Von: apa
Zwei Lawinenabgänge in Tirol haben am Samstag glimpflich geendet. Im Bereich Roßkar im Sulztal in den Stubaier Alpen in Längenfeld (Bezirk Imst) ging ein Schneebrett auf eine vierköpfige Skitourengruppe ab. Zwei Wintersportler wurden teilverschüttet, einer davon leicht verletzt. Im Bereich der Wanglspitze in Schwendau im Zillertal (Bezirk Schwaz) wiederum löste ein 29-jähriger Snowboarder aus Schweden eine Lawine aus, wurde aber weder verschüttet noch verletzt.
Die Gruppe im Sulztal, einem östlichen Seitental des Ötztals, hatte ausgehend von der Amberger Hütte eine Skitour in Richtung des Atterkarjöchl unternommen. Als sie einen sehr steilen Nordosthang querten, löste sich über ihnen kurz vor 11.00 Uhr plötzlich eine rund 20 Meter breite Schneebrettlawine. Ein 60-jähriger Deutscher und eine 58-jährige Landsfrau aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt wurden von den Schneemassen erfasst, 50 bis 100 Meter mitgerissen und teilverschüttet, berichtete die Polizei. Die 58-Jährige blieb unverletzt, der 60-Jährige wurde leicht verletzt, konnte jedoch noch selbstständig zur Amberger Hütte absteigen.
Die beiden hatten neben der Notfallausrüstung auch einen Lawinenairbag-Rucksack bei sich, den sie auslösen konnten. Die beiden anderen deutschen Gruppenmitglieder, ein 56-Jähriger und eine 28-Jährige, befanden sich außerhalb des Anrisses und wurden von der Lawine nicht erfasst.
Lawinenabgang ohne Verschüttete löste Sucheinsatz aus
Ebenfalls Samstagvormittag löste ein 29-jähriger schwedischer Snowboarder im Variantenbereich östlich der Wanglspitze im Zillertal eine Lawine aus. Der Mann wurde weder verschüttet noch verletzt und fuhr schließlich talwärts weiter, ohne den Lawinenabgang zu melden, berichtete die Polizei. Am frühen Nachmittag bemerkte schließlich ein Mitarbeiter der Hornbergbahn den Lawinenabgang und setzte einen Notruf ab. Die Besatzung eines Rettungshubschraubers ortete daraufhin beim Überflug sowohl Ein- als auch Ausfahrtsspuren. Deshalb wurde ein Rettungseinsatz eingeleitet, an dem auch der Polizeihubschrauber “Libelle” sowie Alpinpolizei und Bergrettung beteiligt waren. Erst als der Schwede schließlich den Hubschraubereinsatz registrierte, teilte er der Leitstelle mit, dass er das Schneebrett ausgelöst habe und niemand verschüttet worden sei.
Die Tiroler Polizei nahm den Vorfall jedenfalls zum Anlass, einen generellen eindringlichen Appell auszusprechen. Wintersportler, die eine Lawine auslösen, bei der definitiv niemand verschüttet wurde, sollten dies umgehend der Leitstelle oder den örtlichen Bergbahnen melden, verlautete es in einer Aussendung.
Erhebliche Lawinengefahr in Tirol
In Tirol herrschte am Samstag verbreitet Lawinenwarnstufe 3 auf der fünfteiligen Skala, also erhebliche Gefahr. Bei dieser Gefahrenstufe passieren erfahrungsgemäß die meisten Lawinenunfälle. Schneebretter könnten sehr leicht im schwachen Altschnee ausgelöst werden, hatte der Lawinenwarndienst am Freitag bekanntgegeben. Dies vor allem an West-, Nord- und Osthängen oberhalb der Waldgrenze, vereinzelt auch an Südhängen oberhalb von rund 2.200 Metern.




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