Von: idr
Meran – Die Meraner Stadtpolizei hat am Dienstag ihre Jahresbilanz 2025 präsentiert. Eine Zahl sticht besonders hervor: 299 Führerscheinentzüge allein wegen Handynutzung am Steuer. „Die festgestellten Verstöße haben sich gegenüber 2024 mehr als verdoppelt“, erklärt Kommandant Alessandro De Paoli bei der Pressekonferenz mit Bürgermeisterin Katharina Zeller.
Während in anderen Bereichen Fortschritte erkennbar sind – so zum Beispiel die Zahl der Unfälle mit Verletzten, die trotz steigender Gesamtunfallzahlen stagniert sowie Fahrten unter Alkoholeinfluss, von 76 auf 53 zurückgingen – bleibt das Smartphone am Steuer Merans größtes Verkehrsrisiko. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 27.162 Strafen verhängt, ein Plus gegenüber 2024. Davon entfielen 309 auf Handynutzung – doch die wahre Dimension zeigt sich bei den Führerscheinentzügen.
„Die Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer ist nach wie vor eine der Hauptursachen für Ablenkung“, betont De Paoli. Die Zahlen belegen, dass weder verschärfte Strafen – bis zu tausend Euro Bußgeld, automatischer Führerscheinentzug und bis zu zehn Punkte Abzug – noch mediale Aufmerksamkeit die Autofahrer zum Umdenken bewegen.
Radarfallen ohne Funktion
Die Bilanz zeigt auch andere bemerkenswerte Entwicklungen: Die Zahl der durch Radarkontrollen festgestellten Verstöße brach drastisch ein – von 1.336 im Jahr 2024 auf nur noch 261 im Jahr 2025. Grund sind strengere nationale Vorschriften für den Einsatz von Radargeräten in Innenstädten. Gleichzeitig stiegen die Verstöße gegen die verkehrsberuhigte Zone auf 12.181 – fast die Hälfte aller verhängten Strafen.
Wer glaubt, kurz aufs Display zu schauen sei harmlos, sollte sich die Zahlen vor Augen führen: Bei Tempo fünfzig und drei Sekunden Blick aufs Handy legt man über vierzig Meter blind zurück. Andere Städte setzen mittlerweile auf Technik: Spezielle Kameras erkennen automatisch, ob ein Fahrer das Handy in der Hand hält. Ob Meran diesem Beispiel folgt, ist offen. Bis dahin hat die Meraner Stadtpolizei angekündigt, die Kontrollen weiter zu verschärfen.




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