Hartnäckige Parasiten sind Sache der Eltern

Kratz Kratz Kratz: Kopfläuse in Südtirol auf dem Vormarsch

Donnerstag, 01. Dezember 2016 | 12:00 Uhr

Bozen – In Südtirols Bildungseinrichtungen rauchen nicht nur die Köpfe, sie jucken auch. Der Grund dafür sind Kopfläuse. Die lästigen Plagegeister sind wieder auf dem Vormarsch. Aus vielen Kindergärten und Schulen, ja selbst aus Oberschulen werden Fälle gemeldet.

Seit es 2014 vonseiten der Sanität keine Kontrollen in den Bildungseinrichtungen mehr gibt, sind die Eltern dafür verantwortlich, die Plagegeister in Zaum zu halten – oder besser, gar nicht erst aufkommen zu lassen, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

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Doch daran scheinen sich längst nicht alle Mamis und Papis zu halten. „Heuer ist das Phänomen stärker als in anderen Jahren“, bestätigt auch Apotheker-Präsident Maximin Liebl.

Das Verteilen von Flugblättern und Info-Material allein reicht offenbar nicht aus, um der Kopfläuse-Plage Herr zu werden.

Dennoch ist Dr. Josef Simeoni, Leiter des Dienstes für Hygiene und öffentliche Gesundheit, überzeugt, dass einzig eine strenge Kontrolle durch die Eltern und die entsprechende Behandlung Abhilfe schaffen könne.

Doch genau in diesem Punkt liegt der Hund begraben. Wenn sich nämlich ein Teil der Eltern nicht am Kampf gegen die Kopfläuse beteilige, nehme die Plage kein Ende bzw. beginne immer wieder von Neuem, weiß Dr. Simeoni.

„Taucht in einer Schulklasse ein Fall von Kopfläusen auf, müssen die Eltern ihre Kinder rigoros untersuchen“, fordert er. Passiert das auch nur in einem einzigen Fall nicht, besteht die Gefahr, dass die Behandlung aller anderen Kinder vergebens ist, so die „Dolomiten“.
Vielfach werden die Behandlungen aber auch zu schlampig durchgeführt, weiß der Apotheker-Präsident Liebl.

Was gegen Läuse hilft

Es gibt mehrere Medikamente, mit denen Kopfläuse wirkungsvoll abgetötet werden können. Sie arbeiten mit chemischen Wirkstoffen auf der Basis von Pyrethroiden oder mit mechanischen Wirkstoffen auf der Basis von Ölen, mit denen die Läuse erstickt werden.

Wichtig ist bei allen Läusemedikamenten: Sie müssen nach acht bis zehn Tagen noch einmal angewandt werden. Nur so kann man sichergehen, dass man, selbst wenn man eine paar Nissen bei der ersten Anwendung nicht erwischt hat, nun alle Läuse entfernt.

Eine Erleichterung für alle Mütter: Wie der Westdeutsche Rundfunk berichtet, ist es nicht nötig, umfassend die Wohnung zu putzen und alle Stoffe zu entfernen und zu waschen. Wichtig ist nur, alles zu waschen, womit das Kind direkt in Berühung kommt: also die gerade getragene Wäsche, das Nachtzeug, die Bettwäsche, die Handtücher.

Wissenswertes über die Kopflaus

Läuse müssen alle paar Stunden Blut saugen! Schon nach 24 Stunden sind sie sonst bewegungsunfähig und nach zwei bis drei Tagen tot. Wenn sie also keine Möglichkeit zum Blutsaugen haben, sterben sie von alleine.

Der Lebenslauf einer Laus verläuft über verschiedene Stadien. Die etwa 0,8 Millimeter großen Eier (Nissen) werden in unmittelbarer Nähe zur Kopfhaut wasserunlöslich an das Haar geklebt. Nach acht bis zehn Tagen schlüpfen die Larven, die ihrerseits innerhalb von neun bis elf Tagen zu geschlechtsreifen Läusen heranwachsen. Der Kopf juckt, weil die maximal drei Millimeter große Kopflaus bei jeder Blutmahlzeit eine winzige Menge Speichel in die Kopfhaut spritzt. Da man nun unwillkürlich anfängt zu kratzen, entstehen kleine Hautwunden, die sich entzünden können.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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