Soldaten an Operation gegen kriminelle Kartelle beteiligt

Hunderte im Kampf gegen Banden in Ecuador festgenommen

Samstag, 13. Januar 2024 | 16:31 Uhr

Im Kampf gegen kriminelle Banden haben die ecuadorianischen Sicherheitskräfte 859 Verdächtige festgenommen. Bei Einsätzen im ganzen Land seien zudem Schusswaffen, Munition, Sprengstoff, Brandsätze, Boote und Fahrzeuge sichergestellt worden, teilte die Regierung in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) mit. Zudem hätten Soldaten und Polizisten 56 Geiseln aus der Gewalt der Gangs befreit. Fünf mutmaßliche Bandenmitglieder und zwei Polizisten seien bei Gefechten ums Leben gekommen.

Außerdem setzten die Sicherheitskräfte 25 entflohene Häftlinge fest. Nachdem Bewaffnete am Dienstag während einer live übertragenen Nachrichtensendung ein Studio des staatlichen Fernsehsenders TC Televisión gestürmt und zahlreiche Geiseln genommen hatten, schickte die Regierung die Streitkräfte in den Kampf gegen die Gangs. Präsident Daniel Noboa erklärte per Dekret, dass sich Ecuador in einem internen bewaffneten Konflikt befinde. Er deklarierte 22 kriminelle Gruppen als terroristische Organisationen und nicht-staatliche Kriegsparteien, die auszuschalten seien.

Die Sicherheitslage in Ecuador hatte sich zuletzt dramatisch verschlechtert. Die Mordrate von 46,5 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr war die bisher höchste in der Geschichte des einst friedlichen Andenstaates und eine der höchsten Lateinamerikas.

Mehrere Banden mit Verbindungen zu mächtigen mexikanischen Kartellen kämpfen um die Kontrolle über die Routen des Drogenhandels. Ecuador ist ein wichtiges Transitland für Kokain aus Kolumbien, Peru und Bolivien, das in die USA und nach Europa geschmuggelt wird.

Inmitten des brutalen Machtkampfs zwischen den Drogenkartellen und den Behörden waren zudem erneut fünf Häftlinge aus dem Hochsicherheitsgefängnis der Hafenstadt Guayaquil geflohen. Nach Angaben von Vertretern der Polizei konnten zwei von ihnen kurz nach ihrem Ausbruch am Freitagabend (Ortszeit) wieder gefasst werden. Die großangelegte Suche nach den anderen Flüchtigen dauerte demnach weiter an.

Ecuador sieht sich seit vergangenem Sonntag einer beispiellosen Welle der Gewalt durch die Drogenkartelle ausgesetzt, deren Mitglieder mit Gefängnisaufständen, Geiselnahmen und Angriffen auf Polizisten das ganze Land terrorisieren. Auslöser war der Ausbruch von José Adolfo Macías alias “Fito”, eines der mächtigsten Drogenbosse des Landes, aus dem Gefängnis von Guayaquil.

Der Staat mit rund 17 Millionen Einwohnern liegt zwischen Kolumbien und Peru, den beiden größten Kokainproduzenten der Welt, galt aber lange als vergleichsweise friedlich und stabil. In den vergangenen Jahren wurde das Land dann selbst zu einer Drehscheibe für den internationalen Drogenhandel. Seitdem hat auch die Gewaltkriminalität massiv zugenommen. Schätzungen zufolge haben die kriminellen Banden im Land inzwischen über 20.000 Mitglieder.

Von: APA/dpa

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Soldaten an Operation gegen kriminelle Kartelle beteiligt

Hunderte im Kampf gegen Banden in Ecuador festgenommen

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Im Kampf gegen kriminelle Banden haben die ecuadorianischen Sicherheitskräfte 859 Verdächtige festgenommen. Bei Einsätzen im ganzen Land seien zudem Schusswaffen, Munition, Sprengstoff, Brandsätze, Boote und Fahrzeuge sichergestellt worden, teilte die Regierung in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) mit. Zudem hätten Soldaten und Polizisten 56 Geiseln aus der Gewalt der Gangs befreit. Fünf mutmaßliche Bandenmitglieder und zwei Polizisten seien bei Gefechten ums Leben gekommen.

Außerdem setzten die Sicherheitskräfte 25 entflohene Häftlinge fest. Nachdem Bewaffnete am Dienstag während einer live übertragenen Nachrichtensendung ein Studio des staatlichen Fernsehsenders TC Televisión gestürmt und zahlreiche Geiseln genommen hatten, schickte die Regierung die Streitkräfte in den Kampf gegen die Gangs. Präsident Daniel Noboa erklärte per Dekret, dass sich Ecuador in einem internen bewaffneten Konflikt befinde. Er deklarierte 22 kriminelle Gruppen als terroristische Organisationen und nicht-staatliche Kriegsparteien, die auszuschalten seien.

Die Sicherheitslage in Ecuador hatte sich zuletzt dramatisch verschlechtert. Die Mordrate von 46,5 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr war die bisher höchste in der Geschichte des einst friedlichen Andenstaates und eine der höchsten Lateinamerikas.

Mehrere Banden mit Verbindungen zu mächtigen mexikanischen Kartellen kämpfen um die Kontrolle über die Routen des Drogenhandels. Ecuador ist ein wichtiges Transitland für Kokain aus Kolumbien, Peru und Bolivien, das in die USA und nach Europa geschmuggelt wird.

Inmitten des brutalen Machtkampfs zwischen den Drogenkartellen und den Behörden waren zudem erneut fünf Häftlinge aus dem Hochsicherheitsgefängnis der Hafenstadt Guayaquil geflohen. Nach Angaben von Vertretern der Polizei konnten zwei von ihnen kurz nach ihrem Ausbruch am Freitagabend (Ortszeit) wieder gefasst werden. Die großangelegte Suche nach den anderen Flüchtigen dauerte demnach weiter an.

Ecuador sieht sich seit vergangenem Sonntag einer beispiellosen Welle der Gewalt durch die Drogenkartelle ausgesetzt, deren Mitglieder mit Gefängnisaufständen, Geiselnahmen und Angriffen auf Polizisten das ganze Land terrorisieren. Auslöser war der Ausbruch von José Adolfo Macías alias “Fito”, eines der mächtigsten Drogenbosse des Landes, aus dem Gefängnis von Guayaquil.

Der Staat mit rund 17 Millionen Einwohnern liegt zwischen Kolumbien und Peru, den beiden größten Kokainproduzenten der Welt, galt aber lange als vergleichsweise friedlich und stabil. In den vergangenen Jahren wurde das Land dann selbst zu einer Drehscheibe für den internationalen Drogenhandel. Seitdem hat auch die Gewaltkriminalität massiv zugenommen. Schätzungen zufolge haben die kriminellen Banden im Land inzwischen über 20.000 Mitglieder.

Von: APA/dpa

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