Von: luk
Auer – Mit einer weiteren gemeinsamen Ausreißaktion entlang des Etschdamms zwischen Salurn und Pfatten hat der Heimatpflegeverband Südtirol am vergangenen Wochenende einen weiteren Schritt im Projekt zur Bekämpfung invasiver Pflanzenarten gesetzt.
Das Projekt wurde 2025 mithilfe des Landschaftsfonds, der Raiffeisenkassen Unterland und Salurn, der Stiftung Südtiroler Sparkasse sowie der Ferienregion Südtirols Süden gestartet. Gemeinsam mit Fachleuten wird untersucht, wie sich gezielte Beweidung auf die Ausbreitung gebietsfremder invasiver Pflanzenarten auswirkt und welche Pflegemaßnahmen langfristig sinnvoll und praktikabel sind. Die nun durchgeführte Ausreißaktion bildet dabei einen wichtigen Bestandteil der laufenden Untersuchungen und dient dazu, unterschiedliche Methoden der Eindämmung direkt vor Ort miteinander zu vergleichen.
Schafe als Landschaftspfleger
Begleitet wird das Projekt von der Botanikerin und Projektleiterin Franziska Zemmer. Gemeinsam mit den Hirten Daniela Paratscha und Sandra Hofer und ihrer Schafherde werden entlang der Etsch unterschiedliche Formen der Beweidung und Pflege erprobt.
Die Tiere übernehmen dabei eine wichtige Rolle in der Landschaftspflege: Durch die Beweidung können bestimmte invasive Arten zurückgedrängt und wieder Platz für heimische Pflanzenarten geschaffen werden.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, ob Beweidung allein ausreicht, um invasive Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, ob Beweidung allein ausreicht, um invasive Arten einzudämmen, oder ob ergänzende Maßnahmen notwendig bleiben. Dafür wurden mehrere Versuchsflächen angelegt, auf denen unterschiedliche Methoden miteinander verglichen werden: eine lockere Beweidung, wie sie beim Durchziehen der Herde stattfindet, eine gezielte Beweidung, bei der die Herde so geführt wird, dass sie länger bei invasiven Arten verweilt, händisches Ausreißen sowie Versuchsflächen ohne Eingriffe.
Händisch behandelt wurden bei der Aktion vor allem Topinambur, nordamerikanische Goldrutenarten sowie Robinien – Pflanzenarten, die heimische Vegetation zunehmend verdrängen und bestehende Lebensräume verändern. Besonders deutlich zeigte sich dabei, wie stark sich der Topinambur auf jenen Flächen ausbreitet, auf denen bislang keine Beweidung stattgefunden hat. Bereits bei der ersten händischen Behandlung abgeschälte Robinien waren teilweise abgestorben.
Forschung, Pflege und Bewusstseinsbildung
Das Projekt verbindet praktische Landschaftspflege mit konkreter Forschung vor Ort. Gleichzeitig soll das generelle Bewusstsein dafür gestärkt werden, welche Auswirkungen gebietsfremde invasive Arten auf artenreiche Kulturlandschaften und sensible Lebensräume haben können.




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