Fischereiberechtigte haben eine Gülle-Einleitung festgestellt und dokumentiert – dieses Mal im Ahrntal

Erneute Gülle-Einleitung in einem Bach

Freitag, 10. April 2026 | 23:13 Uhr

Von: ka

St. Johann im Ahrntal – Der Fischereiverband reagiert mit großer Besorgnis auf einen aktuellen Vorfall im Ahrntal, bei dem Gülle in einen Seitenbach der Ahr bei St. Johann eingeleitet wurde. Fischer dokumentierten den Vorfall am Freitag und meldeten ihn umgehend der zuständigen Forstbehörde, die bereits entsprechende Ermittlungen aufgenommen hat.

FISCHEREIVERBAND SÜDTIROL

Leider handelt es sich dabei nicht um einen Einzelfall. Derartige Einleitungen treten in verschiedenen Landesteilen immer wieder auf und können eine massive Belastung für die betroffenen Gewässer darstellen. Die Folgen sind oft gravierend und reichen von einer starken Beeinträchtigung der Wirbellosenfauna bis hin zu Fischsterben.

„Unsere Gewässer sind empfindliche Ökosysteme, und solche Einleitungen können langfristige Konsequenzen für die Biodiversität und das ökologische Gleichgewicht haben. Ob es sich um Fischgewässer oder kleine Bäche handelt, ist dabei unerheblich – in jedem Fall sind es sensible Lebensräume, die es zu erhalten gilt“, betont Alex Festi vom Fischereiverband.

Der Fischereiverband erinnert daran, dass die Einleitung von Gülle kein Kavaliersdelikt ist, sondern

strafrechtliche Konsequenzen haben kann. Dies zeigt unter anderem ein Fall aus dem Jahr 2018 bei San Romedio im Nonstal: Damals gelangten aus einem landwirtschaftlichen Betrieb in Cavareno über eine Weißwasserleitung vorsätzlich mehrere hundert Kubikmeter Gülle in einen nahegelegenen Zufluss des San-Romedio-Baches, was zu einem massiven Fischsterben führte. Der Verursacher wurde in zweiter Instanz zu drei Jahren Haft sowie zu einer Geldstrafe von insgesamt knapp 150.000 Euro verurteilt.

Auch wenn der aktuelle Vorfall offenbar zu keiner unmittelbaren Schädigung des Fischbestandes der Ahr geführt hat, möchte der Fischereiverband erneut auf diese Problematik aufmerksam machen. Er fordert konsequente Kontrollen, strengere Maßnahmen zur Prävention sowie eine lückenlose Aufklärung solcher Vorfälle. Nur durch entschlossenes Handeln kann verhindert werden, dass sich derartige Ereignisse Jahr für Jahr wiederholen.

Der Schutz unserer Gewässer muss oberste Priorität haben!

FISCHEREIVERBAND SÜDTIROL

Bezirk: Pustertal

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