Wölfe wurden gefilmt

Majestätisch, im Rudel und gefährlich? – VIDEO

Dienstag, 20. März 2018 | 07:38 Uhr
Update

Bozen – Obwohl es bis zum Sommer noch ein paar Monate dauert, ist die Debatte um die Rückkehr des Wolfes in Südtirol in vollem Gang. Die Bauern machen sich Sorgen, wie der Almsommer heuer verlaufen wird, während Naturschützer die Anwesenheit des Wolfes verteidigen. Unterdessen kursiert ein Video in Südtirol, das ein Wolfsrudel zeigt.

 

 

Angeblich haben Wanderer die Tiere in der Winterlandschaft vor ein paar Tagen gefilmt. Zwar wirken sie sehr majestätisch, doch Wölfe haben auf den Almen und in den Wäldern in der Vergangenheit immer wieder Nutz- und Wildtiere gerissen.

Während Landesrat Arnold Schuler im Rahmen einer Petition von der EU-Kommission und von Rom eine Lockerung des Schutzstatus fordert, sammeln Tierschützer Unterschriften für eine Gegenpetition.

Sie verlangen, dass die Herden mit Elektrozäunen und mit Herdenhunden vor den Wölfen geschützt werden. Oswald Schwarz, Bergbauernvertreter im Landesbauernrat aus Ulten, zeigt sich allerdings ist skeptisch. Auch in der Schweiz würden diese Schutzmaßnahmen nur bedingt funktionieren. Außerdem ist dort die Entnahme von Wölfen erlaubt, wenn eine bestimmte Anzahl von Nutztieren gerissen wurde, erklärt er in einem Radio-Interview.

Inzwischen sei zudem nachgewiesen, dass sich der Wolf anpasst und die Tiere auch untertags reißt, wenn nachts die Herden eingezäunt werden.

Dass das Video ein Rudel Wölfe in Südtirol zeigt, gilt eher als unwahrscheinlich. Feststeht, dass im vergangenen Jahr Luigi Spagnolli, der Direktor des Landesamtes für Jagd und Fischerei, im Gespräch mit dem Tagblatt Dolomiten betont hat, die Bildung eines Wolfsrudels in Südtirol sei nur mehr eine Frage der Zeit.

Außerdem gilt als gesichert, dass in Penia in Canazei eine Gruppe von Schülern ein Wolfsrudel gesichtet hat. Die Schüler haben am vergangenen Mittwochmorgen gegen 8.00 Uhr auf den Schulbus gewartet, als sie fünf Wölfen gegenüberstanden. Der Vorfall wurde von Bürgermeister Silvano Parmesani bestätigt. Passiert ist den Kindern nichts, doch nun sollen Förster die Zone überwachen, wenn die Kinder auf dem Weg zur Schule sind.

Unterdessen betonte der WWF im Trentino in einer Stellungnahme, dass ein Zusammenleben von Mensch und Wolf möglich sei. In den letzten 150 Jahren habe es in Europa mehr keine Attacke von Wölfen auf den Menschen geben. Extrembergsteiger Reinhold Messner befürwortet hingegen ebenfalls eine starke Eingrenzung der Wolfspopulation, um die Bewirtschaftung der Almen zu retten.

Unterschreiben kann man Schulers Petition online, aber auch bei Forststationen und Gemeinden, was dem Landesrat Kritik von der Opposition einbrachte. Doch auch nicht alle Bürgermeister sind glücklich. Im Bozner Rathaus werden etwa keine Unterschriften gesammelt. Seiner Meinung nach sei die Petition, eine „institutionelle Abkürzung“, die ihm nicht gefalle, erklärte Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi. Initiativen dieser Art müssten von Vereinen, Organisationen oder Bürgern getragen werden. Außerdem halte er ein Zusammenleben mit dem Wolf für möglich, wenn der Bestand begrenzt wird.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare
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23 Tage 19 h
In den letzten 250 Jahren bis zur Ausrottung des Wolfs, wurden allein schon in Frankreich bis zu 60 000 Bürger durch Wolfsattacken getötet. Die kirchlichen Sterberegister dazu, liegen in französichen Archiven auf dem Land verteilt. Bisher erst nur ca. 15 % davon, also bereits 9000 dieser Tragödien, haben die Franzosen unter Leitung von Prof. J. M. Moriceau v. d. Universität Caen bisher gesichtet und dies belastbar dokumentiert auf: http://www.unicaen.fr/homme_et_loup/index.php  Z.B. die NZZ hatte das auch bereits erwähnt: https://www.nzz.ch/wissenschaft/bildung/vom-daemon-zur-oeko-ikone-1.18364953   Im Interview, Videominute 16 bis 24 auf https://www.youtube.com/watch?v=sT_2iv3QwtE , schätzt Moriceau die Dunkelziffer auf 60 000 Tote allein in Frankreich innerhalb von… Weiterlesen »
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