Versorgung in Tirol

Horror-Haltung: Drei verwahrloste Stuten aus Deutschland gerettet

Dienstag, 31. März 2026 | 12:06 Uhr

Von: luk

Reutte – Drei schwer vernachlässigte Pferde aus Deutschland haben dank eines grenzüberschreitenden Tierschutzeinsatzes eine neue Chance auf Leben erhalten. Die Stuten Merida, Twilight und Lillifee wurden Anfang März im baden-württembergischen Alb-Donau-Kreis aus katastrophalen Haltungsbedingungen befreit und anschließend in die sogenannte Pferdeklappe des Österreichischer Tierschutzverein nach Reutte gebracht.

Die Tiere waren zuvor vom Veterinäramt in Ulm sichergestellt worden. Laut Tierschutzverein lebten die drei Stuten knöcheltief im eigenen Kot, ohne Tageslicht und ohne Zugang zu frischer Luft. „Ihr Zustand war absolut katastrophal“, schildert Hofleiterin Nicole Mayrhofer.

Schwere gesundheitliche Schäden

Erst nach aufwendiger Reinigung wurde das gesamte Ausmaß der Vernachlässigung sichtbar. Das Fell der Tiere war stark verfilzt und verschmutzt. Alle drei Stuten leiden an einem aggressiven Hautpilz, sind deutlich abgemagert und weisen Mangelerscheinungen auf.

Die gesundheitlichen Probleme im Detail sind gravierend:

Die 15-jährige Lillifee zeigt Bewegungseinschränkungen und eine eingeschränkte Sehkraft auf einem Auge. Zudem wurden Fehlstellungen der Hufe und alte Verletzungen festgestellt.
Die 20-jährige Twilight benötigt dringend eine Zahnbehandlung, leidet an Hautentzündungen an den Beinen und weist weitere Schäden am Bewegungsapparat auf.
Die zehnjährige Merida gilt als besonders traumatisiert, reagiert nervös auf Menschen und muss für notwendige Hufbehandlungen sogar sediert werden. Zusätzlich leidet sie an einem schmerzhaften Abszess.

Aufwendige Pflege und medizinische Behandlung

In der Einrichtung in Reutte werden die Tiere nun intensiv versorgt. „Es fehlt jeglicher Impfschutz, etwa gegen Tetanus oder Influenza – wir müssen sofort handeln“, erklärt Tierärztin Elena Zeise. Neben medizinischer Behandlung erhalten die Pferde hochwertiges Futter und Mineralstoffe, um ihren Zustand zu stabilisieren.

Österreichischer Tierschutzverein

Trotz ihrer traumatischen Vergangenheit zeigen die Tiere laut den Betreuern erste Anzeichen von Vertrauen.

Tierschützer bitten um Unterstützung

Die Versorgung der Stuten ist jedoch kostenintensiv. Der Österreichische Tierschutzverein ruft daher zu Spenden auf, um die langfristige Pflege sicherzustellen. Insgesamt wurden in der Pferdeklappe in Reutte in den vergangenen vier Jahren rund 150 Pferde aufgenommen und versorgt. „Jedes gerettete Pferd zählt“, betont Mayrhofer.

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