Von: luk
Bozen – In Bozen spitzt sich die Wohnungsnot für Arbeitnehmer weiter zu. Während Politik und Wirtschaft über neue Mitarbeiterwohnungen diskutieren, sind manche Beschäftigte gezwungen auf der Straße zu schlafen – obwohl sie einen Arbeitsvertrag haben.
Einer von ihnen ist Amin, Name geändert. Der 31-Jährige arbeitet seit zwei Monaten in einem renommierten Hotel der Stadt. Tagsüber empfängt er Gäste, putzt Zimmer und trägt Uniform. Nachts schläft er auf Kartons vor dem Infopoint in der Rittner Straße – auch wenn es regnet, berichtet die Zeitung Alto Adige. Amin hat keine feste Unterkunft.
Seit rund 20 Tagen wartet der Mann auf einen Platz in einer Notunterkunft. Jeden Tag bekommt er dieselbe Antwort: warten. Amin stammt aus Marokko, leidet an einer seltenen Erkrankung mit Einschränkungen an den Armen und besitzt eine gültige Aufenthaltsgenehmigung. In Bozen fand er rasch Arbeit – allerdings nur mit befristetem Vertrag. Genau das wird ihm nun zum Problem: Ohne unbefristeten Arbeitsvertrag hat er praktisch keine Chance auf ein Zimmer oder eine Wohnung.
Laut der Hilfsorganisation Volontarius stehen derzeit 52 Menschen auf der Warteliste für einen Schlafplatz in der Stadt. Viele davon gelten als besonders verletzlich – etwa wegen Krankheiten, Behinderungen oder psychischer Probleme. Die ganzjährig geöffnete Unterkunft im Comini-Zentrum ist mit 95 Plätzen vollständig ausgelastet.
Vor diesem Hintergrund kündigte Landesrätin Ulli Mair erneut an, dass im ehemaligen „Hotel Schwefelbad“ günstige Wohnungen für Arbeitnehmer entstehen sollen. Die Stadt brauche dringend leistbaren Wohnraum für Beschäftigte, betonte Mair. Das Projekt soll sich gezielt an Menschen richten, die in der Region arbeiten, aber am freien Wohnungsmarkt kaum Chancen haben.
Der Fall von Amin zeigt dabei besonders deutlich: In einer Stadt mit Arbeitskräftemangel reicht selbst ein Job oft nicht mehr aus, um ein Dach über dem Kopf zu haben.




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