In Fiss kam es zu dem tödlichen Lawinenunfall

Lawinenabgänge in Tirol fordern zwei Tote

Mittwoch, 18. Februar 2026 | 21:55 Uhr

Von: apa

Bei zwei Lawinenabgängen sind am Mittwoch in Tirol sind zwei Wintersportler ums Leben gekommen. In Fiss im Bezirk Landeck ging ein Schneebrett im freien Skiraum ab. Ein 71-jähriger Urlauber aus den Niederlanden wurde dabei verschüttet und tödlich verletzt. Im Navistal kam wiederum ein 44-jähriger deutscher Tourengeher ums Leben. Und in Kirchberg (Bezirk Kitzbühel) wurde ein 20-jähriger österreichischer Skifahrer verschüttet und letztlich reanimiert.

Das 50 Meter breite Schneebrett in Fiss war gegen 11.00 Uhr auf der Nordseite des Skigebietes in Richtung “Lader Urgalpe” im freien, ungesicherten Skiraum abgegangen. Ausgelöst wurde es von dem 71-Jährigen, seinem 41-jährigen Sohn sowie einem weiteren 34-Jährigen Niederländer, die mit Alpinskiern unterwegs waren. Die drei Wintersportler wurden erfasst und verschüttet – der 41-Jährige teilweise. Letzterer setzte einen Notruf ab konnte den vollständig verschütteten 34-Jährigen ausgraben. Der 41-Jährige wurde verletzt mit einem Hubschrauber in das Krankenhaus Zams geflogen, der 34-Jährige von der Bergrettung zu einem lokalen Arzt gebracht. Der 71-Jährige hatte als einziger der drei Alpinisten kein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) bei sich. Ein Lawinensuchhund spürte den Mann nach rund einer Stunde 200 Meter unterhalb des Abrisses auf. Helfer gruben ihn aus. Eine 20-minütige Reanimation durch zwei Notärzte konnte sein Leben nicht mehr retten. Weitere Personen wurden nicht verschüttet.

Der Lawinenabgang hatte einen Großeinsatz an Rettungskräften ausgelöst. Darunter befanden sich drei Notarzthubschrauber, ein Hubschrauber des Innenministeriums, Mitglieder der Bergrettungen Fiss und Ried im Oberinntal, drei Lawinensuchhunde der Bergrettung Tirol, Skilehrer der Skischulen und Ersthelfer, fünf Alpinpolizisten, zwei Polizeistreifen und ein Tatortbeamter sowie Pistenretter und Seilbahnmitarbeiter der Bergbahnen Fiss.

Tourengeher starb, 20-Jähriger nach 20 Minuten aus zwei Metern geborgen und reanimiert

Beim dem tödlichen Unfall im Navistal (Bezirk Innsbruck-Land) wiederum hatten zwei Tourengeher auf den Geier in 2.857 Meter Seehöhe gehen wollen, drehten dann aber um, sagte eine Polizeisprecherin zur APA. Bei der Abfahrt im flacheren Gelände löste sich dann plötzlich bei einer Querung ein Schneebrett. Beide Skitourengeher wurden von den Schneemassen mitgerissen. Der 44-Jährige wurde komplett verschüttet, der andere teilverschüttet. Letzterer konnte sich selbst ausgraben und anschließend auch seinen Kollegen befreien. Er setzte die Rettungskette in Gang und begann mit der Reanimation, die der Notarzt eines Rettungshubschraubers fortsetzte. Doch der 44-jährige Deutsche verstarb schließlich noch an Ort und Stelle.

Bei dem Unglück in Kirchberg kurz vor 11.00 Uhr waren zwei 20-jährige Österreicher im freien Skiraum im Skigebiet “KitzSki” von der Bergstation “Brunn- D3” in Richtung “Penglstein1- D1” gefahren. Als einer der beiden in einen steilen Hang einfuhr, setzten sich plötzlich die Schneemassen in Bewegung und rissen den jungen Mann nach Angaben der Exekutive 250 Meter über eine schmale Rinne talwärts. Als die Lawine zum Stillstand kam, begann sein Begleiter mit einem LVS-Gerät mit der Suche und Lokalisierung. Sechs weitere Freerider, die den Vorfall ebenfalls bemerkten, eilten zur Hilfe. Es kam zu dramatischen Szenen: Nach rund 20 Minuten wurde der Verschüttete in rund zwei Metern-Tiefe ausgegraben und geborgen. Die Besatzung des Rettungshubschraubers “Heli3” stellte zunächst keine Lebenszeichen fest. Nach rund dreiminütiger Reanimation konnte der Herz-Kreislauf wiederhergestellt werden. Der 20-Jährige daraufhin mit dem Rettungshubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen. Dort wurde er auf der Intensivstation behandelt. Im Einsatz standen außerdem die Bergrettung Kirchberg mit 15 Mann und einem Hundeführer, die Pistenrettung “KitzSki”, der Polizeihubschrauber “Libelle Tirol” und vier Alpinpolizisten.

Mehr als 30 Lawinenabgänge, weiter kritische Situation

Drei Schneebretter gingen unterdessen auch im freien Skiraum im Skigebiet Hochzillertal ab. Dabei wurde aber niemand erfasst und verschüttet, der Sucheinsatz konnte beendet werden.

Die Einsatzorganisationen hatte jedenfalls alle Hände voll zu tun: Laut Leitstelle wurden bis zum frühen Nachmittag im Bundesland mehr als 30 Lawinenabgänge gemeldet. Betroffen waren vor allem die Bezirke Landeck, Schwaz und Kitzbühel. 14 Mal standen Notarzthubschrauber im Einsatz. In vielen Fällen konnten nach Angaben der Polizei zum Glück letztlich keine Verschütteten festgestellt werden.

In Nordtirol herrschte am Mittwoch vor allem in höheren Lagen im Westen teils weiterhin große Lawinengefahr, also Stufe 4 der fünfteiligen Skala, im Rest des Landes Lawinenwarnstufe 3 (erhebliche Gefahr). Für Donnerstag wurden wieder Niederschläge erwartet. Aufgrund dessen wird die Lawinengefahr im Laufe des Tages in großen Teilen Tirols – unter anderem auch in Osttirol sowie in den Kitzbüheler, Tuxer und Zillertaler Alpen – oberhalb der Waldgrenze ebenfalls auf die Gefahrenstufe 4 ansteigen, teilte das Land Mittwochabend mit.

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