Von: luk
Vinschgau/Tirol – Nach den Protestaktionen am Brenner richten Umweltorganisationen nun auch den Blick auf den Fernpass. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau und der Dachverband für Natur- und Umweltschutz unterstützen zwei angekündigte Demonstrationen, bei denen der Fernpass am 27. Juni und am 1. August jeweils für zwei Stunden gesperrt werden soll.
Organisiert werden die Aktionen von der Tiroler Bürgerinitiative „Lebensraum Gurgltal Außerfern Mieminger Plateau“. Sie wendet sich gegen die zunehmende Verkehrsbelastung in der Region sowie gegen geplante Infrastrukturprojekte wie den sogenannten Scheiteltunnel. Auch die Einführung einer Maut wird kritisch gesehen, da die Initiatoren zusätzliche Verkehrsverlagerungen befürchten.
Aus Sicht der Südtiroler Umweltschützer reichen die Auswirkungen der Ausbaupläne weit über Tirol hinaus. Sie warnen davor, dass der Fernpass zunehmend zu einer leistungsfähigen Nord-Süd-Transitroute ausgebaut werde. Dies könnte auch im Vinschgau zu einer weiteren Zunahme des Verkehrs führen.
Die Verbände fordern stattdessen Investitionen in Bahnverbindungen, Güterterminals und den öffentlichen Verkehr. Der Güterverkehr müsse stärker auf die Schiene verlagert werden. Gleichzeitig brauche es eine engere Zusammenarbeit innerhalb der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, um den Transitverkehr nachhaltig zu reduzieren.
Für die Protestaktion am 27. Juni sowie am 1. August wird ab Mals eine Mitfahrgelegenheit organisiert. Die Umweltverbände hoffen auf breite Unterstützung für ihr Anliegen, den Ausbau des Straßennetzes zu bremsen und alternative Mobilitätskonzepte voranzutreiben.




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