Von: mk
Bozen/Phuket – Der Krieg, den die USA und Israel gegen den Iran führen, löst enorme Verwerfungen im Tourismussektor aus. Betroffen sind nicht nur Reisende, die in Katar, Dubai oder im Oman privat oder beruflich unterwegs sind, sondern auch solche, die fernöstliche Länder aufsuchen – wie etwa ein junges Pärchen aus Bozen, das momentan Phuket nicht verlassen kann.
Am 6. Jänner war Lara Trigolo mit ihrem Freund nach Thailand aufgebrochen. Nachdem sich im Verlauf von nur zwei Monaten die weltpolitische Lage radikal verändert hat, sitzt sie in der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz fest. Ähnlich wie ihr ergeht es über hundert weiteren Staatsbürgern aus Italien, deren Rückflug von Abu Dhabi am 3. März gestrichen wurde.
Wegen der erneuten kriegerischen Eskalation zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran und seinen verbündeten Milizen in der Region auf der anderen Seite ist der Luftraum über zahlreichen Ländern gesperrt. Zehntausende Reisende aus der ganzen Welt sitzen in der Region, insbesondere an den Umsteigeknoten Dubai und Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten, fest. Der Konflikt wirkt sich aber auch auf Reisende aus, die in fernöstlichen Ländern unterwegs sind.
Die junge Boznerin hat zahlreiche Telefonate mit der Fluggesellschaft, dem Außenministerium und der Botschaft geführt, ohne dass es klare Hinweise gab, wie die Rückreise nach Italien erfolgen soll. „Niemand kann uns irgendetwas sagen“, erklärt sie im Gespräch mit dem Alto Adige.
Mit einem Direktflug am 23. März scheint sich nun eine Lösung abzuzeichnen. Das Problem dabei: Ein Ticket für zwei Personen kostet 2.453,56 Euro. „Es ist der erste verfügbare Flug, den ich finden konnte und wir hatten noch Glück, ihn zu bekommen – trotz der enormen Kosten, die – wie ich befürchte – von der Fluggesellschaft nicht erstattet werden“, so die Boznerin.
Die Dauer des Fluges beträgt voraussichtlich rund 13 Stunden; der Abflug erfolgt mitten in der Nacht. Bis dahin heißt es noch weitere zwei Wochen in Thailand ausharren. „Glücklicherweise haben unsere Arbeitgeber Verständnis für die Situation. Das Leben in Thailand ist günstig, wir finden für 15 Euro pro Nacht einen Platz zum Schlafen. Wir haben unser Visum um weitere 30 Tage verlängert“, erzählt Lara Trigolo weiter.
Trotzdem bleibt die Sorge, dass die Lage weiter eskaliert und erneut Flüge gestrichen werden. „Wir hoffen, dass wir es mit diesem extrem teuren Flug nach Hause schaffen“, seufzt die Boznerin. Wie sie berichtet, sitzen viele Italiener derzeit in Thailand fest. Es gebe Menschen, die riskieren würden, ihren Job zu verlieren, oder aus anderen Gründen dringend nach Hause müssten. Andere hätten ihre Reise bereits zuvor abgesagt – aus Angst, festzusitzen.
Jüngsten Informationen zufolge hatten zuletzt rund 8.900 italienische Staatsbürger aufgrund des militärischen Konflikts schwere Probleme bei der Rückreise aus der Region. Auch Personen aus dem Trentino-Südtirol sind betroffen. Gleichzeitig sind die Preise für Flugtickets rapide in die Höhe geschnellt – zum Teil auf über 1.500 Euro. Neben Schwierigkeiten bei der Heimkehr riskieren Reisende vor allem am Persischen Golf, direkt in die Unruhen mit hineingezogen zu werden.




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