Gefahr im Auge

Langtaufers: Schäden beseitigt, Lawinenschutz stärken

Donnerstag, 28. Juni 2018 | 11:21 Uhr

Langtaufers – Langtaufers war mehrfach Schauplatz heftiger Unwetter, die erheblichen Schaden verursachten. Auf die Schadensbehebung sollen Schutzbauten folgen.

Im Juli 2016 verlegten zwei Muren die Landestraße ins Langtauferer Tal – 200 Personen waren von der Außenwelt abgeschnitten. Der Karlinbach hatte die Landesstraße teilweise unterspült und weggeschwemmt, der Pedrossbach hingegen hatte sich einen neuen Weg gebahnt, die Landesstraße übermurt und sämtliche im Jahr 1903 erbaute Sperren zerstört. Auch der Patzin- und der Patscheiderbach hatten Schäden angerichtet. Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung West der Agentur für Bevölkerungsschutz konnte diese Schäden bereits 2017 beheben.

Im vergangenen Jänner wurde das Langtauferer Tal von außergewöhnlich starken Schneefällen heimgesucht: Ein Nebengebäude der Erlebnisschule Langtaufers und das obere Stockwerk eines Wohnhauses wurden von einer Lawine getroffen. Insgesamt 166 Personen mussten mittels Hubschrauber evakuiert werden und ab Grube bis Talschluss blieb die Bevölkerung für mehrere Tage von der Außenwelt abgeschnitten.

“An den Bachverbauungen wurden diesmal keine Schäden verzeichnet. Allerdings haben die Lawinen Unmengen an mitgerissenen Bäumen und Baumstämmen in den Bachläufen abgelagert”, berichtet Mauro Spagnolo, Direktor im Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung West der Agentur für Bevölkerungsschutz. Vor allem beim Pleifer- und Karlinbach bestand die Gefahr, dass heftige Unwetter Überschwemmungen verursachten.

Diese Gefahr hat das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung West nun gebannt: Im Karlin-, Pleifer- und Alpgrabenbach wurden Aufräumarbeiten durchgeführt, im Patscheider- und Patzinbach die Künetten wieder instandgesetzt und im Pedrossbach insgesamt sieben beschädigte Sperren mit Stahlbeton neu errichtet und mit Natursteinen verkleidet. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf rund 625.000 Euro. Für die Projektierung waren Roland Schweitzer und Josef Hofer zuständig, für die Bauleitung Amtsdirektor Mauro Spagnolo.

“Um künftig für solche außergewöhnlichen Ereignisse besser gerüstet zu sein, werden wir demnächst den Schutz vor Lawinen in Langtaufers ausbauen”, erklärt Rudolf Pollinger, Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, der gleichzeitig darauf hinweist, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor Naturgefahren gibt. So soll z.B. für 550.000 Euro oberhalb der Ortschaft Grube ein Lawinenschutzdamm errichtet werden. Innerhalb Jahresende wird zudem ein Projekt für Schutzmaßnahmen für die Ortschaft Kappl ausgearbeitet.

Von: mk

Bezirk: Vinschgau

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