Omer Cim bleibt in Haft

Frauenmord in Schlanders: Neun Messerstiche

Donnerstag, 17. August 2023 | 07:45 Uhr
Update

Von: mk

Schlanders – Nach dem Mord an Celine Frei Matzohl herrscht Fassungslosigkeit im Vinschgau und darüber hinaus. Unterdessen nimmt die Untersuchung ihren Verlauf. Am heutigen Mittwoch fand die Haftprüfung statt. Ihr ehemaliger Partner Omer Cim gilt als einziger Verdächtiger und bleibt hinter Gittern. Der türkischstämmige Mann machte bei der Anhörung vor dem Untersuchungsrichter von seinem Recht zu schweigen Gebrauch.

Die Anältinnen Alessandra D’Ignazio und Claudia Benedetti haben die Verteidigung des 28-Jährigen übernommen. Ihnen zufolge stehe ihr Mandant unter Schock.

Auch die Obduktion wurde am Mittwoch durchgeführt. Dabei wurden “neun Messerstiche sowie zwei kleine oberflächliche Stichwunden, die alle im Bereich des Halses und der oberen Brust liegen”, festgestellt. “Der Tod trat aufgrund eines hämorrhagischen Schocks ein, der auf Verletzungen der linken Halsschlagader und der Lungenarterie zurückzuführen war”, hieß es. Die Ordnungshüter haben im Haus ein Messer als mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt.

Die junge Frau hatte schon im Juni Anzeige wegen Körperverletzung und schwerer Bedrohung gegen Cim erstattet, weil er im Auto auf sie losgegangen ist. Ein Annäherungsverbot wurde deshalb aber nicht ausgesprochen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sei dies in solchen Fällen nicht möglich. Mehrere Frauenverbände kritisieren die Gesetzeslage scharf.

Gleichzeitig warnen diese Verbände Frauen und Mädchen davor, sich mit einem gewalttätigen Partner zu einem „letzten Treffen“ zu verabreden. Das Risiko sei in solchen Fällen besonders hoch.

So ähnliche könnte es auch im Fall von Celine Frei Matzohl gewesen sein. Wie die italienische Tageszeitung Alto Adige berichtet, soll Omer Cim damit gedroht haben, sich das Leben zu nehmen, sollte sich die 21-Jährige nicht mit ihm zu einer letzten Aussprache treffen. Laut einer Astat-Erhebung aus dem Jahr 2019 sind die Täter bei Frauenmorden in 64 Prozent der Fälle der Partner und in 20 Prozent der Ex-Partner.

Dass der 28-Jährige neben Gewalt auch zu Eifersucht und besitzergreifendem Verhalten neigt, zeigt die Tatsache, dass er im Juli seinen Zweitjob als Hilfskraft in einem Hotel hinschmiss, um seiner Ex-Freundin besser nachstellen zu können. Vormittags arbeitete er als Metzger. Seine Absichten soll er einer dritten Person gegenüber zugegeben haben. Doch damit nicht genug. Einem Bekannten soll er vor Wochen anvertraut haben, auf der Suche nach einer Pistole zu sein – ein weiteres beunruhigendes Puzzleteil.

Noch am Sonntag soll der 28-Jährige versucht haben, sich ins Ausland abzusetzen. Er wurde kurz vor der österreichischen Grenze am Reschenpass durch Schüsse auf sein Auto aufgehalten und festgenommen.

Am Mittwochvormittag wurde ein Pathologe damit beauftragt, den Leichnam von Frei Matzohl Celine zu obduzieren. Die Obduktion ergab, dass der Körper des Opfers anscheinend neun Messerstiche sowie zwei kleine oberflächliche Stichwunden aufweist, die alle im Bereich des Halses und der oberen Brust liegen. Der Tod trat aufgrund eines hämorrhagischen Schocks ein, der auf Verletzungen der linken Halsschlagader und der Lungenarterie zurückzuführen war.

Es fand auch die Haftprüfung statt, an deren Ende der Richter die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Festnahme bestätigte und die Untersuchungshaft des Verdächtigen anordnete, da sowohl Flucht- als auch Wiederholungsgefahr bestand.

In Schlanders und weit darüber hinaus sind Gedanken der Menschen bei der Familie und den Freunden von Celine Frei Matzohl, bei ihrer Trauer, ihrem Schock und Entsetzen. In Schlanders tragen die Fahnen einen schwarzen Trauerflor. Geschäfte stellen in Schaufenstern Texte aus, an die junge Frau erinnern sollen.

Bezirk: Bozen, Vinschgau