Kronprinzessin Mette-Marit gab TV-Interview zu Fall Epstein

Kronprinzessin Mette-Marit von Epstein “getäuscht”

Freitag, 20. März 2026 | 10:43 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit ist nach eigenen Worten von dem verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein “manipuliert und getäuscht” worden. Es sei für sie sehr wichtig, sich der Tatsache zu stellen, dass sie Epsteins Vergangenheit nicht genauer hinterfragt habe, “und dass ich in diesem Ausmaß manipuliert und getäuscht wurde”, sagte Mette-Marit in einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit dem Sender NRK.

In Ende Jänner veröffentlichten Ermittlungsakten zum Fall Epstein taucht Mette-Marits Name mindestens 1.000-mal auf. Inhalt und Tonfall des von norwegischen Medien veröffentlichten E-Mail-Wechsels aus den Jahren 2011 bis 2014 deuten auf eine gewisse Vertrautheit zwischen der Kronprinzessin und dem Sexualverbrecher hin.

Kritik an “flirtendem Ton” der Mails

In ihren E-Mails soll die Kronprinzessin Epstein Dinge wie “Du bringst mich immer zum Lächeln” und “Ich vermisse dich” geschrieben haben. Der flirtende Ton hatte in Norwegen große Kritik und Gerüchte ausgelöst.

In einem anderen Mail soll Mette-Marit Epstein “Liebestipps” gegeben haben. Als er ihr schrieb, dass er in Paris auf “Frauenjagd” sei, soll sie geantwortet haben: “Paris ist gut für Ehebruch. Skandinavierinnen sind die besseren Ehefrauen.” Der Dialog sei ihr peinlich, sagte die Kronprinzessin NRK: “Das ist ein Geplänkel unter Freunden. Da ist nichts Besonderes dran. Es ist ein kameradschaftlicher Ton und etwas unbedacht.”

“Es war ein freundschaftliches Verhältnis”

“Natürlich wünschte ich, ihn nie getroffen zu haben”, sagte Mette-Marit nun über ihre Bekanntschaft mit Epstein. Jegliche Spekulationen über die Art ihres Verhältnisses wies sie zurück: “Es war ein freundschaftliches Verhältnis. Er war vor allem ein Freund für mich. Wenn Sie wissen wollen, ob die Beziehung anderer Natur war – die Antwort ist Nein.”

Die Enthüllungen über Mette-Marits Freundschaft mit Epstein lösten in Norwegen Zweifel an ihrer Eignung als künftige Königin aus. Zudem belastet ein Vergewaltigungsprozess gegen Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby das norwegische Königshaus. Die Staatsanwaltschaft fordert gut siebeneinhalb Jahre Haft für Høiby wegen Vergewaltigung von vier Frauen und weiteren Gewaltvorwürfen.

Beliebtheit des Königshauses gesunken

Wegen der Skandale ist die Beliebtheit des norwegischen Königshauses auf einen historischen Tiefstand gefallen. Nur 60 Prozent der Norwegerinnen und Norweger äußerten in einer aktuellen Umfrage eine positive Meinung über die königliche Familie.

Den Skandalen zum Trotz weicht Kronprinz Haakon (52) seiner Frau nicht von der Seite. “Wenn man heiratet, dann tut man das schließlich in guten wie in schlechten Tagen”, sagte der norwegische Thronfolger in dem gemeinsamen Fernsehinterview. “Gerade, wenn es schwierig wird, wenn es richtig Gegenwind gibt, ist es wichtig, ein Fundament zu haben, auf dem wir gemeinsam stehen können.” Dieses Fundament habe das Paar in den vergangenen 25 Jahren aufgebaut, sagte er dem Sender NRK. “Mette ist fürsorglich, klug und wirklich stark”, schwärmte Haakon von seiner Frau. “Deshalb möchte ich sie immer in meinem Team haben, wenn etwas Schwieriges passiert.”

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