Klimaforscher ortet auch in Medien "Kopf in den Sand"-Mentalität

Forscher warnt angesichts Klimaberichts vor Kontrollverlust

Dienstag, 23. April 2024 | 09:15 Uhr

Von: apa

Angesichts des Berichts des EU-Klimawandeldienstes Copernicus und der Weltwetterorganisation WMO vom Montag zu den Klimagefahren in Europa plädiert der Forscher Georg Kaser für einen erweiterten Blick auf das Geschehen. Auch abseits Europas sehe man z.B. an den massiven Überschwemmungen im Ural und Teilen Asiens gerade jetzt extreme Vorgänge. Das sei “alles andere als überraschend”, sehe man sich die ungeheuren Energiemengen an, die menschgemacht ins Klimasystem kommen.

Das sind derzeit jährlich rund 13.000.000.000.000.000.000.000 Joule, Tendenz weiter steigend, erklärte Kaser gegenüber der APA. Zum Vergleich: Die verheerende “Hiroshimabombe”, deren Detonation 1945 zehntausende Menschen auf der Stelle tötete, setzte quasi “nur” 56.000.000.000.000 Joule Energie frei. Man müsse daher “schon sehr verbohrt und betriebsblind sein, um anzunehmen, dass das schon alles irgendwie machbar sei”, so der frühere Dekan der Fakultät für Geo-und Atmosphärenwissenschaften der Uni Innsbruck, der auch am letzten Bericht des Weltklimarates (IPCC) mitgearbeitet hat.

Gegen “die weitere Erwärmung und am Ende den Kontrollverlust über den Klimawandel” könnten Bürgerinnen und Bürger allerdings durchaus noch etwas tun. “Die in den kommenden Monaten anstehenden Wahlen bieten eine wirksame Gelegenheit dazu”, so der Glaziologe und Vizepräsident für die Fachabteilung Naturwissenschaften und Technik des Wissenschaftsfonds FWF.

Er habe jedoch auch das Gefühl, dass in der medialen Berichterstattung in unseren Breiten die fast wöchentlichen extremen atmosphärischen Ereignisse, wie die ungewöhnliche Kombination von extremen Regenfällen und starker Schneeschmelze im Ural, die jüngsten Extremniederschläge in Afghanistan und Pakistan – die eigentlich nicht in das dort übliche Jahresmuster der Niederschläge passen – und jene und in Südchina, wo gerade eine “Jahrhundertflut” befürchtet wird, hierzulande kaum noch Beachtung finden. Das klinge nach “Kopf in den Sand”-Mentalität und “Wir können das unseren Bürgerinnen und Bürgern nicht zumuten”, so Kaser.

Kommentare

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5 Kommentare auf "Forscher warnt angesichts Klimaberichts vor Kontrollverlust"


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Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 17 h

Für die Rettung der Welt einzutreten, da sind viele dabei.
Aber dafür etwas zu opfern und auf etwas zu verzichten … da schaut die Lage schon anders aus.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 14 h

Neumi! TOP! Wer hats verstanden, NIEMAND!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 17 h

Die Politik steckt den Kopf in den Sand, gezwungen durch ihre uninformierten und bequemen Wähler die nicht bereit sind sich zu ändern und die Medienlandschft tut ihres dazu. Dabei Kritisieren ich auch SN, denn Berichte zum Klimawandel werden zwar veröffentlicht aber verschwinden teils in kurzer Zeit für komplett unwichtige Artikel!

Homelander
Homelander
Universalgelehrter
1 Monat 12 h

Mir kimp fier, es kimp die Eiszeit wiedo😂😂

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 8 h

Die Zunahme von Narzisten in unserer Gesellschaft verhindert vieles. Man wird reagieren jedoch wird es dann zu spät sein.

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