Von: importer
Die Gefahr einer erneuten Flutwelle im Katastrophengebiet im Himalaya ist nach chinesischen Angaben etwas gesunken. Der durch Geröllmassen entstandene See am Fluss Purepu Tsangpo sei geschrumpft, teilten die Behörden am Samstag mit. Satellitenaufnahmen deuteten darauf hin, dass das Wasser langsam abfließe, berichtete der staatliche Fernsehsender CCTV unter Berufung auf das Ministerium für Wasserressourcen.
Ein Überlaufen des Sees hatte am Freitag die Rettungsarbeiten vorübergehend unterbrochen. Die Zahl der Toten drei Tage nach der verheerenden Sturzflut infolge eines Gletscherabbruchs im Grenzgebiet zwischen der chinesischen Region Tibet und Nepal stieg auf chinesischer Seite auf sieben, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. In Nepal wurden bisher mehr als 600 Leichen geborgen. Einige Tausend Menschen konnten laut Angaben der nepalesischen Behörden bereits gerettet werden. Allerdings werden in Tibet und Nepal zusammengenommen noch mehr als 2.500 Menschen vermisst, darunter auch ausländische Touristen.
Spezialisierte Hilfe für Tunnel benötigt
Das regnerische Wetter, zerstörte Straßen und unterbrochene Kommunikationsverbindungen erschwerten CCTV zufolge die Rettungsarbeiten. Zudem warnt die chinesische Katastrophenschutzbehörde vor weiteren Risiken. Ein Experte des chinesischen Ministeriums für natürliche Ressourcen erklärte, es gebe einen zweiten aufgestauten See am Fuß des Gletschers mit einer ähnlichen Größe. Dessen Tiefe sei jedoch unklar. Ein Vertreter der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde erklärte, das Risiko von Überflutungen bleibe bestehen, bis das Wasser aus beiden Seen vollständig abgeflossen sei.
Nepal bat um gezielte ausländische Hilfe, jedoch nicht bei den allgemeinen Such-und Rettungsarbeiten, sagte Außenminister Shisir Khanal am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Khanal zufolge benötigt Kathmandu spezialisierte ausländische Hilfe, etwa bei der Bergung von in Tunneln eingeschlossenen Menschen, der Wiederherstellung von Verkehrsverbindungen sowie bei der Identifizierung und Aufbewahrung der Toten. Man habe die Nachbarländer Indien und China bereits um Behelfsbrücken gebeten.
Khanal präzisierte damit eine frühere Aussage seines Ministeriums vom Freitag, wonach Nepal die Rettungsarbeiten allein bewältigen könne. Für die allgemeinen Such- und Rettungsarbeiten, die von nepalesischen Kräften geleistet würden, sei keine weitere Hilfe nötig, sagte Khanal.
Schlamm erschwert Suchaktionen
Die Armee in Nepal hat zuletzt die Such- und Rettungsaktionen intensiviert, stößt aber weiter auf große Probleme. “Der schwierigste Teil ist der abgelagerte Schlamm als Folge der Flutwelle”, sagte Armeesprecher Raja Ram Basnet in Battar Bazar in der an Tibet grenzenden Provinz Bagmati. Dadurch sei es sehr schwierig, Hubschrauber in den betroffenen Gebieten wie Temure, Syabrubesi und Mailung zu landen oder zu starten.
Derzeit sind laut Basnet unter anderem 14 Rettungshubschrauber in der Region im Einsatz. Als eine weitere Hürde nannte der Sprecher bestehende Tunnel im Gebirge, in denen Menschen festsaßen. Am Freitagmorgen (Ortszeit) seien nur vier Personen aus den Tunneln gerettet worden. Vermutlich befänden sich in ihnen noch zahlreiche Menschen.




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