Von: lup
Bozen – Der Verein Alzheimer Südtirol ASAA baut sein Unterstützungsangebot für Angehörige von Demenzkranken weiter aus. Im Mittelpunkt steht dabei das sogenannte „Sente-mente“-Modell, das von der italienischen Demenzexpertin Letizia Espanoli entwickelt wurde und den Fokus auf die emotionalen Fähigkeiten von Menschen mit Demenz legt.
Gerade in den Sommermonaten würden viele Familien, die demenzkranke Angehörige zu Hause betreuen, vor zusätzliche Herausforderungen gestellt, erklärt ASAA-Präsident Ulrich Seitz. Umso wichtiger seien gezielte Entlastungsangebote. „Ein Modell, das uns überzeugt und tolle Ergebnisse zeigt, ist das so genannte Gefühls-Verstand-Modell ‚Sente-mente‘ rund um die Alzheimer-Krankheit“, betont Seitz.
Das Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass Menschen mit Demenz zwar zunehmend kognitive Fähigkeiten verlieren, ihre emotionale Wahrnehmung jedoch weitgehend erhalten bleibt. Statt ausschließlich die Defizite der Erkrankung in den Blick zu nehmen, konzentriert sich das Modell auf vorhandene Potenziale und Möglichkeiten für mehr Lebensqualität.
Die von Letizia Espanoli entwickelte Methode richtet sich an Angehörige, Pflegekräfte und Betroffene. In Workshops und sogenannten „Sente-mente-Cafés“ lernen Familien, Verhaltensweisen von Demenzkranken besser zu verstehen und den Alltag gemeinsam positiv zu gestalten. Ziel sei es, den Erkrankten nicht auf seine Krankheit zu reduzieren, sondern seine Gefühle und Bedürfnisse weiterhin ernst zu nehmen.
„Allzu oft wurde den Familien gesagt, dass es angesichts der fortschreitenden Krankheit nichts mehr zu tun gibt“, erklärt Espanoli. Das Modell wolle dagegen aufzeigen, welche Handlungsmöglichkeiten trotz der Erkrankung bestehen und wie Angehörige ihre eigene Lebensqualität bewahren können.
Neben Schulungen und Beratungen bietet Alzheimer Südtirol auch therapeutische Hilfestellungen und Unterstützungsdienste für Betroffene und deren Familien an. Diese können über die grüne Nummer 800 660 561 oder per E-Mail an info@asaa.it in Anspruch genommen werden.
Darüber hinaus arbeitet der Verein an einem neuen Netzwerk unter dem Titel „Arbeiten und Pflegen“. Ziel ist es, Unternehmen für die Herausforderungen pflegender Angehöriger zu sensibilisieren und gemeinsam flexible Lösungen für betroffene Mitarbeiter zu entwickeln. „Pflege ist keine karitative Freundlichkeit, sondern entwickelt sich zusehends zur Kernverantwortung engagierter Unternehmer“, ist Seitz überzeugt. Interessierte Betriebe können sich bereits jetzt für das Pilotprojekt anmelden.




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