Fall Bonatti: SEAB erlässt Erstattung der Prozesskosten

“Ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte”

Samstag, 31. März 2018 | 17:40 Uhr

Bozen – Marino Bonatti ist ein Bergwerk vom Herzen gefallen. Die tragische Geschichte des Bozners hatte kurz vor Weihnachten für Bedauern und Mitgefühl in der Bevölkerung gesorgt. Er stand nach einer erlittenen körperlichen Behinderung auch vor seinem finanziellen Ruin. Nun darf sich der Unglücksvogel Medienberichten zufolge eines massiven Schuldenerlasses erfreuen.

Das Leben des 42-Jährigen erscheint als ein wahrhaftiger Scherbenhaufen. Bonatti war bei einem schicksalhaften Verkehrsunfall vor fünf Jahren für zwei Wochen im Koma gelegen. Er hatte die Kollision mit einem Müllwagen der SEAB zwar ohne Hirnschäden überlebt, ist seither jedoch querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Er kann seiner früheren Arbeit nicht mehr nachgehen, hatte auf der anderen Seite hohe Arztkosten zu berappen und musste seine Wohnung behindertengerecht umbauen. Er war also gezwungen, ein Darlehen aufnehmen, ohne zu wissen, wie er es zurückzahlen sollte. Schließlich ließ sich auch seine Frau von ihm scheiden.

In einem Gerichtsverfahren versuchte Bonatti mühsam, für all dies Schadenersatz einzuklagen. Im Dezember 2017 kam dann der Paukenschlag: das Bozner Zivilgericht befand Bonatti in erster Instanz als Alleinschuldigen des Unfalls und verurteilte ihn zur Zahlung der insgesamt 150.000 Euro teuren Prozessspesen. Diese hätte Bonatti nur mit dem Verkauf seiner bereits mit Hypothek belasteten Wohnung begleichen können.

„Ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte“, so Bonatti gegenüber Medien. Als ihn sein Anwalt Nicola Nettis dazu ermutigte, in die zweite Instanz zu gehen, kam es zum Vergleich: die SEAB und die Versicherung verzichteten auf die Erstattung der Prozesskosten. Bonatti muss also nicht mehr um sein Zuhause bangen. „Nun kann ich wieder schlafen, ich sehe wieder Licht am Ende des Tunnels“, gibt er sich zuversichtlich.

Solidarität erfuhr Bonatti auch von der Bozner Bevölkeriung. „Freunde und Bekannte haben eine Theatervorführung und eine Lotterie organisiert, um mir mit dem Erlös unter die Arme zu greifen. Ich danke allen von ganzem Herzen“, so Bonatti.

Von: mho

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "“Ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
bontscho
bontscho
Neuling
20 Tage 7 h

daumen hoch

wellen
wellen
Superredner
20 Tage 5 h

Wos 150.000€ für Prozesskosten? Wie gibt es sowas?

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
19 Tage 9 h

das land oder deren vereine brauchen immer mehrere anwälte….aber trotzdem ….bei 100 € die Stunde wäre das für einen einzigen anwalt eine jahresbeschäftigung….

Storch24
Storch24
Grünschnabel
20 Tage 5 h

Jo jo die sch…….Motorräder

Staenkerer
20 Tage 5 h

wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgend wo ein lichtlein her!

Brixbrix
Brixbrix
Tratscher
19 Tage 22 h

haintzutoge konn mon sich gegen vieles ah privat versichern.

mon muas holt a auf sich selber vorher schaugn net danoch Bled aus der Wäsche schaugen.
so hort des ah klingt

pfeimpf
pfeimpf
Neuling
19 Tage 18 h

150.000 zu Lasten des Steuerzahlers?

Paul
Paul
Superredner
19 Tage 23 h

in userem heiligen Land isch man von bösen Überraschungen nia sicher ..

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
19 Tage 9 h

komischer artikel.
dass die schulden erlassen worden sind, steht nur im titel, nicht aber im bericht…..

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