Sieben Personen in Haft

Steuerbetrug mit Bierhandel: Osttiroler wieder enthaftet

Freitag, 14. Juni 2019 | 14:40 Uhr
Update

Bozen – In einer länderübergreifenden Aktion ist vor wenigen Tagen ein internationaler Umsatzsteuerbetrug mit einem Schaden von über drei Millionen Euro aufgedeckt worden. Darin verwickelt dürfte auch ein Osttiroler Getränkehändler sein, der in Tirol kurzfristig festgenommen, mittlerweile aber wieder auf freien Fuß gesetzt wurde.

“Die Voraussetzungen für eine allfällige Übergabe nach Italien sind noch zu prüfen”, meinte der Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, Hansjörg May, gegenüber der APA zur Freilassung des Osttirolers. Das Ermittlungsverfahren in dem Fall werde von der Staatsanwaltschaft in Bozen in Südtirol geführt. In Österreich sei jedenfalls kein eigenes Strafverfahren anhängig. Von der Polizei in Bozen hieß es, dass noch gegen acht weitere Personen ermittelt werde.

Der 50-Jährige soll sich seit April 2015 als Scheinexporteur betätigt und große Mengen an Bier und anderen Alkoholika im Gesamtwert von 3,6 Millionen Euro an italienische Firmen geliefert haben, die als steuerbefreit ausgewiesen waren. Die Empfänger – es handelte sich um rumänische Staatsbürger – verkauften die Getränke weiter und kassierten dafür Umsatzsteuer, ohne in weiterer Folge die an sich fälligen Abgaben an die italienischen Behörden abzuführen, wie Christian Ackerler, Chef der Steuerfahndung im Finanzministerium, der APA berichtete. Dem italienischen Staat entstand dadurch ein beträchtlicher Schaden, in Österreich ist dagegen zum aktuellen Ermittlungsstand kein Schaden nachweisbar.

Ab Juni 2018 machte auch ein deutscher Geschäftsmann federführend bei den Malversationen mit. Insgesamt waren 25 Unternehmen an den Machenschaften beteiligt. Ausgehend von Bozen waren die Finanzbehörden seit Oktober 2016 den Steuerbetrügern auf der Spur, nach umfangreichen Observationen und Telefonüberwachungen wurden am Mittwoch in Italien, Rumänien, Deutschland und Österreich zeitgleich Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei insgesamt sieben Personen – neben dem Osttiroler drei Italiener und drei Rumänen – festgenommen.

In Bezug auf den tatverdächtigen Osttiroler wickelte die österreichische Steuerfahndung gemeinsam mit der Finanzpolizei und der Polizei sechs Hausdurchsuchungen ab. Die Drahtzieher der groß angelegten Steuertricksereien werden in Neapel bzw. Sizilien vermutet. Die Bande soll ein System fiktiver Gesellschaften aufgebaut haben, dank der sie in Italien keine Mehrwert- und Alkoholsteuer zahlte. Damit konnte der Alkohol in Italien zu wesentlich günstigeren Preisen als von der Konkurrenz angeboten verkauft werden.

BISHER:

Die Bozner Staatspolizei hat sieben Personen verhaftet – vier Italiener, zwei Rumänen und einen Österreicher –, die verdächtigt werden, einer kriminellen Bande anzugehören, die sich des Steuerbetrugs schuldig gemacht hat.

Konkret geht es um ein äußerst lukratives Steuerkarussell in Zusammenhang mit dem Handel mit Bier zwischen Österreich, Italien und Deutschland.

Sowohl die Mehrwert- als auch die Alkoholsteuer sollen hinterzogen worden sein.

An den Ermittlungen waren auch ausländische Polizeibehörden beteiligt. Der Kopf der Bande soll in Italien Empfänger des Bürgergelds, des sogenannten “Reddito di Cittadinanza”, gewesen sein. Seine Karte, um die staatliche Unterstützung zu beziehen, wurde beschlagnahmt.

In einer länderübergreifenden Aktion ist vor wenigen Tagen ein internationaler Umsatzsteuerbetrug mit einem Schaden von über drei Millionen Euro aufgedeckt worden. Mit im Zentrum des Geschehens dürfte ein Osttiroler Getränkehändler gestanden sein, der sich in Innsbruck in Haft befindet, wie Christian Ackerler, Chef der Steuerfahndung im Finanzministerium, am Freitag der APA berichtete.

Der 50-Jährige soll sich seit April 2015 als Scheinexporteur betätigt und große Mengen an Bier und anderen Alkoholika im Gesamtwert von 3,6 Millionen Euro an italienische Firmen geliefert haben, die als steuerbefreit ausgewiesen waren. Die Empfänger – es handelte sich um rumänische Staatsbürger – verkauften die Getränke weiter und kassierten dafür Umsatzsteuer, ohne in weiterer Folge die an sich fälligen Abgaben an die italienischen Behörden abzuführen. Dem italienischen Staat entstand dadurch ein beträchtlicher Schaden, in Österreich ist dagegen zum aktuellen Ermittlungsstand kein Schaden nachweisbar.

Ab Juni 2018 machte auch ein deutscher Geschäftsmann federführend bei den Malversationen mit. Insgesamt waren 25 Unternehmen an den Machenschaften beteiligt. Ausgehend von Bozen waren die Finanzbehörden seit Oktober 2016 den Steuerbetrügern auf der Spur, nach umfangreichen Observationen und Telefonüberwachungen wurden am Mittwoch in Italien, Rumänien, Deutschland und Österreich zeitgleich Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei insgesamt sieben Personen – neben dem Osttiroler drei Italiener und drei Rumänen – verhaftet.

