass es auch heuer wieder erst im Juli losgehen wird. Was das bedeutet kann sich dann jeder selbst ausmalen.

Smirre15
Smirre15
Tratscher
17 Tage 10 h
Ich greife auch alle Tage tief in die Taschen aber leider sind sie auch schon leer. Das die gesamte Wirtschaft ein Rad ist, ist jedem bewusst und wenn wir nur ein Glied der Kette wegnehmen fällt alles zusammen. Auch ist interessant sich ein zweites Standbein aufzubauen, denn woher nehmen und nicht stehlen?  Ob dies nun in die wissenschaftliche, technische, medizinische Richtung geht ist egal denn im Grunde wird fast alles von der Wirtschaft mitfinanziert. Man könnte wieder zurück wo man noch den kleinen Kreislauf hatte und Waren noch tauschen konnte aber schaffen wir das? Oberstes Prinzip sollte im Moment laut… Weiterlesen »
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