In Bezug auf den tatverdächtigen Osttiroler wickelte die österreichische Steuerfahndung gemeinsam mit der Finanzpolizei und der Polizei sechs Hausdurchsuchungen ab. Die Drahtzieher der groß angelegten Steuertricksereien werden in Neapel bzw. Sizilien vermutet. Die Bande hatte ein System fiktiver Gesellschaften aufgebaut, dank der sie in Italien keine Mehrwert- und Alkoholsteuer zahlte. Damit konnte der Alkohol in Italien zu wesentlich günstigeren Preisen als von der Konkurrenz angeboten verkauft werden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "Steuerbetrug mit Bierhandel: Osttiroler wieder enthaftet"


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denkbar
denkbar
Kinig
2 Tage 6 h

Ich plädiere dafür, dass die Strafen für Steuerhinterziehung erhöht werden und dieses Geld samt der von diesen Leuten rückwirkend eingehoben Steuer, an die Bürger verteilt wird, die immer brav ihre Steuern bezahlt haben, ohne zu tricksen und faule Umgehung der Steuergesetze. Letztendlich sind das in erster Linie Arbeitnehmer und Rentner. Steuerbetrug ist ein schweres Verbrechen, kein Kavaliersdelikt.

Sellwoll
Sellwoll
Grünschnabel
2 Tage 4 h

Lässt du dir für die Reparatur des Handwerkers auch immer brav eine Rechnung ausstellen?

denkbar
denkbar
Kinig
2 Tage 4 h

@Sellwoll. Ja aus Prinzip. Auch für das Zimmer das ich an einen Studenten vermietet hatte hab ich brav meine Steuer bezahlt.

Sellwoll
Sellwoll
Grünschnabel
2 Tage 2 h

@denkbar
Vorbildlich! in den meisten Fällen sieht das anders aus…

alpenfranz
alpenfranz
Grünschnabel
2 Tage 6 h

ich würde mich freiwillig melden das Bier zu vernichten 🤣😂

Dublin
Dublin
Kinig
2 Tage 6 h

…ich komme mit helfen…
😜

Zugspitze947
Zugspitze947
Superredner
2 Tage 4 h

An sich kann man innerhalb der EU waren frei und ohne Italo Schikanen transportieren<<=nur da hat man immer Sonderregelungen die nicht EU-fest sind !

Mikeman
Mikeman
Kinig
2 Tage 3 h

@ Zugspitze947
Genau ,so isses.bestes Beispiel vor paar Tagen :
https://www.aero.de/news-31847/DFS-weist-Norwegian-737-MAX-an-Luftraumgrenze-ab.html

“wenns dann drauf ankommt dem Nachbar noch eine auszuwischen dann wird die Sache erst richtig effizient 😀😂

Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
1 Tag 17 h

MwSt. Hinterziehung ist keine italienische Spezialitãt. Informiere dich mal, was die Karusellgeschäfte sind, da mischt ganz Europa mit.

Popeye
Popeye
Superredner
2 Tage 6 h

Das Problem liegt in den unterschiedlichen Tarfierung in den jeweiligen EU Staaten. Gabe Es ein einheitliches Abgabesystem, wären die aufwendigen Verrechnungs und Dokumentationsverfahren überflüssig. Die EU Kommission arbeitet gut in diese Richtung, aber wie immer versalzen die Nationalstaaten die Suppe. Und Gauner Beuten diese Systemschwachen aus. So geht das.

Mikeman
Mikeman
Kinig
2 Tage 3 h

@ Popeye
nennen wir die Dinge doch beim Namen ,warum immer diese Hypokrysie ???
Gegen das Sesselklebertum ist noch kein Kraut gewachsen und die EU ist ohne Zweifel das Paradies für diese Plage.Ein einheitliches System wär zu einfach
aber dafür müsste man eben aufräumen.

vitus
vitus
Tratscher
2 Tage 4 h

… hoffentlich kimmp es jetzt nit zu Bier-Lieferengpässe!

Staatsfeind
Staatsfeind
Tratscher
2 Tage 51 Min

“Dem italienischen Staat entstand dadurch ein beträchtlicher Schaden”
Wie ist denn das möglich? Erst einmal zahlt niemand die Steuern freiwillig, sondern nur unter Drohung. Das spricht natürlich für die Qualität der Staatsleistungen. Wenn also ein Räuber sein Opfer nicht wie erwartet berauben kann, dann spricht man doch nicht von einem Schaden der dem Räuber dadurch entstanden ist.

Staenkerer
1 Tag 19 h

des gsetzesnetz muaß jo riesen löcher hobn damit solche spielereien so long durchgien!
oder lieg es an der aufgepauschtn bürokratie das se selber nimmer durchblickn?

Popeye
Popeye
Superredner
2 Tage 6 h

@Alpenfranz, pass auf, es könnte sich um “Aldis Rache” handeln. (Waldbaum Eichbaum und schlimmer).

Savonarola
1 Tag 17 h

war der reddito di cittadinanza nicht hoch genug?

hatdasletztewort
1 Tag 8 h

und hinzu kommen die ganzen unnötigen Lkw Fahrten quer durch Europa…

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